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12.06.2014

16:56 Uhr

Devisenskandal

Deutsche Bank könnte vier Milliarden Euro verlieren

Analysten haben mögliche Strafen im Devisenskandal der Banken geschätzt – und die Summe ist gewaltig. Rund 35 Milliarden Dollar könnten die Geldhäuser zahlen müssen. Die Deutsche Bank wäre betroffen, die Aktie fällt.

Die Deutsche Bank wird trotz des Kulturwandels von Skandalen erschüttert: Eine Analysten-Schätzung verdeutlicht, wie teuer es für das Geldhaus im Devisenskandal werden könnte. dpa

Die Deutsche Bank wird trotz des Kulturwandels von Skandalen erschüttert: Eine Analysten-Schätzung verdeutlicht, wie teuer es für das Geldhaus im Devisenskandal werden könnte.

LondonRund ein Dutzend in den Devisenskandal verwickelte Banken könnten laut einer Schätzung eines britischen Analysehauses rund 35 Milliarden Dollar für Strafen und Vergleichskosten berappen müssen. Auch wenn die Berechnungsmethode spekulativ sei, sei davon auszugehen, dass auf Banken Strafen zukommen, die das Doppelte dessen ausmachen, was sie in der Libor-Affäre zahlen müssten, hieß es in einer am Donnerstag verfügbaren Studie von Analysten der Firma Autonomous Research.

Den Schätzungen liege die Annahme zugrunde, dass wiederholte Verstöße gegen Vorschriften auch höhere Strafen nach sich ziehen.

Ganz oben auf der Autonomous-Liste steht die Schweizer Großbank UBS, für die die Analysten eine Strafe von acht Milliarden Dollar veranschlagen. Deutsche Bank und Citigroup, obwohl beide mit je rund 15 Prozent größere Marktanteile im Devisenmarkt haben, kämen mit jeweils gut vier Milliarden Dollar davon.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

UBS wollte die Studie nicht kommentieren. Laut ihrem Geschäftsbericht hat die Bank rund 1,8 Milliarden Franken (knapp zwei Milliarden Dollar) für Rechtsfälle und regulatorische Verfahren zurückgelegt. Auch die Deutsche Bank wollte sich nicht äußern. An der Börse verlor die UBS-Aktie 1,9 Prozent, während Deutsche-Bank-Papiere um 0,4 Prozent sanken. Der europäische Bankenindex war unverändert.

Im Steuerstreit mit den USA zahlte UBS 2009 eine Strafe von 780 Millionen Dollar. Die Verwicklung in Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor brachte der Bank Ende 2012 eine Strafe von 1,5 Milliarden Dollar ein. Einer Strafe der EU von 2,5 Milliarden Euro im Libor-Skandal entging die Bank nur, weil sie sich als Kronzeuge zu Verfügung stellte. Die Deutsche Bank wurde wegen ihre Verwicklung in die Libor-Affäre von der EU-Kommission mit einer Geldbuße von 725 Millionen Euro belegt.

Am Devisenmarkt werden täglich etwa 5,3 Billionen Dollar umgesetzt. Einzelne Banker stehen im Verdacht, bei der Festlegung von Referenzkursen getrickst zu haben. Ins Rollen gebracht hatten die Untersuchungen vor etwa einem Jahr die Aufsichtsbehörden in Europa, allen voran in Großbritannien. Weltweit haben Finanzinstitute inzwischen etwa 40 Händler beurlaubt oder entlassen. Konkret beschuldigt wurden bisher weder Banken noch Bankenmitarbeiter.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

12.06.2014, 18:49 Uhr

Nicht Deutsche Bank sondern Scheich Hamad Bank

Account gelöscht!

12.06.2014, 18:51 Uhr

Joah dann würde es vielleicht helfen noch ein paar Mio.
neue Aktien auszugeben.

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