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04.09.2012

09:07 Uhr

Die wichtigsten Statements

Live Ticker „Banken im Umbruch“

Das Handelsblatt hat eingeladen und viele der Top-Banker sind gekommen: Auf Deutschlands wichtiger Bankenveranstaltung ist heute unter anderem Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen zu Gast. Unsere Reporterin Julia Rotenberger berichtet live von der Top-Veranstaltung.

Liveticker

Der Handelsblatt-Liveticker zu den aktuellen Ereignissen.

Die Handelsblatt-Jahrestagung "Banken im Umbruch" läuft. Unter anderem sprechen heute Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen, DSGV-Präsident Fahrenschon, BDI-Präsident Keitel, EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen und der frühere Bundesfinanzminister Steinbrück. Hier der Live-Ticker:

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Herzlich Willkommen von der Handelsblatt-Jahrestagung "Banken im Umbruch". Mein Name ist Julia Rotenberger und ich werde Sie in den kommenden Stunden auf dem Laufenden halten.

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9:10 Uhr Die Halle füllt sich allmählich.

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9:30 Gabor Steingart, Chefredakteur des Handelsblatt, eröffnet die Jahrestagung. Eine "Bankenwende" sei zwingend, gibt Steingart den Teilnehmern mit auf den Weg.

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9:50 Jürgen Fitschen, gemeinsam mit Anshu Jain Chef der Deutschen Bank, betritt das Podium.

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10:00 Jürgen Fitsche hält den Trend zur Renationaliserung von Banken für eine gefährliche Idee. "Die Konzentration auf nationale Märkte ist alles andere als Risikodiversifikation". Der Co-Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Bank rechnet auch in kommenden Jahren mit hoher Volatilität.

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10:10 Fitschen zur Finanzkrise: Das Vertrauen in Banken sei verloren gegangen - in einigen Bereichen der Branche habe man dem Vorschub geleistet. Die Finanzbranche habe ihre Lehren gezogen: Die Eigenkapitalquote habe sich innerhalb der letzten vier Jahre von 4 auf 13 Prozent bewegt. "Ich kenne keinen, der sich gegen diesen Trend stellt". Das jedoch führe zu höheren Refinanzierungskosten, die Banken zum Teil erfolgreich an deren Kunden weitergeben. Auf der Einlagenseite werden Banken noch aggressiver auftreten müssen.

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10:25 Der Deutsche-Bank-Co-Chef hält die Bankenunion für sinnvoll, wenn Europa als einheitlicher Marktplatz wahrgenommen werden soll.

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10:30 Fitschen spricht sich für Kreativität im Bankensektor aus: "Es muss ein Klima geben, indem wir unsere Kunden auch mit neuen Finanzprodukten beglücken können. Sonst wäre Banking eine stinklangweilige Industrie."

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10:40 Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes spricht: "Die Europäische Union war von Anfang an ein unfertiges Konstrukt".

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10:45 Fahrenschon spricht sich für einen Altschulden-Deckungsfonds aus. "Das könnte auch kurzfristig das Vertrauen in die Märkte stärken." Er stellt sich gegen eine Intervention der Europäischen Zentralbank. Der Präsident der Bundesbank habe Recht, wenn er sagt, dass die Finanzierung durch die EZB gefährlich für die Staatshaushalte sei.

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10:47 DSGV-Präsident Fahrenschon: "Ich glaube, dass das schöne Wort "Bankenunion" verklärt, was sich dahinter verbirgt". Es müsse ausgeschlossen sein, dass solide Institute das Risiko tragen und risikofreudige den Nutzen ziehen.

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10:52 Fahrenschon zur Europäischen Bankenaufsicht: Die Aufgabe sei bei der EZB richtig angesiedelt. "Wichtig ist, dass die Unabhängigkeit der EZB gewahrt bleibt". Er plädiert für eine gesonderte Anstalt innerhalb der EZB zur Bankenaufsicht. Für die Beschäftigung mit Sparkassen sei die EZB aber zu weit weg. "Manchmal kommt es mir so vor, dass man die EZB so stark mit Routineaufgaben zuschüttet, dass ihr die Zeit für die scharfe, wichtige Aufsicht von den wirklich gefährlichen Instituten fehlt."

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10:56 Fahrenschon: Überlegung zur Schaffung eines einheitlichen Einlagesicherungssystems in Europa ist inakzeptabel. Eine einheitliche, europäische Einlagensicherung würde die Sicherheit der deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken beeinträchtigen. Er plädiert dafür, dass die bereits ausgearbeitete Einlagensicherungsrichtlinie verabschiedet wird. Sie verpflichtet die Einzelstaaten, separate Einlagesicherungssysteme zu entwickeln.

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11:00 Fahrenschon über Margendruck: Ausländische Institute finden an ihren Heimatmärkten kein Vertrauen - machen deutschen Banken Druck mit Konditionen "außerhalb des Marktes".

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11:04 Fahrenschon zu Landesbanken: Haben in den vergangenen Jahren ihre Eigenkapitalquote auf 13,8 Prozent steigern können. "Keiner, der hier im Saal sitzt, hätte den Landesbanken das zugetraut".

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11:11 BDI-Präsident Hans-Peter Keitel macht Witze: "Sagen Sie einfach Flughafen". Sieht Analogien zum Bankensektor. Politik hält sich raus, Medien interessieren sich eher für den Konflikt als um differenziert Ursachenanalyse.

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11:16 Keitel: "Wir brauchen die Mentalität des Handschlags". Es sei ein Fehler zu glauben, Vertrauen könne durch Stapel von Papier hergestellt werden.

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11:22 Keitel plädiert für mehr Deutlichkeit bei Bankbilanzen. "Das Vertrauen müssten die Banken deutlicher vorleben."

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11:35 Fahrenschon, Fitschen und Keitel diskutieren über mögliche Regulierungsmaßnahmen für den Bankensektor.

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11:43 Konzentration der Aufsicht: Georg Fahrenschon ist gegen den Zentralismus. "Wir müssen uns darauf konzentrieren, die Arbeit ordnungspolitisch möglichst klug zu organisieren". Jürgen Fitschen: "Wir müssen alles dafür tun, um zu konvergieren. Wir kommen nicht drumherum diese Konvergenz zu untermauern, indem wir bestimmte Dinge einheitlich einführen."

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12:30 Es geht weiter mit einer Diskussion zur Schuldenkrise. Drei Chefvolkswirte sind auf dem Podium: Ulrich Kater von der Deutschen Girozentrale der Deka-Bank, Holger Schmieding von der Berenberg Bank und Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus und Burkhardt-AG.

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12:51 Bankenunion - Schlüssel zur Stabilisierung der Eurozone? Schilbe: Ich sehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu einer Bankenunion keine Alternative Schmieding: "Wir brauchen eine Art europäische BaFin"

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12:55 Chefvolkswirte sind sich einig, dass Griechenland vorerst im Euro bleibt. Stefan Schilbe: "Das ist aber eine rein politische Entscheidung." Holger Schmieding von der Berenberg Bank findet "Wir müssen dem Land mehr Ruhe gönnen." Natürlich müsse Griechenland seine Sparreformen weiter fortführen.

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13:00 Deka-Bank-Volkswirt Ulrich Kater zweifelt am Sinn der Währungsunion. "Die peripheren Standorte verlieren. Über kurz oder lang - wenn der Euro bestehen bleit - wird es zu Transferdiskussionen kommen."

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13:10 Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock interviewt Dietrich Voigtländer, Vorstandsvorsitzender von Portigon Financial Services (ehemalige WestLB)

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13:17 Von der Landesbank zum Startup - Voigtländer bekommt 90 Sekunden Zeit die Geschichte der Portigon zu schildern. Geschichte könne in die Zukunft weisen, so der Vorstandsvorsitzender. Für die WestLB sei sie endgültig zu Ende. "Wir schlagen ein neues Kapitel auf". Portigon Financial Services soll ein Finanzdienstleister für Banken werden. Auch Bad Banks zählen zu den Kunden.

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13:27 Es geht um die Finanzierung. 2016 soll die Portigon schwarze Zahlen schreiben. Bislang wird das Finanzinstitut durch Landes- und EU-Gelder gestützt. Voigtländer gibt sich optimistisch. Sein Vertrag bei der Portigon läuft noch bis Juni 2013 - allerdings geht er davon aus, auch bei der nächsten "Banken im Umbruch"-Tagung als Vorstandsvorsitzender dabei zu sein.

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13:31 Wir verabschieden uns in die Mittagspause. Um 15 Uhr geht es weiter mit EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen.

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15:04 Es geht weiter im Programm. Jörg Asmussen betritt die Bühne. Themen: Finanzmarkregulierung, Finanzmarktunion, Rolle der EZB.

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15:07 Asmussen: "Wir brauchen einen neuen Drive zur Finanzmarktregulierung". Ist der Meinung, dass eine scharfe Finanzmarktregulierung gebraucht wird. Der Ansatz "Single-Rule-Book" leide an einer uneinheitlichen Umsetzung.

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15:10 Brauchen wir einfachere Regulierungsgesetze für den Finanzmarkt? Jörg Asmussen hält einfachere Regelungen für die Finanzbranche für möglich.

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15:17 Asmussen plädiert für Finanzunion: "Wenn wir die Finanzmarktstabilität Europa gewährleisten wollen, brauchen wir eine Finanzunion". Hält eine zentrale europäische Abwicklungsbehörde für marode Banken für notwendig. 

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15:20 Zur Rolle der Europäischen Zentralbank als Aufsichtsbehörde: Geldpolitik soll von der Bankenaufsicht unangetastet bleiben. Asmussen spricht von chinesischen Mauern - die EZB soll unabhängig bleiben. Zugleich soll die Zentralbank über mehr Informationen über Banken und ausreichende Eingriffsrechte verfügen. Das sei die Mindestausstattung, so Asmussen.

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15:25 Arbeitsteilung zwischen EZB und nationalen Aufsichtsbehörden: "Wir wollen die Expertise vor Ort nutzen", so Asmussen. Eine Möglichkeit könnten gemischte Aufsichtsteams sein, welche aus nationalen und international Akteuren bestehen und geschlossen als Ansprechpartner für Banken auftreten. Aufsicht soll zunächst auf große, systemrelevante Institute begrenzt werden.

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15:27 Asmussen: "Europa muss sich jetzt entscheiden." Entweder vollendete Integration oder ein dezentralisiertes Europa. Er halte Bevölkerungsabstimmung für oder wider Europa für möglich.

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15:35 Martin Reitz Vorsitzender der Geschäftsführung Rothschild Deutschland betritt die Bühne. "Es gibt keinen Grund für Europa pessimistisch zu sein." Im Vordergrund stünde jedoch derzeit Krisenmanagement.

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15:40 Reitz: "Eine starke und leistungsfähige, insbesondere aber eine profitable und kapitalbildende Finanzindustrie ist entscheidend für Wachstum und Strukturwandel."

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15:45 Martin Reitz befürwortet eine einheitliche Regulierung der Finanzindustrie: "Wir brauchen Rechtssicherheit nicht auf nationaler, sondern auf einer supranationaler Ebene. Der Fokus sollte aber nicht auf gemeinschaftlichem Schutz schwacher Banken liegen."

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15:50 Kann die EU als Staatenbund weiter bestehen? Reitz: "Ohne eine entschlossene institutionelle Weiterentwicklung in Europa werden wir weiterhin kein Vertrauen aufbauen können" 

Das Maastricht-System sei nicht die Lösung, sondern die Ursache der Krise. Grund: Festwährungssystem erzeuge ohne Ausgleichsmechanismen Divergenz. "Das sehen wir an den Leistungsbilanzen." 

Die Leistungsunterschiede könnten selbst durch nationalstaatliche Strukturreformen nicht ausgeglichen werden. Ausgleichsmechanismen müssen her - allerdings sei Vergemeinschaftung der Schulden nicht die Lösung.

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15:58 BVR-Präsident Uwe Fröhlich beginnt seine Rede.

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16:03 Fröhlich: "Wir fühlen uns immer noch als heimliche Profiteure der Finanzkrise." Augenkontakt und Kultur des Handschlags, wie sie der BDI-Präsident Hans-Peter-Keitel forderte, sei bei Volksbanken gegeben.

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16:06 BVR-Präsident Fröhlich spricht sich für eine Bankenunion aus, die sich auf die 25 größten Finanzinstitute beschränkt: "Es macht keinen Sinn, die kleinen Sparkassen von der EZB überwachen zu lassen."

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16:09 Fröhlich befürchtet Nachteile für Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Falle einer europäischen Einlagensicherung: "Es kann nicht sein, dass Sparer aus Deutschland für Einlagen anderer Länder haften."

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16:18 Fröhlich spricht sich gegen die von Asmussen befürwortete Gleichmachung der Zinssätze im Euroraum aus. Dass ein spanischer Kreditnehmer in Krisenzeiten mehr zahlen müsste, sei legitim.

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16:26 Asmussen kontert: Wechselkursrisiken dürfen sich nicht in den Zinssätzen wiederspiegeln.

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16:30 Die Diskussion hat länger gedauert, als erwartet. In einer Viertelstunde geht es weiter, dann spricht Peer Steinbrück zur Lage des Finanzsektors.

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16:57 Peer Steinbrück betritt die Bühne. Publikum erwartet Klartext.

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17:00 Steinbrück zur Bankenkrise: "Jede Übervorteilung führt zu einer Antithese." Die Krise durch zu große Staatsverschuldung zu erklären, sei zu einfach. 

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17:02 Steinbrück kritisiert zu starke Fixierung auf die Eigenwahrnehmung der Finanzbranche. "Bankenvertreter werden sich verstärkt mit der Fremdwahrnehmung ihrer Branche beschäftigen müssen"

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17:04 Steinbrück mahnt zum "Maß und Mitte" bei der Vergütung von Finanzmarktakteuren, damit aus einer Finanzmarktkrise und Schuldenkrise keine globale Legitimationskrise wird. Banken müssten ein Eigeninteresse an Regulierung haben. Haftung und Risiko müssten zusammengeführt werden: "Es kann nicht so weitergehen wie bisher."

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17:10 Steinbrück warnt vor Handel mit Derivaten und Leerverkäufen. Das Argument, die Produkte versorgten den Kapitalmarkt für Liquidität ließe er nicht gelten.

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17:11 Rolle der EZB: Die Europäische Zentralbank sei die einzige Institution, die zentrale Bankenregulierung kurzfristig übernehmen könnte  "Wenn wir eine Bankenaufsicht wollen, macht es keinen Sinn, einen neuen Club zu gründen." Die Zentralbehörde betreibe seit Mai 2010 Staatsfinanzierung. "Zur Freude der Bundesregierung", so Steinbrück.

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17:20 Steinbrück äußert sich kritisch zum Anleihenkauf der EZB. Die Zentralbank gerate auf "die schiefe Bahn des Staatsfinanzierers". Zur Situation in Europa: "Wir wägen nun ab zwischen mehr- oder minderschlechten Lösungen."

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17:26 Peer Steinbrück hat zu Ende gesprochen. Die Diskussion beginnt. Es reden mit: Andreas Schmitz, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Royal Bank of Scotland-CEO Ingrid Hengster und ING-DiBa-CEO Roland Boekhout.

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17:34 Thema Trennbankensystem: Peer Steinbrück befürwortet es. Ingrid Hengster: "Für den kleinen Kunden sehen wir darin keinen Vorteil" Zudem seien in der Finanzkrise 2008 auch Banken gescheitert, die nicht nur Universalbanken waren. Steinbrück sagt, er akzeptiere die Argumente, ganz überzeugen tun sie ihn nicht. Er plädiere nach wie vor für die Suche nach pragmatischen Lösungen.

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17:43 Rendite und Boni: Andreas Schmitz: "Die Renditen der Banken werden in Zukunft geringer ausfallen." Entsprechend würden sich die Kompensationsströme anpassen. Ingrid Hengster sagt, dass auch die Bank of Scotland ihre Kompensationsströme umgestellt habe. Peer Steinbrück: "Höhe der Boni soll vom Ertrag des Institus abhängig sein"

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17:50 Es geht wieder um die EZB. ING-DiBa-CEO Roland Boekhout findet die aktive Politik der Europäischen Zentralbank gut.

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18:00 Steinbrück hält Schuldentilgungsfond für möglich. "Ich sperre mich dagegen, Denkverbote zu errichten."

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18:02 Diskutanten erwarten einen Plan zum Ankauf von Staatsanleihen von EZB-Chef Mario Draghi. "Es muss aber deutlich werden, dass das Ultima Ratio ist", so BdB-Präsident Andreas Schmitz.

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18:05 Diskussionsende. Morgen geht die Jahrestagung "Banken im Umbruch" weiter. Themen sind unter anderem das Geschäft mit Firmenkunden und nachhaltiges Investment-Banking.

Kommentare (1)

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05.09.2012, 00:57 Uhr


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