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10.03.2014

11:33 Uhr

Deutsche Pfandbriefbank

Nachfolger der Hypo Real Estate übertrifft Gewinnziel

Der Nachfolger der Pleitebank Hypo Real Estate steigert seinen Gewinn um ein Drittel. Die Pfandbriefbank profitiert dabei vom boomenden Immobilienmarkt – und einem Sondereffekt.

Die Deutsche Pfandbriefbank folgte auf die Hypo Real Estate, die in der Finanzkrise kollabierte. dpa

Die Deutsche Pfandbriefbank folgte auf die Hypo Real Estate, die in der Finanzkrise kollabierte.

MünchenDer Aufschwung am Immobilienmarkt beschert der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) Rückenwind. Im vergangenen Jahr steigerte der Nachfolger der in der Finanzkrise kollabierten Hypo Real Estate (HRE) seinen Vorsteuergewinn um ein Drittel auf 165 Millionen Euro, wie das Institut am Montag in München mitteilte. Angepeilt hatte das Institut rund 150 Millionen Euro.

Das Neugeschäft stieg um knapp die Hälfte auf 8,2 Milliarden Euro. Viele Investoren stecken angesichts niedriger Zinsen verstärkt Geld in Gewerbeimmobilien, auch andere Immobilienbanken gaben deshalb zuletzt viele Kredite aus.

Die PBB profitierte bei ihrem Gewinnanstieg 2013 allerdings auch von einem Sondereffekt: Der Verkauf einer ihr zugefallenen Immobilie spülte 37 Millionen Euro mehr Geld in die Kasse, als die Umstellung der Derivate-Bewertung kostete.

Das Erbe der Hypo Real Estate

Die Hypo Real Estate (HRE) hat wie kaum eine andere deutsche Bank das Bild der weltweiten Finanzkrise hierzulande geprägt. Die Münchner Immobilienbank, vor der Rettung durch den Staat ein eher heimlicher Star der obersten Börsenliga Dax, feilt unter neuem Namen an ihrer Zukunft. Die Risiken verwalten inzwischen andere. Fragen und Antworten zum Zustand der HRE und ihrer Altlasten.

Was ist die HRE?

Die Hypo Real Estate ist eine Immobilienbank. Solche Banken verdienen ihr Geld mit der Finanzierung von Bauprojekten. Sie leihen etwa Firmen Geld, die beispielsweise ein Einkaufszentrum bauen. Das Kapital beschafft sich die Bank dann etwa über die Ausgabe von Anleihen, leiht es sich also bei Investoren. Die HRE, nach einer wechselvollen Vorgeschichte als Abspaltung der Münchner Hypo-Vereinsbank entstanden, galt vor der Finanzkrise als solides Unternehmen. Die Aktie war ab 2005 im Dax notiert. 2007 übernahm die HRE die irische Depfa für fast 5,7 Milliarden Euro. Der Großeinkauf sollte der HRE den Zugang zu staatlichen Projekten verschaffen. Die Freude über das Geschäft währte allerdings nur kurz.

Was ging schief?

Banken brauchen für ihr Alltagsgeschäft kurzfristig viel Geld, das sie sich etwa bei anderen Banken auf dem sogenannten Interbankenmarkt leihen, manchmal nur für einen Tag. Grundlage für dieses Geschäft ist Vertrauen. Lange funktionierte das. Die Finanzkrise und die Pleite der Investmentbank Lehman veränderten alles. Die Banken misstrauten einander und es wurde immer schwieriger, sich Geld zu besorgen. Für das riskante Modell der Depfa ein Riesenproblem, denn die Depfa hatte ihre langfristigen Ausleihungen sehr kurzfristig refinanziert. Das Modell brach 2008 zusammen - und riss die HRE beinahe in den Abgrund.

Was passierte dann?

Am 28. September 2008 wurde die Notlage öffentlich. Es schlossen sich hektische Tage und Wochen an. Um den Zusammenbruch der HRE abzuwenden, schnürten Bund und Banken eilig ein erstes Rettungspaket, doch das Geld reichte nicht, es folgte ein aufgestocktes Paket mit Garantien von 50 Milliarden Euro. Am 20. März 2009 beschloss der Bundestag ein auf die HRE gemünztes Gesetz, das die Verstaatlichung maroder Banken als letzte Option vorsieht. Anfang Oktober 2009 drängte der Bund auch die letzten Aktionäre aus der Bank.

Was macht die HRE heute?

Die Bank gehört noch immer dem Staat. Doch der Bund muss die HRE bis 2015 wieder privatisieren, sprich verkaufen. Das hat die EU im Gegenzug für die Staatshilfen in einem Beihilfeverfahren entschieden. Seit einiger Zeit bastelt die Bank an ihrem zweiten Leben. Ihre Geschäfte wickelt die HRE über ihre Tochter Deutsche Pfandbriefbank (PBB) ab, die inzwischen der strategische Kern des HRE-Konzerns ist. 2013 übertraf die PBB das Ziel eines Vorsteuergewinns von 150 Millionen Euro deutlich. In der Bilanz steht auch dank eines Sondereffekts nun ein Plus vor Steuern von 165 Millionen Euro. 2012 waren es noch 124 Millionen Euro gewesen.

Gibt es keine teuren Altlasten?

Doch, die gibt es. Aber sie liegen inzwischen nicht mehr bei der HRE. Der Problemfall Depfa gehört zwar noch zum Konzern, doch die vielen Risikopapiere sind die HRE und ihre Töchter los. Im Rahmen ihres Umbaus wollen die Münchner die Depfa in diesem Jahr verkaufen - und es gibt mehr als einen Interessenten. Wer sie kriegt, ist offen.

Und wo sind die Altlasten dann?

Das Zauberwort heißt Bad Bank, zu deutsch etwa Schlechte Bank. Der offizielle Name ist weniger griffig und möglicherweise ein wenig irreführend: FMS Wertmanagement (FMSW). In einer beispiellosen Aktion wurden im Oktober 2010 risikoreiche Altlasten im nur schwer vorstellbaren Buchwert von rund 170 Milliarden Euro von der HRE in die eigens gegründete Bad Bank ausgelagert. Dabei sind etwa bislang kaum verkäufliche Finanzierungen etwa für Mautbrücken oder Tunnel. Die Aufgabe der FMSW: Diese Papiere möglichst mit Gewinn verkaufen.

Wer muss für die Verluste bezahlen, wenn das nicht klappt?

Die Bad Bank gehört zur Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA), die den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, Soffin, verwaltet. Am Ende der Kette haftet der Staat, also der Steuerzahler. Wie die Bilanz der FMSW für 2013 aussieht, ist noch offen. 2012 schaffte die Bad Bank sogar einen kleinen Gewinn von 37 Millionen Euro und kündigte an, dass ohne Sonderbelastungen 2013 ähnliches möglich sei. Im Jahr 2011 hieß die Sonderbelastung Griechenland - und kostete die Abwicklungsanstalt fast neun Milliarden Euro.

Ohne diesen einmaligen Ertrag wäre der Vorsteuergewinn nur leicht auf 128 Millionen Euro gestiegen. „Die PBB Deutsche Pfandbriefbank hat im Jahr 2013 ihre Ertragskraft ebenso bewiesen wie ihre Stärke im Vertrieb und an den Refinanzierungsmärkten“, sagte Konzernchefin Manuela Better laut Mitteilung. Die Bank werde den Kurs fortsetzen und den Schwerpunkt darauf legen, die HRE „reprivatisierungsfähig“ zu machen.

Im laufenden Jahr peilt Better ein Vorsteuerergebnis von mehr als 140 Millionen Euro an. Das Neugeschäft soll erneut deutlich zulegen.

Die Hypo Real Estate stand in der Finanzkrise vor dem Aus und konnte nur dank staatlicher Hilfen im Volumen von zeitweise mehr als 100 Milliarden Euro gerettet werden. Die gefährlichsten Wertpapiere und Kredite wurden an die Bad Bank FMS ausgelagert, um mit der PBB einen Neuanfang wagen zu können. Die Bilanzsumme der Bank sank im vergangenen Jahr um knapp ein Viertel auf 74 Milliarden Euro.

Neben dem Geschäft mit gewerblicher Immobilienfinanzierung bietet die PBB inzwischen auch Tages- und Festgeldkonten für Privatanleger. Das Volumen der Einlage in diesem jungen Geschäftsfeld kletterte seit dem Start vor rund einem Jahr inzwischen auf mehr als eine Milliarde Euro.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.03.2014, 08:47 Uhr

Na, da können ja bald die Verluste in der BadBank bezahlt werden!
Oder sind das Verluste, die der Steuerzahler zahlen muß?

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