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20.06.2016

17:02 Uhr

Digital Banking

Schweizer Postbank setzt auf deutsches Fintech

Die Schweizer Postfinance beteiligt sich an einem deutschen Fintech. Mit dem neuen Geld will Moneymeets sein Angebot ausbauen und Mitarbeiter einstellen. Konkurrenten bangen um die Zukunft.

Deutsche Finanztechnologie ist auch in der Schweiz gefragt. dpa

Fintech-Zentrum der Deutschen Börse

Deutsche Finanztechnologie ist auch in der Schweiz gefragt.

Wenn die alte Bankenwelt auf die neue trifft, dann gibt es schon mal Streit - oder es kommt zu Kooperationen. Ein Beispiel dafür ist das Kölner Fintech Moneymeets, bei dem die Schweizer Postfinance eingestiegen ist. An diesem Montag soll die Zusammenarbeit verkündet werden. Über die Höhe der Beteiligung vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Mit der Online-Plattform Moneymeets können sich Privatkunden einen Überblick über ihre Konten, Fonds und Versicherungspolicen verschaffen. Postfinance konzentriert sich auf das Schweizer Privatkundengeschäft, startete vor mehr als hundert Jahren als "Postcheck- und Girodienst" der Schweizerischen Post und hat heute drei Millionen Kunden. "Durch die Beteiligung an Moneymeets findet ein Wissenstransfer statt", sagt Hansruedi Köng, Chef von Postfin. Ziel sei es, das Know-how im Digital Banking auszubauen. An Moneymeets ist die Verlagsgruppe Handelsblatt beteiligt.

Moneymeets-Gründer Dieter Fromm betont, dass die Schweizer nicht ins Tagesgeschäft eingreifen werden. "Wir gehen jetzt in die Wachstumsphase", erklärt der ehemalige Direktor der Kreissparkasse Köln und plant eine Verdreifachung des Personals auf 45 Mitarbeiter. Moneymeets legt Nutzern die Abschluss- und Bestandsprovisionen bei Fonds und Versicherungen offen - und beteiligt sie mit 50 Prozent. In Zukunft möchte das Fintech auch ausländische Zinskonten und Online-Vermögensverwaltung anbieten. Mit der Hochschule WHU läuft ein Forschungsprojekt zur digitalen Finanzberatung.

Nicht alle Fintechs können aus dem Vollen schöpfen. Im vergangenen Jahr lagen die Investitionen nach Angaben der Frankfurter Unternehmensberatung Investors Marketing bei 276 Millionen Euro. "Von den heute mehr als 300 Fintechs in Deutschland werden in fünf Jahren drei Viertel nicht mehr existieren", sagt Vorstandschef Oliver Mihm. Maximal fünf Prozent der Unternehmen sollen nach seiner Analyse dann "wirklich erfolgreich sein".

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die Zusammenarbeit mit etablierten Finanzinstituten. In diesem Jahr wurden bereits einige Bankbeteiligungen bekannt. "Der Marktanteil von Fintechs liegt immer noch nahe null Prozent,aber durch die Kooperation mit Banken profitieren beide Seiten", sagt der Düsseldorfer Unternehmensberater Peter Barkow.

Gemäß seiner Fintech Money Map hat sich in diesem Jahr bereits Hauck & Aufhäuser an der Geldanlageplattform Easyfolio und dem Social-Trading-Portal Swipestox beteiligt. Die DZ Bank beteiligte sich an der Forderungsauktionsplattform Trustbills, und die Commerzbank-Tochter Mainincubator setzte auf die Rechnungsplattform Bilendo und den Kreditmarktplatz Mainfunders.

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