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16.03.2012

15:48 Uhr

Deutsche Bank

Wie Jain und Fitschen den Vorstand umbauen

Lange ist über den künftigen Vorstand von Deutschlands größtem Geldhaus spekuliert worden. Jetzt ist klar, wer neu in das Gremium einzieht, das insgesamt jünger und internationaler wird - und wer es verlässt.

Die Türme der Deutschen-Bank-Zentrale spiegeln sich im Logo des Instituts. dpa

Die Türme der Deutschen-Bank-Zentrale spiegeln sich im Logo des Instituts.

FrankfurtMit einem Handstreich - so scheint es - wollten sie die Ära Ackermann bei der Deutschen Bank beenden. Noch vor dem offiziellen Abschied des langjährigen Vorstandschefs schoben dessen Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen einen radikalen Umbau des Top-Managements an. Viele Jain-Vertraute aus dem Investment-Banking sollten aufsteigen. Doch die ab Juni amtierenden Chefs haben die Rechnung ohne die Bankenaufsicht Bafin gemacht: Die Behörde lehnte den US-Amerikaner William Broeksmit als Risikovorstand ab. Damit steht vor allem Jain schon vor seinem Amtsantritt blamiert da.

Der gebürtige Inder muss ohnehin gegen viel Misstrauen ankämpfen. Kritiker sehen in ihm den personifizierten Raubtierkapitalismus britisch-amerikanischer Prägung. Jain führte mit seinem verschworenen Team in London die Deutsche Bank in die Top-Liga der internationalen Banken und erwirtschaftete Milliardengewinne - bis die Finanzkrise kam und die Wirtschaft an den Rand des Untergangs führte. Spätestens seitdem haben Investmentbanker das Image von skrupellosen Haifischen. Zahlreiche Klagen in den USA deuten auf zweifelhafte Geschäftsmethoden auch von Deutschlands größtem Geldhaus hin.

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Als Gegenpol zu Jain, der seit Jahren als Kronprinz Josef Ackermanns gehandelt wurde, installierte die Deutsche Bank deshalb nach wochenlangem öffentlichen Hickhack im vergangenen Sommer Deutschland-Chef Jürgen Fitschen. Seit Jahresbeginn bereitet das anscheinend so ungleiche Duo, das sich dem Vernehmen nach jedoch bestens versteht, seinen Wechsel an die Spitze vor und treibt einen tiefgreifenden Umbau beim deutschen Branchenprimus voran.

Das sollte eigentlich in aller Stille passieren, doch Details sickerten schon lange vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am Freitag durch. Das Tempo überraschte auch viele in der Bank. „Was wäre denn die Alternative gewesen? Abzuwarten bis Juni? Dann hätte es geheißen: Wie lahm sind die denn“, sagt ein Insider.

Heute endlich teilte das Institut offiziell mit, dass der bisherige Chef des Risikomanagements, Hugo Bänziger, sowie Hermann-Josef Lamberti, Vorstand für Personal und Technik, beide 56 Jahre alt, das Haus zum Juni verlassen. Für Lamberti rücke Henry Ritchotte (48) in das Führungsgremium auf. Er war bisher in London für die Bank tätig. Bänzigers Posten wird der 46-jährige Schotte Stuart Lewis übernehmen. Als drittes Neumitglied rückt der Bank zufolge der 45-jährige Stephan Leithner in die Vorstandsrunde auf. Er sei künftig vor allem für Personalangelegenheiten, Recht sowie das Europa-Geschäft des Instituts verantwortlich. Die drei neuen Vorstandsmitglieder „haben sich bereits um die Bank verdient gemacht“, erklärte Aufsichtsratschef Clemens Börsig. Sie verträten „eine neue, hochtalentierte“ Managergeneration.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.03.2012, 16:05 Uhr

an der Stelle sollte die D.Bank auch bitte gleich ihren Namen ändern damit die internationale Mafia die dort Einzug hält, sich richtig wohlfühlen kann. Wie wäre es mit Kraut & Rüben? NE wäre ja wieder zu deutsch...

Die Kunden tun mir am meissten Leid.

Justus2000

16.03.2012, 22:50 Uhr

Was hat das noch mit DEUTSCHER Bank zu tun, wenn der Vorstandsvorsitzende ein Inder mit Sitz in London ist,der der deutschen Sprache nicht mächtig ist und ihm ein zweiter Alibivorstand zur Seite gestellt wird, dessen einzige faktische Aufgabe es ist, die Kontakte zur Politik und zur Bafin zu halten!!! Macht hat Herr Fitschen keine, dafür haben die Junk Bond Investmentbanker schon gesorgt.
Es bleibt abzuwarten, welche Rolle künftig noch das von den Ratingagenturen als so wichtig eingestufte Privatkundengesäft spielen wird. Bei der Volatilität der Erträge im Investmentbanking sind stabile Erträge in anderen Geschäftsbereichen dringend von Nöten. Es bleibt für die Aktionäre und die Mitarbeiter zu hoffen, dass Herr Jain das auch weiß!

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