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27.01.2016

13:46 Uhr

Direktbanken

Comdirect streicht zehn Prozent mehr Gewinn ein

Nie waren Privatkunden der Comdirect so handelsfreudig wie zuletzt. Das schlägt sich positiv in der Bilanz der Direktbank nieder. Im neuen Jahr setzt sich der Trend fort – das liegt nicht zuletzt an den Marktturbulenzen.

Das dritte Quartal war kein gutes für die CoBa-Tochter. PR

Comdirect

Das dritte Quartal war kein gutes für die CoBa-Tochter.

Frankfurt am MainDer Online-Broker Comdirect bleibt für die Commerzbank ein zuverlässiger Gewinnbringer. 2015 stand ein Vorsteuererlös von 90,6 Millionen Euro zu Buche – zehn Prozent mehr als im Vorjahr und mehr als erwartet, wie Comdirect am Mittwoch mitteilte. Auch das neue Jahr ist gut angelaufen. Die Marktturbulenzen im Januar schreckten die Kunden nicht von Orders ab, im Gegenteil: „Immer dann, wenn Volatilität in den Märkten ist, sind unsere Trader aktiv“, sagte Vorstandschef Arno Walter. Das spült ordentlich Provisionen in die Kasse. Eine konkrete Ergebnisprognose will er aber erst zur Jahresmitte wagen.

Die Commerzbank will Comdirect als eigene Marke erhalten, obwohl sie zuletzt auch ihr klassisches Privatkundengeschäft mit einem modernen Online-Auftritt auf Vordermann gebracht hat. Walter ist bei der im Kleinwerteindex SDax gelisteten Comdirect seit knapp einem Jahr am Ruder. Er kann neue Rekordstände vermelden. Die Gesamterträge kletterten um fünf Prozent auf 370,6 Millionen Euro. Hauptgrund: Allein die über zwei Millionen Privatkunden wickelten 14,5 Millionen Transaktionen ab, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Depots stieg ebenfalls.

Top- und Flop-5 der Anlageberatung (Stiftung Warentest, 01/2016)

Top 1

Frankfurter Volksbank
Lösen des Anlageproblems: 2,5
Ermitteln des Kundenstatus: 1,3
Produkt- und Kosteninformation: 2,0
Gesprächsablauf: 1,6
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 0
Gesamtnote: gut (2,2)

Top 2

Sparda-Bank Berlin
Lösen des Anlageproblems: 2,5
Ermitteln des Kundenstatus: 1,4
Produkt- und Kosteninformation: 2,5
Gesprächsablauf: 2,2
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 0
Gesamtnote: gut (2,3)

Top 3

Nassauische Sparkasse
Lösen des Anlageproblems: 2,2
Ermitteln des Kundenstatus: 2,5
Produkt- und Kosteninformation: 3,8
Gesprächsablauf: 1,7
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 0
Gesamtnote: gut (2,5)

Top 4

Berliner Sparkasse
Lösen des Anlageproblems: 2,8
Ermitteln des Kundenstatus: 1,6
Produkt- und Kosteninformation: 2,7
Gesprächsablauf: 2,1
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 0
Gesamtnote: befriedigend (2,6)

Top 5

Commerzbank
Lösen des Anlageproblems: 2,8
Ermitteln des Kundenstatus: 1,3
Produkt- und Kosteninformation: 2,8
Gesprächsablauf: 2,1
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 0
Gesamtnote: befriedigend (2,6)

Flop 1

Deutsche Postbank
Lösen des Anlageproblems: 4,5
Ermitteln des Kundenstatus: 1,9
Produkt- und Kosteninformation: 3,0
Gesprächsablauf: 2,1
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 0
Gesamtnote: ausreichend (3,8)

Flop 2

BW-Bank
Lösen des Anlageproblems: 3,2
Ermitteln des Kundenstatus: 2,7
Produkt- und Kosteninformation: 3,7
Gesprächsablauf: 2,1
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 3
Gesamtnote: ausreichend (4,1)

Flop 3

Sparkasse Leipzig
Lösen des Anlageproblems: 3,7
Ermitteln des Kundenstatus: 1,5
Produkt- und Kosteninformation: 4,0
Gesprächsablauf: 1,8
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 3
Gesamtnote: ausreichend (4,3)

Flop 4

Hypo-Vereinsbank
Lösen des Anlageproblems: 4,6
Ermitteln des Kundenstatus: 2,2
Produkt- und Kosteninformation: 3,5
Gesprächsablauf: 2,6
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 0
Gesamtnote: mangelhaft (4,6)

Flop 5

Hannoversche Volksbank
Lösen des Anlageproblems: 4,8
Ermitteln des Kundenstatus: 1,1
Produkt- und Kosteninformation: 2,3
Gesprächsablauf: 1,3
nicht ausgehändigte Beratungsprotokolle: 0
Gesamtnote: mangelhaft (4,8)

Walter kündigte an, die Angebotspalette des größten deutschen Online-Brokers zu erweitern. Neben Girokonten und Wertpapierdepots sollen ab dem Frühjahr auch Ratenkredite angeboten werden. Zukäufe stehen nicht auf der Agenda, wohl aber eine enge Zusammenarbeit mit Start-ups aus der Finanzbranche, sogenannten „Fintechs“.

Für das abgelaufene Jahr soll es abermals eine Dividende von 40 Cent je Aktie geben, insgesamt 56,5 Millionen Euro. Davon fließen knapp 46 Millionen an die Commerzbank. Walter will noch genug Reserven haben, um den Broker für die strengere Regulierung fit zu machen und in Werbung zu investieren. Insgesamt verwaltet Comdirect inzwischen ein Vermögen von rund 66 Milliarden Euro.

Von

rtr

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