Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.05.2016

06:12 Uhr

Donald Trump vs Hillary Clinton

Wall Street könnte „kalte Verstaatlichung“ drohen

VonFrank Wiebe

Harte Zeiten für große US-Banken und Hedgefonds: Die amerikanische Finanzbranche hätte weder unter einem Präsidenten Donald Trump noch unter Hillary Clinton viel zu lachen. Ein Stimmungsbild.

Der Kampf um das Weiße Haus wird wohl zwischen Donald Trump und Hillary Clinton ausgefochten werden. Hier balgen sich verkleidete Wahlkämpfer in Trump- beziehungsweise Clinton-Kosüm. Reuters

Verkleidete Wahlkämpfer

Der Kampf um das Weiße Haus wird wohl zwischen Donald Trump und Hillary Clinton ausgefochten werden. Hier balgen sich verkleidete Wahlkämpfer in Trump- beziehungsweise Clinton-Kosüm.

New YorkJeff Gundlach ist mit seinem Hedgefonds Double-Line nicht nur ein bekannter Investor, sondern auch bekannt für seine scharfe Zunge. Mit Genuss hat er daher kürzlich die gescheiterten republikanischen Präsidentschaftskandidaten mit Spott übergossen. Doch auch die wahrscheinliche demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton kommt nicht gut weg. Er vergleicht sie – auch wenig schmeichelhaft – mit Richard Nixon. Die Begründung: Beide würden es nicht so genau mit gesetzlichen Regelungen halten.

Zu Clintons wahrscheinlichem Rivalen um das höchste Amt der USA, Donald Trump, fällt ihm noch mehr ein. „Früher habe ich gelernt, es gibt die Republikaner, rechts davon die Konservativen und rechts davon die Reaktionären“, sagt er. „Ich halte Trump für reaktionär“.

Clinton oder Trump? Investoren und Banker fragen sich, was nach der Präsidentschaftswahl im November auf sie zukommen wird. Gemessen an ihren reichlichen Spendengeldern hofft die Mehrheit der Finanzwelt ganz klar auf Clinton. Denn die Finanzmanager erwarten von ihr mehr Verständnis für ihre Branche – sogar mehr als von Barack Obama, der sich in der Finanzbranche im Laufe der Jahre immer unbeliebter gemacht hat. Aber sicher vor neuen Auflagen und Angriffen kann die Wall Street sich bei der ehemaligen US-Außenministerin nicht fühlen.

Die größten US-Banken (nach Bilanzsumme)

Platz 10

State Street

227 Milliarden Euro


Stand: Anfang November 2015. Quelle: Bloomberg, EU-Kommission

Platz 9

PNC Financial

285 Milliarden Euro

Platz 8

BoNY Mellon

318 Milliarden Euro

Platz 7

US Bancorp

333 Milliarden Euro

Platz 6

Morgan Stanley

662 Milliarden Euro

Platz 5

Goldman Sachs

708 Milliarden Euro

Platz 4

Wells Fargo

1394 Milliarden Euro

Platz 3

Citigroup

1523 Milliarden Euro

Platz 2

Bank of America

1739 Milliarden Euro

Platz 1

JP Morgan

2127 Milliarden Euro

Karen Petrou von Federal Financial Analytics warnt, dass beide möglichen US-Präsidenten sich auf die großen Geldhäuser stürzen werden, sobald sie „den Eindruck haben, dass das nötig sei, um eine Wählerschaft zu beruhigen, die Banker-Blut sehen will“. Sie geht in ihren Spekulationen, was passieren könnte, sehr weit. Donald Trump traut die Analystin zu, sich dem Konzept des „Narrow Banking“ zu verschreiben, bei dem Banken auf Kredit- und Einlagengeschäft und extreme Reservehaltung eingeschränkt und verpflichtet werden. Clinton wird ihrer Meinung nach im Wahlkampf nach links abdriften und die Banken mit so viel Regulierung überziehen, dass es einer kalten Verstaatlichung gleich komme.

Brian Gardner, der Washington-Beobachter vom Analysehaus KBW, das auf die Finanzbranche spezialisiert ist, geht das Thema zurückhaltender an. Trump hält er für schwer einschätzbar. Er habe sich zwar gegen das „Dodd-Frank-Gesetz“ genannte Regulierungspaket positioniert, aber ohne in die Details zu gehen“, sagt Gardner. „Trump hat auch gegen [die gesetzliche Gesundheitsversorgung] 'Obamacare' geredet, aber dann wieder wesentliche Punkte dieses Gesetzes verteidigt.“ Die Schlussfolgerung des Experten: Wahrscheinlich wird Trump Dodd-Frank, also die umfangreiche Regulierung der Banken nach der Finanzkrise, nicht antasten. „Er hat ohnehin andere Prioritäten, etwa die Immigration“, sagt Gardner.

Zur Notenbank (Fed) habe sich Trump zudem nur konfus geäußert. Er deutete an, dass Janet Yellen, deren Chefin, ablösen will. Andererseits steht Yellen für niedrige Zinsen und Trump kann nach Einschätzung von Gardner sehr gut damit leben.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Tom Schmidt

12.05.2016, 09:23 Uhr

Die Bell Labs wurden früher zerschlagen... zu dominant war ihre Markstellung (kam AT&T usw. raus).

Bei Banken rettet der Steuerzahler ihre Größe.

Dementsprechend: ich bin konservativ und denke wir müssen ins Geldsystem der Vor-Reagan-Ära (der kalte Krieg ist ja vorbei). Damit bin ich konservativ, aber aus Sicht der Banker bestimmt reaktionär, Recht habe ich trotzdem!

Aber: Sanders hat auch Recht. Hillary bekommt von der WallStreet pro Vortrag 600000$. die macht nichts gegen die Jungs. Trump ist schon Milliardär, dem sind die seine Dienstleister egal wie der Friseur um die Ecke! Auch damit hat er Recht! (obwohl das Toupet durchaus besser sein könnte!)

Account gelöscht!

12.05.2016, 10:09 Uhr

Clinton ist ein Teil der Wall Street und das wissen die US-Wähler auch ganz genau. Warum sonst hat Trump so einen Erfolg in den USA....weil er sich gegen die Etablierten Abzockerparteien / Familien Clans (Clinton, Bush und Co.) stellt....die immer nur IHRE Politik auf den Rücken der Bürger gemacht haben....eine Politik des Ausplündern des Volkes und der eigenen Macht und Geldbereicherung.

Account gelöscht!

12.05.2016, 11:08 Uhr

Sehen Sie HBO

Sie erfüllen hier für uns einen wichtigen sozialen Austausch.
Gut das diese Kommentarfunktion offen ist.

Marc ist natürlich schon da, fehlt noch Ralph usw.

Bitte lassen Sie überall Kommentarfunktionen offen.

Denn das mehrmals,tägliche suchen nach solchen Möglichkeiten nervt ein bißchen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×