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24.01.2014

00:16 Uhr

Deutsche-Börse-Tochter

Clearstream muss Millionenstrafe zahlen

Das Finanzhaus Clearstream wird in einem Vergleich zur Kasse gebeten. Die Deutsche-Börse-Tochter muss wegen Verstößen gegen die Iran-Sanktionen in den USA eine Millionenstrafe zahlen.

Millionen-Strafe für die Deutsche-Börse-Tochter: Clearstream muss in den USA wegen Verstößen gegen die Iran-Sanktionen zahlen. Reuters

Millionen-Strafe für die Deutsche-Börse-Tochter: Clearstream muss in den USA wegen Verstößen gegen die Iran-Sanktionen zahlen.

WashingtonDie Deutsche-Börse-Tochter Clearstream muss in den USA wegen Verstößen gegen die Iran-Sanktionen 152 Millionen Dollar (112 Millionen Euro) zahlen. Das Luxemburger Finanzhaus Clearstream habe der iranischen Regierung "substanziellen und nicht genehmigten Zugang" zum US-Finanzsystem verschafft, teilte das Finanzministerium in Washington am Donnerstag mit. Mit dem Vergleich wird das Verfahren eingestellt.

Clearstream wurde zur Last gelegt, in den Jahren 2007 und 2008 für die iranische Zentralbank Vermögen im Volumen von 2,8 Milliarden Dollar auf einem New Yorker Bankkonto verwaltet zu haben. Die Deutsche-Börse-Tochter habe den US-Finanzbehörden eigentlich zugesagt, die Geschäftsbeziehungen mit dem Iran zu beenden. Dann habe das Institut die Anlagen aber auf ein europäisches Bankkonto verschoben.

Wegen des iranischen Atomprogramms haben die USA drastische Sanktionen gegen Teheran verhängt. Auch Unternehmen und Einzelpersonen aus Drittländern, die mit dem Iran bestimmte Geschäfte machen, können von der US-Justiz belangt werden. Die Deutsche Börse betonte in einer Mitteilung, dass die Angelegenheit "ohne eine endgültige behördliche Feststellung eines Verstoßes" gegen die Sanktionsvorschriften beendet worden sei.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um die Entschädigung der Hinterbliebenen von 241 US-Soldaten, die im Jahr 1983 beim Anschlag auf den US-Stützpunkt im libanesischen Beirut getötet worden waren. Ein US-Gericht hatte den Iran für das Attentat verantwortlich gemacht. Die von Clearstream verwalteten Vermögenswerte sollten eigentlich für die Schadenersatzzahlungen verwendet werden.

Von

afp

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