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31.10.2014

11:20 Uhr

Devisenskandal

RBS stellt sich auf Strafen ein

Die britische Großbank hat 400 Millionen Pfund zurückgelegt – für den Fall einer Bestrafung im Devisenskandal. Auch andere Banken mussten Geld zurücklegen. Die RBS konnte zudem wieder einen Gewinn einfahren.

Logo der britischen Bank RBS: Die Großbank bereitet sich auf mögliche Strafzahlungen vor. AFP

Logo der britischen Bank RBS: Die Großbank bereitet sich auf mögliche Strafzahlungen vor.

LondonAuch die britische Großbank RBS stellt sich auf eine Strafe im Devisenskandal ein. Wie die Royal Bank of Scotland (RBS) am Freitag mitteilte, wurden dafür 400 Millionen Pfund (508 Millionen Euro) zurückgelegt. Wegen der mutmaßlichen Manipulation des Devisenmarktes haben bereits die Rivalen Barclays, JP Morgan, UBS und Citigroup Vorsorge treffen müssen. Weitere 100 Millionen Pfund seien bei RBS für Kundenentschädigungen zurückgestellt worden. Viele britische Banken hatten ihren Kunden Versicherungen aufgedrängt, die sie gar nicht brauchten.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.

Im dritten Quartal schrieb die RBS trotz der neuerlichen Sonderlasten einen Vorsteuergewinn von 1,27 Milliarden Pfund, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch einen Verlust von 634 Millionen gegeben hatte. Die Banken auf der Insel spüren momentan die kräftige Erholung der britischen Wirtschaft, weil weniger Kredite platzen. Außerdem haben sie in den vergangenen Jahren die Kosten deutlich gesenkt.

Die RBS wurde in der Finanzkrise 2008 mit Steuergeldern aufgefangen. Seitdem hat der Staat das Sagen. Der Regierung gehören noch 80 Prozent der RBS-Anteile.

Von

rtr

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