Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.04.2015

12:12 Uhr

Deutsche Pfandbriefbank

Wenn selbst die „gute Bank“ zur „Bad Bank“ wird

VonKerstin Leitel

Der Österreich-Schock frisst sich in die Bücher von Geldhäusern wie der Deutschen Pfandbriefbank. Eine aufgekündigte Bürgschaft Kärntens schockt vor allem das deutsche Geldwesen. Viele Banken sehen nur einen Ausweg.

Die Heta-Anleihen galten als sehr sicher, dann kam der Schreck – Kärnten steht nicht zur Bürgschaft für die Bad Bank der Hypo Alpe Adria. Getty Images

Vertrag mit dem Teufel

Die Heta-Anleihen galten als sehr sicher, dann kam der Schreck – Kärnten steht nicht zur Bürgschaft für die Bad Bank der Hypo Alpe Adria.

MünchenEigentlich sollte die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) die „gute Bank“ sein. Das Münchener Institut ist die Nachfolgerin der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), die in der Finanzkrise vor dem Aus gestanden hatte. Die HRE wurde damals aufgespalten, die guten Teile der Bank wurden auf die pbb übertragen, die schlechten HRE-Wertpapiere landeten in der FMS Wertmanagement.

Doch es zeigt sich: Auch die pbb hat Papiere in ihren Büchern, die einst als solide galten und sich jetzt als Ausfälle entpuppen. Forderungen von insgesamt 395 Millionen Euro gegenüber der österreichischen Heta sind das Problem.

Die Heta ist die „Bad Bank" der Hypo Alpe Adria. Auch das Kärntner Institut hatte sich verspekuliert, musste vom österreichischen Staat aufgefangen werden und wird nun unter dem Namen Heta Asset Resolution abgewickelt.

Zahlreiche Banken und Versicherungen haben in der Vergangenheit Papiere der Hypo Alpe Adria gekauft, weil sie mit einer Ausfallbürgschaft des österreichischen Bundeslandes Kärnten versehen waren und daher als besonders sicher galten. Doch Anfang März verhängte die österreichische Finanzmarktaufsicht ein Moratorium über die Heta. Die Bürgschaften für Heta-Verbindlichkeiten waren damit außer Kraft gesetzt und eine Schockwelle verbreitete sich durch das Finanzsystem. Die Gläubiger müssen nun ihre Bilanzen bereinigen.

Abschreibungen um 79 Millionen Euro aufgestockt

Zahlreiche Institute klagen wegen des österreichischen Vorgehens. So hat die NRW Bank in Frankfurt Klage eingereicht. Die Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen klagt auf die vollständige Rückzahlung ihrer Bonds im Nominalwert von 275,5 Millionen Euro.

Die pbb hatte in einer ersten Reaktion auf die Nachrichten aus Österreich eine Wertberichtigung in Höhe von 120 Millionen Euro vorgenommen. Doch das reichte nicht. Am späten Mittwochabend verschickte sie eine Mitteilung mit der Nachricht, die Abschreibungen um 79 Millionen Euro aufzustocken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in der Woche nach Ostern die Branche aufgefordert, Anleihen und Kredite an die Heta um mindestens 50 Prozent abzuschreiben, wie das Handelsblatt zuerst berichtet hatte. Dieser Vorgabe folgt die pbb jetzt.

Kommentare (18)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Thomas Behrends

16.04.2015, 13:23 Uhr

Eines Tages sind es alles nur noch "Bad Banks" und der Finanz-Tsunami spült alle, auch die einst starken und sicher geglaubten Finanzinstitute, mit einem mal zum Schaden aller weg ...

Herr x y

16.04.2015, 13:27 Uhr

Ach sowas! Das kann doch garnicht wahr sein, denn öffentliche Anleihen sind gänzlich ohne Risiko gemäß Basel III. Das ist der kleine Scheeball, der eine fürcherliche Lawine auslösen wird. Und von dem was übrigbleibt wird dann Basel IV gestrickt!?

Herr Peter Spiegel

16.04.2015, 13:27 Uhr

Kärnten hat 600.000 Einwohner die sollen für all die Schulden haften.
Die Gläubiger also die Banker sind von daher Idioten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×