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24.08.2013

10:56 Uhr

Deutscher Praktikant gestorben

Bank of America prüft ihre Arbeitsbedingungen

Die Bank of America will ihre Arbeitsbedingungen überprüfen. Vergangene Woche war ein deutscher Praktikant gestorben, der in der Londoner Niederlassung der Bank drei Nächte in Folge durchgearbeitet haben soll.

Bank of America: „Tragischer Tod“ des deutschen Praktikanten wird untersucht. dpa

Bank of America: „Tragischer Tod“ des deutschen Praktikanten wird untersucht.

London/New YorkNach dem Tod eines deutschen Praktikanten überprüft die Bank of America ihre Arbeitsbedingungen. Es sei eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die „alle Aspekte dieser Tragödie“ überprüfen und „uns daraus lernen helfen“ solle, erklärte die Londoner Niederlassung der Bank. Der 21-jährige Praktikant Moritz E. war vergangene Woche tot in der Dusche seiner Wohnung gefunden worden, nachdem er Medienberichten zufolge mehrere Nächte bei der Bank durchgearbeitet hatte.

Der Todesfall löste eine Debatte über die oft extrem langen Arbeitszeiten im Londoner Bankensektor aus. Medienberichten zufolge litt der junge Praktikant an Epilepsie, doch wird erst nach Vorlage des Autopsieberichts in rund einem Monat die Todesursache klar sein. Der EU-Kommissar für Arbeit, Laszlo Andor, erklärte, der „tragische Tod“ des Praktikanten zeige, „was Praktika nicht sein sollten“. „Die Ausbeutung der Jugend ist inakzeptabel“, erklärte Andor.

Laut der britischen Zeitung „The Independent“ arbeitete Moritz E. in der Londoner Niederlassung der Bank of America „drei Tage in Folge bis sechs Uhr in der Früh“. Die Leiche wurde der Zeitung zufolge am vergangenen Donnerstag von E.s Mitbewohnern in der Dusche des Appartements gefunden. Die Zeitung zitierte die Aussage eines anderen Praktikanten, der im selben Haus wohnte; demnach hatte der Deutsche „innerhalb von zwei Wochen acht Nächte nicht geschlafen“.

Die Bank of America erklärte am Dienstag: „Wir sind tief erschüttert und betrübt.“ Der deutsche Praktikant sei von seinen Kollegen sehr geschätzt worden und äußerst motiviert gewesen. Er hätte eine „aussichtsreiche Zukunft“ gehabt, hieß es weiter.

Die „Bild“-Zeitung beschrieb den jungen Deutschen am Mittwoch als „Überflieger“, der an einer renommierten Universität in Rheinland-Pfalz Wirtschaft studiert und bereits Praktika bei weiteren Top-Unternehmen absolviert habe – unter anderem der Wirtschaftsberatung KPMG und der Deutschen Bank.

Von

afp

Kommentare (1)

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touspourun

24.08.2013, 11:37 Uhr

Banken bei dem was sie am Besten können. Ausbluten lassen bis zum Ende. Das sollte eine Top Nachricht sein! Und nicht die heisse Luft Propaganda Nummer mit USA greift Syrien an. Wird wohl nicht bei CNN, CNBC, etc... zu hören sein diese Nachricht

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