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25.01.2005

21:40 Uhr

Deutsche Bank will bei LSE-Übernahme helfen

Aktionäre wollen mehr Infos von Deutscher Börse

Einem Zeitungsbericht zufolge will die Deutsche Bank der Deutschen Börse bei der Finanzierung der geplanten Übernahme der Londoner Börse (LSE) helfen. Die Anteilseigner der Deutschen Börse und der LSE drängen unterdessen zunehmend auf bessere Informationen über die Übernahmepläne. Die Fondsgesellschaft State Street befürwortet dazu mittlerweile auch ein feindliches Übernahmeangebot, damit alle Informationen publiziert werden können.

HB FRANKFURT/LONDON. Zur Übernahme der Londoner Börse könne ein Kredit oder eine Anleihe zählen, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag. Es gilt seit längerem als wahrscheinlich, dass die Deutsche Börse im Gegensatz zum Konkurrenten Euronext eine Übernahme ohne größere Probleme stemmen könnte.

Die Deutsche Bank, die bei der Deutschen Börse AG den Aufsichtsratschef stellt und auch mit knapp acht Prozent an der London Stock Exchange (LSE) beteiligt ist, wollte dazu am Dienstag keinen Kommentar abgeben. Seit Mitte Dezember verhandeln Deutsche Börse und die Vierländerbörse Euronext jeweils mit dem Management der LSE über die Konditionen einer Fusion. Offizielle Übernahmeangebote stehen in dem Bietergefecht weiterhin aus.

„Wenn man ein feindliches Übernahmeangebot unterbreitet, kann man sich immer noch um die Leute von der LSE kümmern. Aber auf der anderen Seite kommen dann alle Fakten auf den Tisch - Kostensenkungen, Synergien“, sagte Richard Lacaille, Chief Investment Officer von State Street, am Dienstag. State Street hält gut zwei Prozent an der LSE und 1,6 % an der Deutschen Börse. Vor State Street hatten bereits andere Aktionäre mehr Informationen verlangt.

Die Deutsche Börse steht derzeit in Verhandlungen mit der LSE über eine Empfehlung des LSE-Managements zu ihren Vorstellungen zu einer Übernahme der größten europäischen Börse. Damit soll ein feindliches Übernahmeangebot vermieden werden. Nach britischem Recht sind während der Verhandlungen Gespräche mit Anteilseignern nur sehr eingeschränkt möglich. „Wir werden gerne mit unseren Anteilseignern und denen der LSE sprechen, wenn wir dazu in der in der Lage sind“, bekräftigte ein Börsensprecher frühere Aussagen zum selben Thema.

Die Aufsichtsbehörden sehen derweil für die mögliche Fusion aus ihrem Einflussbereich keine Hürden. „Ich bin sicher, dass eine Übernahme der LSE durch die Deutsche Börse keine aufsichtsrechtlichen Probleme verursachen werde“, sagte der Chef der deutschen Wertpapierhandelsaufsicht BaFin der französischen Tageszeitung „Les Echos“. Bereits vergangene Woche war Sanio gegenteiligen Spekulationen in einer ungewöhnlichen Pressemitteilung entgegengetreten und hatte zur Gelassenheit aufgerufen.

Neben der Deutschen Börse interessiert sich auch die Vierländerbörse Euronext für einen Kauf der LSE und steht ebenfalls mit dem Management der Londoner Börse in Verhandlungen. Experten rechnen für die nächste Zeit mit einem Angebot der Deutschen Börse. Nach Informationen aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen schließt das Frankfurter Unternehmen eine feindliche Übernahme nicht aus. Im Dezember bezifferte die Deutsche Börse ihre Preisvorstellung auf 530 Pence je LSE-Aktie oder insgesamt knapp zwei Mrd. €. Der LSE-Kurs notiert mittlerweile knapp neun Prozent darüber.

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