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19.01.2005

07:29 Uhr

Deutschlands führender Online-Broker will den Streubesitzanteil der Aktie erhöhen

Comdirect positioniert sich als Vollbank

VonKatharina Kort

Der neue Chef des Online-Brokers Comdirect, Andre Carls, dringt auf einen höheren Streubesitzanteil seiner Aktie. „Jeder Prozentpunkt mehr Streubesitz bringt uns mehr Interesse von institutionellen Investoren“, sagte Carls im Gespräch mit dem Handelsblatt.

FRANKFURT/M. Carls musste bis vor zwei Monaten noch als Finanzchef die Investoren von der Aktie überzeugen, von der nur 20 Prozent frei am Markt gehandelt werden. Er wurde im November zum Vorstandsvorsitzenden ernannt, nachdem sein Vorgänger Achim Kassow zum Vorstand für das Privatkundengeschäfts der Konzernmutter Commerzbank aufgestiegen ist.

Die Comdirect ist mit mehr als 600 000 Kunden Deutschlands führender Online-Broker. Nach drastischen Aufräumarbeiten infolge der Börsenkrise macht das Unternehmen seit zwei Jahren wieder Gewinne. Für 2004 prognostiziert die Comdirect einen Gewinn von 50 Mill. Euro. Über die Gewinne freut sich auch die Mutter Commerzbank, die mit 58,65 Prozent die absolute Mehrheit hält. Aber auch die Internet-Tochter der Deutschen Telekom, T-Online ist noch mit 21,35 Prozent beteiligt. Der geringe Streubesitz sorgt auch dafür, dass die Aktie der Comdirect mittlerweile zu den Abstiegskandidaten im Aktien-Index M-Dax zählt.

Ein Verkauf der Großaktionäre würde in die Zeit passen, denn Entflechtungen liegen derzeit im Trend. Erst vergangene Woche hatten sich Allianz, Münchener Rück und Commerzbank von ihrer Beteiligung am Mischkonzern MAN getrennt. Dass sich allerdings die Commerzbank von Anteilen trennt, halten Experten für unwahrscheinlich. Bei T-Online stehen die Chancen dagegen besser. „Für T-Online hat es langfristig keinen Sinn, die Aktien zu halten“, sagt Finanz-Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe. „Comdirect ist keine strategische Beteiligung für T-Online“, bestätigt OppenheimAnalystin Sonia Rubussier.

Ein Sprecher von T-Online sagte, dass es keine konkreten Pläne gebe. Derzeit steckt der Internetdienst mitten im Bewertungsprozess, da die Deutsche Telekom die Internet-Tochter wieder eingliedern will. Bei der Telekom will man sich während des Prozesses nicht äußern. „Der Deutschen Telekom dürfte jeder Hebel recht sein, ihre Schulden abzubauen“, sagt aber Schlienkamp.

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