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17.11.2011

22:10 Uhr

Dividende

UBS will sich mit den Aktionären versöhnen

VonHolger Alich

Nach dem Händlerskandal will die Schweizer Großbank UBS das Vertrauen ihrer Aktionäre zurückgewinnen - und wieder eine Dividende ausschütten. Das Investment-Banking soll drastisch verkleinert werden.

Der neue UBS-Chef Sergio Ermotti (rechts) will die Investmentbank drastisch verkleinern. AFP

Der neue UBS-Chef Sergio Ermotti (rechts) will die Investmentbank drastisch verkleinern.

New YorkDie USA waren für die Schweizer Großbank UBS das Land, indem ihr Niedergang begann: Subprime-Verlust über 50 Milliarden Dollar und Ärger wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. In den USA will nun der neue UBS-Chef Sergio Ermotti den ersten Schritt auf dem Weg zu einer Skandalfreien Bank machen. In New York stellte er Analysten seine neue Strategie vor – und hatte dabei eine Überraschung im Gepäck. 

Denn Ermotti kündigte an, dass UBS in diesem Jahr eine Dividende zahlen will; 10 Rappen je Aktie. Und es soll noch mehr geben – in den nächsten Jahren will UBS einen „progressiven Kapital-Rückzahlplan“ vorlegen. „Damit wollen wir signalisieren, dass wir optimistisch sind, unsere Ziele zu erreichen“, sagte Ermotti.  

Die Ankündigung ist eine Ansage an die Konkurrenz: Denn wegen der Krise und aufgrund der neuen Eigenkapitalregeln kämpfen Banken derzeit um jeden Euro, mit dem sie ihr Eigenkapital auspolstern können. So hat die französische Société Générale ihre Aktionäre erst einmal auf Diät gesetzt. Und Unicredit muss in einem hochnervösen Markt eine Kapitalerhöhung über 7,5 Milliarden Euro durchdrücken, um Abschreibungen auf die Osteuropa-Töchter auszubügeln. UBS dagegen will ihren Aktionären etwas Kapital zurückgeben. 

Das kann auch als eine Art Wiedergutmachung gesehen werden. Denn die Aktionäre der UBS mussten zuletzt viel aushalten. Im September enthüllte die Bank, dass ein Londoner Händler monatelang unerlaubt mit Index-Derivaten herumzockte und so 2,3 Milliarden Dollar versenkte. Zu diesem Händler-Skandal, der letztlich Ermotti an die Spitze der Bank spülte, zeigte sich der neue CEO zugeknöpft. „Wir werden die Details unserer internen Untersuchung erst vorlegen, wenn alle Ermittlungen, auch jener der Aufseher, abgeschlossen sind“, sagte er. 

Auch wie die weitere Ausschüttungspolitik aussehen soll, wollte Ermotti auf Nachfragen nicht kommentieren. „Wir halten uns unsere Optionen offen“, sagte er lediglich. Soviel Vorsicht kann aber vor dem Hintergrund der Eurokrise nicht wirklich verwundern. Immerhin: Er nannte Aktienrückkäufe als eine mögliche Option. 

Trotz der Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen verspricht UBS, mit den neuen Eigenkapitalanforderungen keine Probleme zu haben. Die Eigenkapitalquote unter den neuen, strengen Basel-III-Regeln soll 13 Prozent erreichen. Die Schweizer Regulierung sieht indes angesichts der Größe von UBS einen Kapitalzuschlag vor, so dass UBS eine Eigenkapitalquote 19 Prozent erreichen muss. Um diese Hürde zu schaffen, will UBS so genannte „Contigent convertible debts“, genannt CoCos ausgeben. Das sind Anleihen, die im Krisenfall zu haftenden Eigenkapital verwandelt werden. 

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