Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2011

09:27 Uhr

Dominique Strauss-Kahn

IWF-Chef attackiert deutsche Landesbanken

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn drängt auf eine rasche Lösung der Probleme deutschen Landesbanken. Europa zahle einen hohen Preis für eine verzögerte Lösung.

Die WestLB Zentrale in Düsseldorf. Quelle: dpa

Die WestLB Zentrale in Düsseldorf.

BerlinIWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat Deutschland zur schnellen Lösung seiner Probleme bei den Landesbanken gedrängt. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" vom Montag machte er zudem deutlich, dass Europa bei seinen Schritten zur Bekämpfung der Schuldenkrise im Euro-Raum noch nachbessern müsse. "Die Beschlüsse gehen in die richtige Richtung", sagte er. Doch alles, was unter Druck und in Eile geschehe, gelinge nicht so gut, wie es sollte. Es sei ein umfassender und ausgewogener Ansatz mit richtigen Instrumenten auf Basis einer engen europaweiten Kooperation notwendig, sagte der Franzose.

Strauss-Kahn lobte Deutschland im Grundsatz für seine Politik in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Allerdings sie die Lage im Bankensektor komplizierter. Dort sei Deutschland auf die Krise nicht vorbereitet gewesen. "Hier gibt es ungelöste Probleme", sagte der IWF-Chef. Es bedürfe in einigen Fällen Rekapitalisierungen und Stabilisierungen, auch in anderen europäischen Ländern. Zum Problem der Landesbanken vermerkte er, das föderale System in Deutschland erschwere rasche Lösungen.

Das ändere aber nichts an der Notwendigkeit von Restrukturierungen: Europa zahle "einen hohen Preis" für Verzögerungen der Bankensanierung. "Wenn der Bankensektor nicht repariert wird, geht das auf Kosten des Wirtschaftswachstums", erklärte Strauss-Kahn.

Die neuen Eigenkapitalanforderungen für Banken, die Basel-III-Regeln, greifen nach den Worten des IWF-Chefs zu kurz.

Zum einen beträfen sie nicht den Schattenbanken-Sektor, also etwa die Hedge-Fonds. Zum zweiten gebe es Zweifel, ob die nationalen Aufseher die strengeren Regeln auch umsetzten. In Sachen grenzüberschreitender Abwicklung von Banken habe sich noch überhaupt nichts Entscheidendes bewegt.

Zuletzt hatte bereits die Bundesbank wegen des laufenden Banken-Stresstests Landesbanken eine Änderung ihrer Kapitalausstattung empfohlen. Die Institute sollen demnach die bisher nicht als Risikopuffer akzeptierten Stillen Einlagen bis zum Ende des Monats in hartes Kernkapital umwandeln. Wegen des hohen Anteils an Stillen Einlagen haben Helaba und NordLB große Probleme, den Stresstest zu bestehen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×