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15.05.2014

11:36 Uhr

Drohung bei der Deutschen Bank

„Ich habe alle Geduld verloren“

Der Kulturwandel in der Deutschen Bank soll auch das Verhalten der Investmentbanker ändern: Bei ungebührlichem Verhalten droht der Co-Chef der Investmentbanking-Sparte in einem Video sogar mit „persönlichen Folgen“.

Im der Zentrale der Deutschen Bank fliegen offenbar die Fetzen. Reuters

Im der Zentrale der Deutschen Bank fliegen offenbar die Fetzen.

HamburgInvestmentbanker waren noch nie Freunde der Zurückhaltung: Nicht erst seit der Hollywood-Film „Wolf of Wall Street“ die Kinosäle füllt, eilt der Branche der Ruf des Größenwahns voraus. Lange spielte auch die Deutsche Bank in diesem Konzert mit. Ganze Bücher wurden geschrieben über den Hochmut zu Zeiten, in denen die Lehrmeister des heutigen Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain das globale Investmentgeschäft der Bank mit aufbauten. Seit Jain gemeinsam mit Jürgen Fitschen die Führung der Deutschen Bank übernommen hat, bemüht sich das Institut um ein besseres Image - um einen Kulturwandel.

Ein Kulturwandel, der offenbar auch intern scharf vorangetrieben wird. In ihrer aktuellen Ausgabe berichtet die „Zeit“ über ein Video, in dem Colin Fan, der Co-Chef der Investmentbanking-Sparte bei der Deutschen Bank, den Mitarbeitern ernste Konsequenzen androht, sollten sie sich im Ton vergreifen. „Einige von euch bleiben weit hinter unseren Standards zurück“, wird Fan zitiert. „Um es klar zu sagen: Unser Ruf ist alles. Zu prahlen, indiskret oder vulgär zu sein ist nicht in Ordnung.“

Eine Minute lang erinnert Fan an die Untersuchungen der Bankenaufseher und schwört seine Untergebenen auf die neue Strategie ein. „Ich habe bei diesem Thema alle Geduld verloren. Jede Kommunikation, die auch nur ansatzweise als unprofessionell angesehen werden könnte, hört auf. Jetzt sofort“. Insbesondere die interne Kommunikation scheint dem Investmentbanker ein Dorn im Auge zu sein. „Denkt sorgfältig darüber nach, was ihr sagt und wie ihr es sagt. Wenn nicht, hat das ernste Folgen für euch persönlich.“ Dann endet das Video ohne ein „Danke“ oder ein „Auf Wiedersehen“.

Scharfe Worte, mit denen die Führung wohl auch ihr bestbezahltes Personal auf die neuen Werte einschwören will. Seit Wochen werben Fitschen und Jain für den Kulturwandel der Bank - ob vor der politischen Prominenz auf dem Bankentag in Berlin oder vor 250 Rentnern in einer Düsseldorfer Kirchengemeinde. Bei der Bank will man das Video gar nicht als Drohung verstanden wissen. „Das Video ist bewusst in unmissverständlicher Sprache gehalten und ist Teil eines fortlaufenden Programms. Wir erwarten, dass jeder Mitarbeiter unsere Standards versteht und befolgt“, betont eine Sprecherin der Bank.

Von

bay

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

15.05.2014, 12:50 Uhr

Der Stil und das Niveau einer Firma werden vom oberen Management vorgegeben, die unteren Chargen passen sich dann schon an. Der Fisch stinkt immer noch zuerst am Kopf. Soll jetzt allein die Kommunikation eleganter werden oder tut sich auch bei den Inhalten und beim Verhalten gegenüber den Kunden etwas? Sind solche Rundschreiben nicht scheinheilig, wer stellt sich da einen Persilschein aus für eigenes Fehlverhalten?

Account gelöscht!

15.05.2014, 15:50 Uhr

Vielleicht sollte das Komplette Comittee, Vor allem Colin Fan
https://www.db.com/ir/de/content/group_executive_committee.htm

dieser film mal ansehen https://www.youtube.com/watch?v=ToYGNPdYAkY

Account gelöscht!

15.05.2014, 19:02 Uhr

Das ist doch alles nur Makulatur!
Ein wirklicher Werte-Wandel wird erst stattfinden, wenn die Deutsche Bank von Finanzierungen wie bei dem bevorstehenden Umwelfrevel im Grat Barrier Rief absieht.
Vielleicht sollten sich alle, die dort bei der DB ein Konto haben überlegen, ob Profit alles ist und mit der Auflösung ihrer Konten drohen, wenn sich die DB weiterhin an solchen Projekten beteiligt.

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