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03.09.2015

17:38 Uhr

Digital Banking Awards

Erfindungen, die die Branche aufrütteln

VonOliver Stock

Die ING-Diba und das Start-up-Unternehmen Barzahlen.de sind die Gewinner der ersten beiden Digital Banking Awards, die das Handelsblatt gemeinsam mit der Beratungsfirma Consileon vergeben hat. Die Mischung zeigt, wie sich die Branche derzeit auf zwei Entwicklungswege stützt.

Ausgezeichnete Leistung: Siegerbild bei der Handelsblatt Bankentagung.

Digital Banking Award 2015

Ausgezeichnete Leistung: Siegerbild bei der Handelsblatt Bankentagung.

FrankfurtAuf der einen Seite steht mit der ING-Diba eine Bank, die ihre jetzt ausgezeichnete Entwicklung von innen heraus vorangebracht hat. Auf der anderen Seite steht mit Barzahlen.de ein Branchenneuling, der neue Finanzdienstleistungen anbietet, auf die bislang keine Bank gekommen ist.

Die internationale Jury zeichnete die Bank mit dem Digital Banking Award im Bereich „Retail“ für ihre Idee einer „digitalen Kundenkommunikation in Echtzeit“ aus. Dabei erhält der Kunde persönliche Service-Hinweise und Produktangebote, die genau zu seinen Bedürfnissen passen sollen. Sie werden in Echtzeit geliefert, das heißt: Erst in dem Augenblick, wenn ein Kunde sie braucht, werden sie zusammengestellt. „Die ING-Diba überwindet damit zum ersten Mal die bislang existierenden Grenzen des Onlinekanals“, meinte die Jury. Weitere nominierte Unternehmen in dieser Kategorie waren die Deutsche Bank mit ihrer Finanzen-App, die auf der neuesten Apple-Watch läuft, sowie die Fidor Bank mit dem „Smart Girokonto“ und die Volksbank Bühl, die eine Crowdfunding-Plattform zur Projektfinanzierung betreibt.

Den zweiten Award, diesmal für den Bereich der sogenannten Fintechs, vergab das Publikum der Banken-Tagung: Mit einer eindeutigen Mehrheit von 76 Prozent der Zuschauerstimmen gewann die Cash Payment Solutions GmbH mit ihrer Gründung Barzahlen.de den Award. Dahinter steckt eine neue Zahlungsart: Kunden können bei mehr als 7.500 Onlineshops, Gaming- und Reiseanbietern einkaufen und im Einzelhandel bar bezahlen. Sie können auch ‧Rechnungen von Energieversorgern, Versicherungen und Telekommunikations‧unternehmen bar begleichen. Der Kunde erhält dazu einen Barcode per E-Mail, SMS oder Post. Mit ihm kann er an der Kasse eines Geschäfts bezahlen. Auch das Geldabheben an der Supermarktkasse ist möglich. Derzeit ist Barzahlen.de deutschlandweit in mehr als 6.000 Drogerien und Supermärkten vertreten. Rewe stößt demnächst dazu.

Zu den Gesellschaftern gehören der Investor Carsten Maschmeyer, die Berlin Technologie Holding und seit diesem Jahr auch die Rewe-Gruppe. Jury-Mitglied Christoph Samwer, Gründer des Kreditmarktplatzes Lendico, sieht in dem Start-up ein „Infrastrukturunternehmen für Bargeldzahlungen, das die Bankenwelt begeistert“ – eine Bewertung, die die Zuschauer, die fast alle aus der Bankenbranche kamen, offenbar teilten.

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