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29.01.2007

16:11 Uhr

Dividende geplant

Cash Life macht Gewinnsprung

Der Finanzdienstleister Cash Life hat dank eines starken Schlussquartals seinen Gewinn im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel gesteigert.

HB MÜNCHEN. Den Aktionären will das Unternehmen aus Pullach bei München, das Lebensversicherungen aufkauft, wieder eine Dividende zahlen. Über die Höhe soll aber erst im Frühjahr beraten werden. Für 2005 waren die Eigentümer leer ausgegangen.

Der Überschuss sei nach vorläufigen Zahlen 2006 um 35 Prozent auf 7,7 Mill. Euro geklettert, teilte Cash Life am Montag mit. Gut 40 Prozent davon wurden im traditionell starken vierten Quartal eingefahren. Cash Life profitierte von der Wertsteigerung seiner Derivate und bilanziellen Änderungen zur Bewertung des Handelsbestandes.

Operativ gab es vergangenes Jahr Licht und Schatten. Cash Life kaufte Lebensversicherungen im Volumen von 636 Mill. Euro an, was einem Plus von über 50 Prozent entspricht. Die Verwaltung von Policen für Dritte brachte dem Unternehmen zudem sechs Mill. Euro ein - über 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Trotzdem fiel der operative Gewinn (Ebit) insgesamt um gut ein Prozent auf 14,2 Mill. Euro. Vorstandschef Stefan Kleine-Depenbrock erklärte dies mit hohen Investitionen in Marketing, neue Produkte und Märkte. WestLB-Analyst Stefan Wolf sagte, die Investitionen zahlten sich mittelfristig aus, lasteten aber kurzfristig auf dem Gewinn.

Cash Life bietet verkaufswilligen Versicherungsnehmern mehr Geld für ihre Verträge, als diese bei einer Kündigung bekommen würden. Das Unternehmen führt dann die Policen weiter und veräußert sie später an geschlossene Fonds. An die Versicherten kommt das Unternehmen über Banken, Makler, das Internet und Call Center.

Aktie fällt deutlich

An der Börse waren die Aktien von Cash Life der größte Kursverlierer im Kleinwerte-Index SDax. Sie fielen um mehr als drei Prozent auf 27,65 Euro. Analysten sprachen unter anderem von Gewinnmitnahmen, nachdem die Papiere dieses Jahr zeitweise schon rund 15 Prozent zugelegt hatten. „Außerdem sehen die Zahlen auf den zweiten Blick nicht mehr ganz so gut aus“, sagte WestLB-Experte Wolf. Der operative Gewinn habe unter den bereits gesenkten Erwartungen des Unternehmens gelegen. Der Nettogewinn sei von der Bilanzumstellung mit 1,2 Mill. Euro begünstigt worden. Ohne diesen Sondereffekt wäre hier ebenfalls die eigene Prognose verfehlt worden. „Trotzdem ist die Wachstumsgeschichte intakt“, ergänzte Wolf, der weiteres Kurspotenzial sieht.

In diesem Jahr will Cash Life Lebensversicherungen im Volumen von 700 bis 770 Mill. Euro in Deutschland erwerben. Darüber hinaus dürften in Österreich noch einmal 20 bis 30 Mill. Euro hinzukommen. Operativ sollen - trotz weiterhin hoher Kosten - zwischen 18 und 22 Mill. Euro verdient werden.

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