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24.09.2013

15:46 Uhr

Drittes Quartal

Handelsflaute setzt Banken zu

Schwere Zeiten für Investmentbanken: Das Butter-und-Bot-Geschäft – der Handel mit Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen – läuft schleppend. Auch die Deutsche Bank dürfte von dieser Flaute betroffen sein.

Schlechte Zeiten für die Deutsche Bank – und für alle anderen großen Investmentbanken. dpa

Schlechte Zeiten für die Deutsche Bank – und für alle anderen großen Investmentbanken.

LondonEs gibt sicher angenehmere Termine für Anshu Jain. Viele Jahre leitete der heutige Co-Vorstandschef der Deutschen Bank höchstpersönlich das Investmentbanking und lieferte in guten Zeiten den Löwenanteil der Gewinne ab. An diesem Mittwoch nun wird wohl ausgerechnet er auf einer Investorenkonferenz in London einräumen müssen, dass das Brot-und-Butter-Geschäft der Bank, der Handel, nicht rund läuft.

So verlautet es aus dem Umfeld von Deutschlands größtem Geldhaus, das sich offiziell nicht dazu äußert – und so berichtete es auch die „Financial Times“. Die Flaute trifft allerdings nicht nur die Deutsche Bank, sondern alle großen Investmentbanken. Analysten erwarten daher ein eher enttäuschendes drittes Quartal für die Branche.

Mehr als die Hälfte der Einnahmen im Kapitalmarktgeschäft stammt für gewöhnlich aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen (FICC). 2009 und 2010, als die Ausschläge an den Märkten besonders groß waren, schnellten die Quartalseinnahmen der Branche in dieser Sparte auf bis zu 40 Milliarden Dollar hoch.

Kapitalquoten großer Banken (2. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Bank of America

9,6 Prozent

Citigroup

10 Prozent

Commerzbank

8,4 Prozent (nach 7,5 Prozent im ersten Quartal)

Deutsche Bank

10 Prozent (nach 8,6 Prozent im 1. Quartal 2013)

Goldman Sachs

keine Angabe nach dem 2. Quartal 2013

JP Morgan

9,3 Prozent

Morgan Stanley

9,9 Prozent

UBS

11,2 Prozent

Wells Fargo

8,5 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Doch davon sind die Geldhäuser heute weit entfernt. Zwar verläuft der Sommer traditionell ruhiger als der Jahresauftakt, wo viele Unternehmen Anleihen platzieren und Profi-Investoren mit frischen Geldern auf die Märkte drängen. Doch dieses Mal kamen noch ein paar spezifische Probleme hinzu, wie Marktteilnehmer unisono berichten: Die Syrien-Krise habe viele Anleger veranlasst, eher an der Seitenlinie zu stehen und abzuwarten.

Und auch die Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank Fed habe ihren Beitrag geleistet. Denn lange Zeit sah es danach aus, dass die Fed ihre milliardenschweren Anleihekäufe drosseln und den Markt damit nachhaltig dämpfen könnte.

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