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08.02.2014

01:53 Uhr

Devisenmarktskandal

UBS hofft auf Kronzeugenregelung

Im Skandal um die Manipulation von Devisenkursen könnte die Schweizer Großbank UBS von einem Kronzeugenprogramm der USA profitieren. Das Geldhaus hat die Kooperation mit den Bankenaufsehern vorsorglich ausgeweitet.

UBS-Logo am Hauptsitz in Zürich: Das Geldhaus hat eine interne Untersuchung eingeleitet. ap

UBS-Logo am Hauptsitz in Zürich: Das Geldhaus hat eine interne Untersuchung eingeleitet.

LondonIn dem internationalen Skandal um die Manipulationen von Devisenkursen setzt die Schweizer Großbank UBS Insidern zufolge in den USA vorbeugend auf eine Kronzeugenregel. Dazu habe das Institut dem US-Justizministerium bereits im September Informationen im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Verfügung gestellt, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

So wolle die Bank die Voraussetzung schaffen, um notfalls ein Immunitätsprogramm des Ministeriums nutzen zu können, sollte sie eines Fehlverhaltens beschuldigt werden. Denn die US-Wettbewerbshüter gewähren dem Unternehmen Straffreiheit, dass als erstes mit den Ermittlern kooperiert und Informationen über ein illegales Kartell vorlegt.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Die UBS wollte sich nicht dazu äußern. Das Geldhaus bekräftigte lediglich, dass es eine interne Untersuchung eingeleitet habe und mit den Behörden kooperiere. Die US-Bankenaufseher weiteten offenbar erst kürzlich ihre Ermittlungen am Devisenmarkt aus, auf dem täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt werden.

Insgesamt haben sie Insidern zufolge mehr als ein Dutzend Institute im Visier, auch von der Deutschen Bank hätten sie Einsicht in Unterlagen verlangt. Weltweit gehen bereits mehrere Ermittler dem Verdacht nach, dass Händler von Banken die Referenzkurse von Währungen manipuliert haben. Auch die Aufseher in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz haben Untersuchungen eingeleitet.

Von

rtr

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