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14.08.2015

09:22 Uhr

Deutsche Pfandbriefbank

HRE-Nachfolgerin ist gut im Geschäft

Immobilienbanken sind derzeit wieder gut im Geschäft, davon profitiert auch die Deutsche Pfandbriefbank. Die Nachfolgerin der Hypo Real Estate steigert den Gewinn kräftig.

Die HRE-Nachfolgerin legt im zweiten Quartal deutlich zu. dpa

Deutsche Pfandbriefbank

Die HRE-Nachfolgerin legt im zweiten Quartal deutlich zu.

FrankfurtDie HRE-Nachfolgerin Deutsche Pfandbriefbank PBB hat im zweiten Quartal deutlich zugelegt. Das Vorsteuerergebnis kletterte um 36 Prozent auf 61 Millionen Euro, wie das Institut am Freitag mitteilte. Nach den ersten sechs Monaten stehen 112 Millionen Euro zu Buche, im Gesamtjahr soll der bereinigte Vorjahreswert von 174 Millionen leicht übertroffen werden.

Die PBB war im Juli an die Börse zurückgekehrt. Damit wurde eine Auflage der EU erfüllt, die im Gegenzug für die milliardenschweren Staatshilfen der Hypo Real Estate in der Finanzkrise eine Privatisierung des Nachfolgeinstituts gefordert hatte. Immobilienbanken sind derzeit wieder gut im Geschäft, denn die Nachfrage nach gewerblichen Finanzierungen ist groß.

Das Erbe der Hypo Real Estate

Die Hypo Real Estate (HRE) hat wie kaum eine andere deutsche Bank das Bild der weltweiten Finanzkrise hierzulande geprägt. Die Münchner Immobilienbank, vor der Rettung durch den Staat ein eher heimlicher Star der obersten Börsenliga Dax, feilt unter neuem Namen an ihrer Zukunft. Die Risiken verwalten inzwischen andere. Fragen und Antworten zum Zustand der HRE und ihrer Altlasten.

Was ist die HRE?

Die Hypo Real Estate ist eine Immobilienbank. Solche Banken verdienen ihr Geld mit der Finanzierung von Bauprojekten. Sie leihen etwa Firmen Geld, die beispielsweise ein Einkaufszentrum bauen. Das Kapital beschafft sich die Bank dann etwa über die Ausgabe von Anleihen, leiht es sich also bei Investoren. Die HRE, nach einer wechselvollen Vorgeschichte als Abspaltung der Münchner Hypo-Vereinsbank entstanden, galt vor der Finanzkrise als solides Unternehmen. Die Aktie war ab 2005 im Dax notiert. 2007 übernahm die HRE die irische Depfa für fast 5,7 Milliarden Euro. Der Großeinkauf sollte der HRE den Zugang zu staatlichen Projekten verschaffen. Die Freude über das Geschäft währte allerdings nur kurz.

Was ging schief?

Banken brauchen für ihr Alltagsgeschäft kurzfristig viel Geld, das sie sich etwa bei anderen Banken auf dem sogenannten Interbankenmarkt leihen, manchmal nur für einen Tag. Grundlage für dieses Geschäft ist Vertrauen. Lange funktionierte das. Die Finanzkrise und die Pleite der Investmentbank Lehman veränderten alles. Die Banken misstrauten einander und es wurde immer schwieriger, sich Geld zu besorgen. Für das riskante Modell der Depfa ein Riesenproblem, denn die Depfa hatte ihre langfristigen Ausleihungen sehr kurzfristig refinanziert. Das Modell brach 2008 zusammen - und riss die HRE beinahe in den Abgrund.

Was passierte dann?

Am 28. September 2008 wurde die Notlage öffentlich. Es schlossen sich hektische Tage und Wochen an. Um den Zusammenbruch der HRE abzuwenden, schnürten Bund und Banken eilig ein erstes Rettungspaket, doch das Geld reichte nicht, es folgte ein aufgestocktes Paket mit Garantien von 50 Milliarden Euro. Am 20. März 2009 beschloss der Bundestag ein auf die HRE gemünztes Gesetz, das die Verstaatlichung maroder Banken als letzte Option vorsieht. Anfang Oktober 2009 drängte der Bund auch die letzten Aktionäre aus der Bank.

Was macht die HRE heute?

Die Bank gehört noch immer dem Staat. Doch der Bund muss die HRE bis 2015 wieder privatisieren, sprich verkaufen. Das hat die EU im Gegenzug für die Staatshilfen in einem Beihilfeverfahren entschieden. Seit einiger Zeit bastelt die Bank an ihrem zweiten Leben. Ihre Geschäfte wickelt die HRE über ihre Tochter Deutsche Pfandbriefbank (PBB) ab, die inzwischen der strategische Kern des HRE-Konzerns ist. 2013 übertraf die PBB das Ziel eines Vorsteuergewinns von 150 Millionen Euro deutlich. In der Bilanz steht auch dank eines Sondereffekts nun ein Plus vor Steuern von 165 Millionen Euro. 2012 waren es noch 124 Millionen Euro gewesen.

Gibt es keine teuren Altlasten?

Doch, die gibt es. Aber sie liegen inzwischen nicht mehr bei der HRE. Der Problemfall Depfa gehört zwar noch zum Konzern, doch die vielen Risikopapiere sind die HRE und ihre Töchter los. Im Rahmen ihres Umbaus wollen die Münchner die Depfa in diesem Jahr verkaufen - und es gibt mehr als einen Interessenten. Wer sie kriegt, ist offen.

Und wo sind die Altlasten dann?

Das Zauberwort heißt Bad Bank, zu deutsch etwa Schlechte Bank. Der offizielle Name ist weniger griffig und möglicherweise ein wenig irreführend: FMS Wertmanagement (FMSW). In einer beispiellosen Aktion wurden im Oktober 2010 risikoreiche Altlasten im nur schwer vorstellbaren Buchwert von rund 170 Milliarden Euro von der HRE in die eigens gegründete Bad Bank ausgelagert. Dabei sind etwa bislang kaum verkäufliche Finanzierungen etwa für Mautbrücken oder Tunnel. Die Aufgabe der FMSW: Diese Papiere möglichst mit Gewinn verkaufen.

Wer muss für die Verluste bezahlen, wenn das nicht klappt?

Die Bad Bank gehört zur Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA), die den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, Soffin, verwaltet. Am Ende der Kette haftet der Staat, also der Steuerzahler. Wie die Bilanz der FMSW für 2013 aussieht, ist noch offen. 2012 schaffte die Bad Bank sogar einen kleinen Gewinn von 37 Millionen Euro und kündigte an, dass ohne Sonderbelastungen 2013 ähnliches möglich sei. Im Jahr 2011 hieß die Sonderbelastung Griechenland - und kostete die Abwicklungsanstalt fast neun Milliarden Euro.

Die PBB, die sich anders als die Rivalin Aareal Bank vornehmlich auf Deutschland fokussiert, bietet auch Darlehen für öffentliche Infrastrukturprojekte an. Das gesamte Neugeschäft stieg in den ersten sechs Monaten auf sechs (Vorjahr: 4,3) Milliarden Euro – und erreichte damit das höchste Halbjahresvolumen seit dem Neustart im Jahr 2009.

Gerade in der gewerblichen Immobilienfinanzierung ist der Wettbewerb aber hoch, der Druck auf die Margen steigt für alle Anbieter. „Es gibt ein paar aggressive Novizen in dem Geschäft“, sagte Co-Vorstandschef Andreas Arndt am Freitag. Landesbanken, die bislang „mit sich selbst beschäftigt waren“ zählten ebenso dazu wie Versicherer und Fonds. Für die PBB gelte allerdings: „Neugeschäft zu jedem Preis gibt es bei uns nicht.“

Von

rtr

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