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19.12.2014

15:28 Uhr

Devisenhändler

Honkong wirft Deutscher Bank Fehlverhalten vor

Die Hongkonger Finanzaufsicht HKMA wirft einem Devisenhändler der Deutschen Bank Fehlverhalten im Zusammenhang mit Manipulationen vor. Der habe versucht, den Kassakurs des Honkong-Dollars zu beeinflussen.

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Devisenhändlern weltweit und hat bereits etliche Mitarbeiter suspendiert oder beurlaubt. AFP

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Devisenhändlern weltweit und hat bereits etliche Mitarbeiter suspendiert oder beurlaubt.

HongkongBei Ermittlungen im Zusammenhang mit Manipulationen auf dem Devisenmarkt hat die Hongkonger Finanzaufsicht HKMA einem Händler der Deutschen Bank Fehlverhalten vorgeworfen. Der Händler habe im März 2009 auf Bitten eines Kollegen versucht, den Kassakurs des Hongkong-Dollar zu beeinflussen, erklärte die Behörde am Freitag. Sie ist faktisch die Notenbank der chinesischen Sonderverwaltungszone. Ziel war demnach, einen Gewinn mit Hilfe eines Devisenoptionsgeschäftes zu erzielen. Dies sei nicht gelungen. Eine Sprecherin der Deutschen Bank erklärte, das Institut habe bei den Ermittlungen in vollem Umfang mit der HKMA zusammengearbeitet und werde die Kontrollen verstärken.

Die Hongkonger Ermittler hatten die Geschäfte von zehn Banken im Zeitraum zwischen 2008 und 2013 untersucht. Dabei handelte es sich neben der Deutschen Bank um Bank of America Merill Lynch, Barclays, BNP Paribas, Citibank, HSBC, JPMorgan Chase, Royal Bank of Scotland (RBS), Standard Chartered und UBS .

Den Angaben zufolge gab es dabei keine Hinweise, dass bei Referenzkursen manipuliert wurde. Dennoch sollten die Institute wachsam sein, um den Hongkonger Devisenmarkt nicht zu beschädigen, erklärten die Aufseher.

Zudem geriet auch ein Händler der Standard Chartered Bank ins Visier der Ermittler. Den Angaben zufolge bestand der Verdacht, dass er zwischen März 2009 und November 2010 versuchte, das Benchmark-Fixing einer asiatischen Währung mit Hilfe eines Kollegen zu beeinflussen. Es habe dafür aber nicht genügend Beweise gegeben. Auch Standard Chartered versprach, mit den Behörden weiter zusammenzuarbeiten und die Kontrollen zu verbessern.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 10 – Postbank

Bilanzsumme 2013 der Deutsche-Bank-Tochter: 161,5 Milliarden Euro

Platz 9 – Helaba

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale: 178,1 Milliarden Euro.

Platz 8 – NordLB

Bilanzsumme 2013 der Norddeutschen Landesbank: 200,8 Milliarden Euro

Platz 7 – BayernLB

Bilanzsumme 2013 der Bayerischen Landesbank: 255,6 Milliarden Euro

Platz 6 – LBBW

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Baden-Württemberg: 273,5 Milliarden Euro

Platz 5 – Unicredit

Bilanzsumme 2013 der Unicredit (inkl. Hypo-Vereinsbank): 290 Milliarden Euro

Platz 4 – DZ Bank

Bilanzsumme 2013 der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank: 387 Milliarden Euro

Platz 3 – KfW

Bilanzsumme 2013 der KfW-Bankengruppe: 464,8 Milliarden Euro

Platz 2 – Commerzbank

Bilanzsumme 2013: 549,7 Milliarden Euro

Platz 1 – Deutsche Bank

Bilanzsumme 2013: 1611,4 Milliarden Euro

Quelle: Die Bank/Statista

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Devisenhändlern weltweit und hat bereits etliche Mitarbeiter suspendiert oder beurlaubt. Nach eigener Darstellung spielte das größte deutsche Geldhaus im internationalen Devisenskandal nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings laufen noch interne Untersuchungen und eine Prüfung der deutschen Finanzaufsicht BaFin.

Im November hatten Aufseher in mehreren Ländern im Rahmen eines Vergleiches Strafen von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar gegen die UBS, die RBS, die HSBC, JP Morgan Chase, Citi und die Bank of America verhängt. Die Deutsche Bank war von der Einigung nicht betroffen. Zittern muss sie aber trotzdem, weil sie in der Devisenaffäre ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS von Benjamin Lawsky gerückt ist.

Von

rtr

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