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12.06.2014

09:47 Uhr

Drohende Milliardenstrafe

BNP schickt Topmanager auf US-Druck in Rente

BNP Paribas gibt offenbar klein bei: Angesichts der drohenden Zehn-Milliarden-Strafe wegen Sanktionsverletzungen versetzt die Großbank ihren COO in den Ruhestand. US-Präsident Obama hatte keine Nachsicht gezeigt.

BNP-Gebäude im Osten von Paris: COO Georges Chodron de Courcel geht in Rente – offenbar auf Druck der US-Behörden. Reuters

BNP-Gebäude im Osten von Paris: COO Georges Chodron de Courcel geht in Rente – offenbar auf Druck der US-Behörden.

New YorkDie französische Großbank BNP Paribas schickt offenbar auf Druck der US-Behörden einen Spitzenbanker in Rente. Georges Chodron de Courcel gehe Ende September in den Ruhestand, teilte das Geldhaus am Donnerstag mit. Der 64-Jährige war bisher für das operative Geschäft zuständig. Seinen wichtigen Posten als COO soll er bereits Ende Juni niederlegen.

Vergangene Woche hatte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuter berichtet, dass die New Yorker Bankenaufsicht den Abschied Courcels fordere. Neben dem Topbanker sollten auch etwa ein Dutzend weiterer Beschäftigter gehen, sagte der Insider. Auch von dem früheren Compliance-Berater Vivien Levy-Garboua will sich die Bank offenbar trennen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch.

Hintergrund ist ein Streit mit den US-Behörden: Sie werfen BNP Paribas vor, amerikanische Sanktionen gegen Länder wie den Iran, Syrien oder den Sudan mit Geldüberweisungen verletzt zu haben. Die Geschäfte wurden von Paris und Genf gesteuert. Trotzdem sehen die USA einen Verstoß gegen ihre Sanktionen, da die Transaktionen in Dollar abgewickelt wurden. Wie Courcel, der seit mehr als 40 Jahren für die Bank tätig ist, darin verwickelt ist, ist unklar.

Die höchsten Strafen wegen Geldwäsche

Platz 10

Clearstream Banking - 152 Millionen Dollar (2014)

Platz 9

Bank of Tokyo-Mitsubishi - 259 Millionen Dollar (2012/2013)

Platz 8

Barclays - 298 Millionen Dollar (2010)

Platz 7

Lloyds - 350 Millionen Dollar (2009)

Platz 6

ABN Amro - 500 Millionen Dollar (2010)

Platz 5

Credit Suisse - 536 Millionen Dollar (2009)

Platz 4

ING Bank - 619 Millionen Dollar (2012)

Platz 3

Standard Chartered - 667 Millionen Dollar (2012)

Platz 2

HSBC - 1,92 Milliarden Dollar (2012)

Platz 1

BNP Paribas - 8,83 Milliarden Dollar (2014)

Der Fall BNP war zuletzt zum Politikum geworden: Vor einer Woche lehnte es US-Präsident Barack Obama am Donnerstag ab, sich für die BNP einzusetzen. Es habe in den USA Tradition, dass sich der Präsident nicht in die Strafverfolgung einschalte, erklärte Obama. Die Regierung in Paris hatte wegen der drohenden US-Milliardenstrafe für die größte Bank des Landes mit Auswirkungen auf die transatlantischen Freihandelsgespräche gedroht.

Wegen den Sanktionsverletzungen soll die BNP Insidern zufolge womöglich mehr als zehn Milliarden Dollar zahlen. Auch andere Geldhäuser wie die Deutsche Bank werden wegen einer mutmaßlichen Verletzung von Sanktionen überprüft. Gegen mehrere Institute wurden bereits Strafen verhängt, darunter Standard Chartered aus Großbritannien. Auch im Skandal um Zinsmanipulationen und im Steuerstreit mit Schweizer Banken verhängten die US-Behörden hohe Bußen.

Kommentare (1)

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12.06.2014, 13:14 Uhr

Dies alles resultiert aus dem Mißbrauch des Dollarprivilegs (als Weltwährung), denn das liefert die Begründung dafür, daß die USA sich als Richter weltweit zuständig sehen. Und unsere Marionetten liefern uns mittels "Freischwindel-Abkommen" diesen rechte-schwindelden Möchtegern-Weltherrschern noch weiter aus.

Zur Illustrierung dieses Freischwindel-Weltherrschaftszieles hier die Diskussion der halbstaatlichen Dollar-“Lizenz“ (halb-staatlich, weil letztlich die anglo-amerikanische Hochfinanz dahintersteht, aber die kontrollieren auch das US-Regime): DIE Lizenz zum Gelddrucken (und zwar zum Drucken der Welt(handels)währung!!!!!).

Dieses Privileg ermöglicht der USA bzw. deren Finanz- und Machtapparat auch jetzt schon gewisse Vorteile wie praktisch unbeschränkte Geldaufnahme zu selbstbestimmten Zinsen (siehe Inflation) - jedenfalls solange das Dollar-System bestand hat (und gewissen Meldungen zufolge nutzen sie es derzeit, um via US-Firmen mit schnell „gedruckten“ Dollars weltweit Firmen und Sachwerte aufzukaufen).

Darüber hinaus aber bedeutet dieses Privileg des Druckens des Weltgeldes auch einen globalen POLITISCHEN Machtanspruch wie das Beispiel der BNP-“Strafe“ zeigt. Diese hatten im Ausland!!!! gegen unilaterale US-Gesetze verstoßen und trotzdem erklärte sich die US-“Rechts“-Sprechung zuständig weil die Transaktionen in der Weltwährung Dollar abliefen. Genau auf diese Weise werden auch Sanktionen gegen andere Staaten UNILATERAL durch die USA erklärt (und können nur auf Umwegen unterlaufen werden wie z.B. der Indien-Iran-Türkei Gold-Öl-Dreieckshandel. Dann kommen aber früher oder später die Drohnen oder noch schlimmer die Twitter-und-Konsorten Farben-Revolutionen).

Also: politischer Druck via der Dollarlizenz oder via dem Swift-System (ebenfalls eine „Lizenz“) oder anderer "Rechte" zusammen mit der Existenz von Flugzeugträgern sichern den globalen Einfluß der USA. Freischwindel soll das Rechtesystem-Konstrukt noch erweitern. Zu unseren Lasten.

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