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18.01.2005

12:40 Uhr

Deutsche Großbanken

Sicheres Ufer noch nicht erreicht

Im europäischen Vergleich sind die deutschen Großbanken, obwohl sie die schwere Krise der vergangenen Jahre inzwischen gemeistert haben, immer noch nicht konkurrenzfähig. „Die Banken sind aus der schlimmsten Krise raus, aber noch nicht am sicheren Ufer“, sagt Dieter Hein vom unabhängigen Analysehaus Fairesearch.

HB FRANKFURT. Im dritten Jahr in Folge setzten die Institute den Rotstift an. Umfangreiche Stellenkürzungen, Beteiligungsverkäufe und prominente Neubesetzungen in den Vorstandsetagen gehören zur Tagesordnung. Während auf der Kostenseite nicht mehr viel zu sparen ist, kommen die Banken bei den Erträgen einfach nicht richtig in Schwung und müssen auch auf eine bessere gesamtwirtschaftliche Lage hoffen. Analyst Hein sieht 2005 kaum höhere Gewinne bei den Kreditinstituten, deren Ergebnisse nach einem ermutigenden Start 2004 seit dem zweiten Halbjahr schon wieder stark rückläufig waren. „Ich erwarte 2005 allenfalls eine Stabilisierung auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2004, nur wegen des schwachen zweiten Halbjahres könnte es dann insgesamt etwas besser werden.“

Ähnlich äußerte sich sein Kollege Metehan Sen von der Privatbank Sal Oppenheim, der bei allen europäischen Banken für das nächste Jahr nur einen Gewinnanstieg von acht Prozent prognostiziert, während alle Branchen insgesamt auf ein Plus von zwölf Prozent kommen dürften.

Die deutschen Banken haben 2005 seiner Ansicht nach nur eine Chance: Sie müssen endlich die Erträge steigern. „Wenn das nicht gelingt, passiert unter dem Strich gar nichts, denn das Cost-Cutting ist ausgereizt“, sagt Sen. Im Gegensatz zu Hein sieht er schon im nächsten Jahr und nicht erst ab 2006 Chancen für Übernahmen und Fusionen - wobei die Deutschen aber allenfalls als Ziel in Frage kommen. „Für die Engländer, Spanier und Franzosen könnte es dann heißen: Expansion durch Akquisition.“

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