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27.01.2005

09:24 Uhr

Die Branche bemüht sich um mehr Transparenz bei Ratings und Rankings

Investmentverband entwickelt Werbestandards

Da Ratings beim Verkauf von Investmentfonds an Bedeutung gewinnen und immer mehr Verfahren dazu am Markt kursieren, will der deutsche Investmentfondsverband BVI mehr Übersicht schaffen. Dafür hat der Verband Angaben von 13 Anbietern über ihre Bewertungsmethoden und Eigentumsverhältnisse in einem so genannten Transparenztableau veröffentlicht.

rez FRANKFURT/M.Zudem haben sich die Anbieter selbst als „Ranking“ oder „Rating“-Haus eingruppiert. Bei einem Rating verlangt der BVI, dass Fondsbewertungen über historische Rendite-Risiko-Betrachtungen hinaus Prognosecharakter aufweisen (Handelsblatt, 17.12. 2004).

Nun will der BVI bis Ostern mit den Fondsgesellschaften abstimmen, wie sie künftig Ratings oder Rankings für ihre Werbung einsetzen sollten. „Zunächst veröffentlichen wir eine Fachempfehlung“, sagte Rudolf Siebel, Geschäftsführer des BVI auf einer Veranstaltung. Später sollten sich die meist deutschen BVI-Mitgliedsfirmen zu diesen Standards für Fondswerbung verpflichten. Ziel sei es, das heute oft gesehene „Cherry Picking“ zu verhindern, bei dem Fondsgesellschaften jeweils mit der besten Bewertungsnote verschiedenster Anbieter werben. Vielmehr sollten sie kontinuierlich die Bewertungen derselben Anbieter veröffentlichen, außerdem Zeiträume nennen und angeben, wie viele Fonds in einer Gruppe verglichen wurden. Es fehle allerdings noch an einer einheitlicheren Eingruppierung der Fonds, sagte Gerhard Koch, Produktmanager bei der Fondsgesellschaft DWS.

In Vertriebsabteilungen von Kreditinstituten und unabhängigen Vertrieben wird die BVI-Initiative begrüßt. „Diese zusätzliche Hilfe des BVI ist interessant, zumal Ratings eine gewichtige Beimischung der Beratung sind“, sagt Jörg Röckinghausen, Produktmanager beim Finanzvertrieb MLP. „Solche geprüften Ratings sehen die Kundenberater positiv“, ergänzt Harald Norbisrath, Leiter Vertrieb Private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse.

Strittig bleibt der Begriff „Prognosequalität“ bei der Definition von „Rating“. Der BVI will von den neun Anbietern, die sich als Ratinghäuser bezeichnen, regelmäßig Nachweise verlangen, dass ihre Bewertungen über stabil bleiben. Obwohl bislang alle 13 Gesellschaften die Mindeststandards des BVI für Ranking oder Rating erfüllt hätten, könnte es bei der Prognosequalität bei manchem Klärungsbedarf geben, sagte Hildegard Krahwinkel, Mitglied im entsprechenden BVI-Arbeitskreis. Einige Anbieter wie Morningstar bieten historische Rendite-Risiko-Analyse an, lehnen aber den Begriff „Ranking“ für sich ab.

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