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08.06.2012

15:56 Uhr

Dexia

Pleite-Bank bittet um noch mehr Geld

Die französisch-belgische Bank Dexia benötigt Garantien in Höhe von 90 Milliarden Euro. Ihre türkische Sparte Denizbank hat Dexia bereits nach Russland verkaufen müssen, um Kapitalanforderungen zu erfüllen.

Ganz schön angeschlagen: die französisch-belgische Bank Dexia. dapd

Ganz schön angeschlagen: die französisch-belgische Bank Dexia.

Istanbul/FrankfurtDie angeschlagene französisch-belgische Bank Dexia benötigt nach Einschätzung ihres Chefs Garantien in Höhe von 90 Milliarden Euro. Dexia wolle die EU-Kommission darum bitten, dieses Volumen zu bewilligen, sagte Konzernchef Pierre Mariani am Freitag in Istanbul.

Am Donnerstag hatten Frankreich und Belgien angekündigt, das Geldhaus mit weiteren Garantien zu stützen. Die Obergrenze wurde auf 55 von 45 Milliarden Euro erhöht. Um die Kapitalanforderungen zu erfüllen, sei Dexia außerdem gezwungen gewesen, die türkische Sparte Denizbank an die russische Sberbank zu verkaufen. Der Preis liege bei 6,47 Milliarden türkische Lira (2,82 Mrd Euro), wie die beiden Banken mitteilten. Der Preis könne wegen Änderungen der Bewertung noch auf 7,09 Milliarden türkische Lira steigen. Der Deal enthält die österreichischen und russischen Aktivitäten der Denizbank. Die Transaktion soll im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden.

Sberbank ist die erste russische Bank, die in der Türkei zukauft. Sie gesellt sich zu Finanzgrößen wie HSBC, Unicredit und Citigroup, die ebenfalls in dem Land engagiert sind. Die türkische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent gewachsen. Die Sberbank sucht nach Wachstumsmöglichkeiten außerhalb der ehemaligen Sowjetunion und hat bereits das Osteuropa-Geschäft der Österreichischen Volksbanken erworben. Diese Transaktion ist die größte in der Türkei, seit die spanische BBVA im März 2011 ein knappes Viertel an Turkiye Garanti Bankasi für 5,8 Milliarden US-Dollar erworben hatte.


Dexia war im Zuge der Finanzkrise ins Trudeln geraten und wurde staatlich aufgefangen. Erst jüngst hatte die EU-Kommission eine Aufstockung der staatlichen Garantien aus Frankreich, Belgien und Luxemburg gebilligt. In einem weiteren Versuch, sich Geld zu beschaffen und das eigene Kreditrating zu verbessern, hatte Dexia die Denizbank zum Verkauf gestellt.



Kommentare (2)

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grauzone

09.06.2012, 02:05 Uhr

"Dexia wolle die EU-Kommission darum bitten, dieses Volumen zu bewilligen"

Was hat die EU-Kommission eigentlich direkt mit der Dexia Finanzierung zu tun? Müssten da nicht Frankreich und Belgien beim EFSF anfragen?

Fred

10.06.2012, 09:01 Uhr

Nicht durcheinanderbringen:
So lange Frankreich und Belgien die Hilfen für ihre
Pleitebank selbst stemmen können, brauchen sie kein Geld vom EFSF. Sondern nur eine Genehmigung der EU, dass der Staat helfen darf. Wie Deutschland etwa bei seinen Hilfen Landesbanken, HRE und Coba in den letzten Jahren.

Im Unterschied dazu: Die Spanier (Staat) bringen die Hilfe für ihre Pleitebanken nicht mehr selber auf, oder nur zu horrenden Zinsen, deshalb müssen sie jetzt den EFSF anbetteln. Für den die anderen Euroländer garantieren. Solange sie es noch können, irgendwann - siehe Moodys Ankündigung zur Abstufung Deutschland , Franreich , wird damit auch Schluss sein.
Das Kartenhaus bröselt ...

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