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19.01.2005

07:22 Uhr

Drittgrößte US-Bank verdient mit Kreditkarten und Girokonten Milliarden – Integration von Fleetboston läuft reibungslos

Bank of America legt die Messlatte hoch

VonTobias Moerschen

Der Finanzriese Bank of America hat gestern einen Reingewinn von 3,85 Mrd. Dollar für das vierte Quartal 2004 gemeldet. Das entspricht einem Zuwachs um 41 Prozent gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres. Die Bank, die gestern als erstes großes US-Institut Zahlen vorlegte, profitierte von der Übernahme des einstigen Rivalen Fleetboston.

NEW YORK. Aber auch geringere Zahlungsausfälle und das starke Privatkundengeschäft stärkten den Gewinn, während sinkende Baudarlehen und die schwache Kreditnachfrage von Großunternehmen belasteten.

Im Gesamtjahr erzielte Bank of America 14,1 Mrd. Dollar Reingewinn. Damit verdiente sie in nur einem Jahr mehr, als die Commerzbank derzeit an der Börse wert ist. Bank of America, die Bank mit dem breitesten Filialnetz in den USA, profitierte von steigender Nachfrage nach Kreditkarten-, Giro- und Sparkonten. Allein im vergangenen Quartal eröffnete das Institut 1,53 Mill. neue Kreditkartenkonten. „Bank of America hat sich im Privatkundengeschäft deutlich verbessert“, lobte Analyst Edward Najarian von Merrill Lynch. Konkurrent Wells Fargo, die fünftgrößte US-Bank nach Bilanzsumme, meldete gestern einen Quartalsgewinn von 1,79 Mrd. Dollar – zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Beim Ertrag je Aktie traf Bank of America im vierten Quartal mit 94 US-Cent genau die vom Datendienst Thomson Financial ermittelte Durchschnittsprognose der Analysten. Weil im Zuge der FleetbostonÜbernahme das Aktienkapital stark anstieg, kletterte der Gewinn je Aktie nur knapp um 2,2 Prozent gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Bankchef Kenneth Lewis mit einem Ergebnis je Aktie von mindestens vier Dollar. Der Umsatz dürfte um sieben bis neun Prozent zunehmen, sagte er gestern. Die besseren Aussichten für die Bank im laufenden Jahr begründete er mit der erwarteten Verbesserung der Wirtschaftsentwicklung in den USA.

Lewis sagte, die Integration von Fleetboston verlaufe planmäßig. Für das Institut zahlte Bank of America 48 Mrd. Dollar, was viele Analysten als überhöht kritisierten. Doch mit einem Börsenwert von 181 Mrd. Dollar zählt das Institut aus Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina inzwischen zur Weltspitze, übertroffen nur von Citigroup und ungefähr gleichauf mit der britisch-asiatischen HSBC-Gruppe.

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