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19.05.2015

12:03 Uhr

Deutsche Pfandbriefbank

Heta-Abschreibungen drücken auf pbb-Bilanz

Die Auflösung der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria drückt auf die Bilanz der Deutschen Pfandbriefbank. Die mit Steuermilliarden gerettete Immobilienbank hat zum Jahresstart trotzdem mehr Geld verdient.

Die Kernbank der mit Steuermilliarden geretteten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), die Deutsche Pfandbriefbank, hat zum Start ins Jahr deutlich mehr Geld verdient. dpa

Logo der früheren Hypo Real Estate

Die Kernbank der mit Steuermilliarden geretteten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), die Deutsche Pfandbriefbank, hat zum Start ins Jahr deutlich mehr Geld verdient.

MünchenDie Kernbank der mit Steuermilliarden geretteten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), die Deutsche Pfandbriefbank, hat zum Start ins Jahr deutlich mehr Geld verdient. Allerdings drückte die Auflösung der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria (HGAA) dem Immobilienfinanzierer deutlich auf die Bilanz.

Trotz der hohen Wertberichtigung konnte die Bank beim Vorsteuergewinn im ersten Quartal aber um mehr als ein Drittel zulegen und verbuchte rund 51 Millionen Euro, wie die Bank am Dienstag in München mitteilte.

Chronologie der Krisenbank HRE

28. September 2008

Die Notlage des Konzerns wird bekannt. Um den Kollaps mit unabsehbaren Folgen für das Finanzsystem zu verhindern, schnüren Bund und Banken eilig ein erstes Rettungspaket über 35 Milliarden Euro. Wenige Tage später wird es auf 50 Milliarden aufgestockt.

18. Februar 2009

Die Bundesregierung billigt ein Gesetz, das die Verstaatlichung maroder Banken als letzte Option vorsieht. Das „Rettungsübernahmegesetz“ ist auf die HRE zugeschnitten. Die Hilfen an die HRE belaufen sich inzwischen auf 102 Milliarden Euro.

5. Oktober 2009

Auf einer Hauptversammlung beschließt der Bund mit seiner Stimmenmehrheit den Zwangsausschluss („Squeeze Out“) der letzten Aktionäre, um sich 100 Prozent an der HRE zu sichern. Die verbliebenen Anleger müssen ihre Papiere für je 1,30 Euro an den Bund abgeben.

8. Juli 2010

Die HRE gründet eine „Bad Bank“. Der Bank zufolge werden rund 170 Milliarden Euro an giftigen Papieren in die neue FMS Wertmanagement übertragen.

18. September 2010

Es wird bekannt, dass die HRE für 2009 rund 1400 Mitarbeitern Prämien von insgesamt 25 Millionen Euro gezahlt hat.

20. Januar 2011

Frühere HRE-Aktionäre scheitern mit ihrer Klage gegen die Verstaatlichung. Der Bund habe mit dem „Squeeze Out“ nicht gegen das Grundgesetz verstoßen, urteilt das Landgericht München.

2. November 2011

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) räumt einen Bilanzierungsfehler von 55,5 Milliarden Euro bei der Bad Bank der HRE ein. Es sei ein Missverständnis bei der Bilanzierung zwischen HRE und der Bad Bank FMS-Wertmanagement gewesen.

26. August 2013

Die HRE stellt die Depfa zum Verkauf.

Im April hatte die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) mitgeteilt, nochmals 79 Millionen Euro auf Forderungen an die Bad Bank der HGAA, die sogenannte Heta, abzuschreiben. Schon im vergangenen Jahr hatte die Kernbank der HRE Forderungen an die Heta aus ihrer Bilanz gestrichen und dadurch im vierten Quartal sogar einen Verlust verbuchen müssen. Für 2014 blieb der Bank noch ein Vorsteuergewinn von 54 Millionen - nun verdiente die pbb bereits im Startquartal fast so viel Geld.

„Die pbb Deutsche Pfandbriefbank ist mit Schwung in das Jahr 2015 gestartet. Das gute Vorsteuerergebnis und das starke Neugeschäft geben uns Rückenwind für das Geschäftsjahr 2015“, sagte Co-Chef Andreas Arndt.

Die pbb macht als Tochter der HRE-Konzerns inzwischen das Geschäft der einstigen Krisenbank. Die HRE war 2009 notverstaatlicht worden. Altlasten in Höhe von damals rund 170 Milliarden Euro wurden im Oktober 2010 in eine Bad Bank, die FSMW, ausgelagert, um der Bank einen Neustart zu ermöglichen - und die Bank wieder privatisieren zu können. Dieser Prozess läuft bereits.

Von

dpa

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