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07.01.2011

09:56 Uhr

Diskriminierung

Millionen-Klage gegen die WestLB

VonMichael Maisch, Michael Detering

ExklusivDer WestLB droht in London eine millionenschwere Klage wegen rassistischer Diskriminierung. Der junge chinesischstämmige Investmentbanker Pearse Pan hat das Institut vor dem Londoner Employment Tribunal wegen systematischer Benachteiligung verklagt. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die WestLB gegen solche Vorwürfe zur Wehr setzen muss.

Die WestLB sieht sich erneut einer Klage wegen rassistischer Diskriminierung ausgesetzt. Quelle: dpa

Die WestLB sieht sich erneut einer Klage wegen rassistischer Diskriminierung ausgesetzt.

LONDON/FRANKFURT. Pan arbeitete seit Anfang 2007 als Kreditanalyst für die britische Niederlassung der deutschen Landesbank und fühlte sich laut Klageschrift von Anfang an gegenüber den europäischen Kollegen in seinem Team benachteiligt. Ende 2007 habe er sich zum ersten Mal wegen rassistischer Diskriminierung bei der Personalabteilung beklagt, danach habe sich die Situation allerdings noch verschlechtert. Der Kreditanalyst sei von Kollegen und Vorgesetzten sozial isoliert worden und habe sich wiederholt abfällige Bemerkungen über seine chinesische Herkunft anhören müssen, heißt es in der Klageschrift.

Landesbank weist Behauptungen als „gegenstandslos“ zurück

Als Pan im Dezember 2009 schließlich eine offizielle Beschwerde einreichte, habe die Bank ihn unter einem Vorwand mit sofortiger Wirkung bis heute suspendiert. Die gerichtliche Anhörung über den Fall wird voraussichtlich am 10. Januar beginnen. Die WestLB hält „die gegen sie vorgebrachten Behauptungen für gegenstandslos“ und will sich „dagegen zur Wehr setzen“.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Düsseldorfer Ärger mit Diskriminierungsklagen haben. Bereits 2004 einigte sich das Institut außergerichtlich mit der ebenfalls chinesischstämmigen Bankerin Angie Roberts, die das Institut wegen sexueller Belästigung und rassistischer Angriffe in London verklagt hatte.

2005 verurteilte ein US-Gericht die Bank zu 2,5 Millionen Dollar Schadensersatz. Die Jury kam zu dem Schluss, dass die WestLB die Aktienhändlerin Claudia Quinby entlassen habe, nur weil sie sich darüber beschwert habe, dass sie schlechter als ihre männlichen Kollegen bezahlt werde.

Kommentare (4)

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Peter Scholz

07.01.2011, 11:55 Uhr

Richtig so!
Viele Arbeitgeber haben noch nicht begriffen, daß es sich bei Mitarbeitern um Schutzbefohlene handelt und sie diesen gegenüber eine Fürsorgepflicht haben, nämlich, sie vor ungerechtfertigten Angriffen zu schützen.
Mobbing-Klagen sind mühsam und können nur aufgrund umfassender beweisführung zum Erfolg führen. Doch welches Gericht macht sich die Mühe, so viel beweismaterial zu verarbeiten.
Ebenso ist es bei Stalking-Prozessen im Strafrecht.

Übrigens: betrieblicher Unfriede ist teuer, weil es die Lust an der Arbeit vermiest und 08/15-Handlungen fördert.

Harry

07.01.2011, 13:26 Uhr

@Peter Scholz, Sie haben absolut recht. in Old-Germany ist die Diskriminierung leider noch sehr verbreitet. Alles hat seinen Preis. Sie basiert auf Arroganz, aber Arroganz und Dummheit sind Zwillinge.

Peter Scholz

07.01.2011, 14:10 Uhr

[2] Harry,
Danke. Solange die Meinung besteht, ein Antreiber ist besser als 10 Arbeiter, wird keine bessereung eintreten. Neben der betrieblichen Mitbestimmung muß die Mitverantwortung am betrieb gefördert werden und kann m.E. nur durch eine beteiligung an der Unternehmung erfolgen. Eine geschenkte Unternehmensaktie oder Kleingeld machen da gar nichts. Der Mitarbeiter als Geldgeber ist allemale besser als eine bank, denn er wird für den Erhalt seiner Unternehmung kämpfen. Die bank treibt hingegen die insolvenz.
Zudem ist die Unternehmensbeteiligung letztendlich die Rente und ermöglicht neben anderen Veränderungen, unter der Voraussetzung der Transparenz, in der Arbeitswelt einen Renteneinstieg ab 60, denn alle institutionalisierten belange sind teurer. Anschließend ist man Freiwilliger.

http://www.bps-niedenstein.de/

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