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16.03.2011

14:17 Uhr

DSGV-Jahresabschluss

Sparkassen wollen WestLB definitiv zerschlagen

Der Aufschwung beflügelt die Bilanzen der Sparkassen. Die steigende Nachfrage nach Firmenkrediten und rückläufige Ausfallraten steigerten den Gewinn deutlich. Doch angesichts der WestLB geriet dies zur Nebensache.

Wieder obenauf: Die Sparkassen haben die Finanzkrise hinter sich gelassen. Quelle: dpa

Wieder obenauf: Die Sparkassen haben die Finanzkrise hinter sich gelassen.

Frankfurt Die Zerschlagung der WestLB scheint beschlossene Sache, nachdem der Verkauf der maroden Landesbank als Ganzes offenbar vom Tisch ist. Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis sagte am Mittwoch in Frankfurt am Main, die Eigentümer, der Bund und die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe hätten ein gemeinsames Konzept erarbeitet. Vorbehaltlich der Zustimmung der EU-Kommission gebe es damit einen klaren Fahrplan.

Nach Darstellung von Haasis soll aus der heutigen WestLB eine Verbundbank mit einem Bilanzvolumen von bis zu 45 Milliarden Euro herausgelöst werden. Diese soll in das Eigentum der Sparkassen-Finanzgruppe übergehen und später mit einer größeren Geschäftseinheit der Gruppe verschmolzen werden.

Die übrigen Teile sollen demnach verkauft beziehungsweise über die schon vorhandene Abwicklungsanstalt liquidiert werden. Es sei sichergestellt, dass dabei kein Anleger Kapitaleinbußen erleiden werde, versicherte Haasis. Die Sparkassen seien dem Bund dankbar, dass er hierfür auch mit den in die WestLB eingebrachten stillen Einlagen einstehe.

Haasis kritisierte zugleich, dass die EU-Kommission in der Gründung der „Bad Bank“ für die faulen Papiere der WestLB einen Subventionstatbestand erblickt und dafür eine Kompensation verlangt.

Diese zweite Auflage konterkariere die erste Forderung der EU, die Eigentümer müssten die Mehrheit an der Bank verkaufen. Es sei „jedenfalls außerordentlich schwer, in der jetzigen Marktsituation zu angemessenen Konditionen eine Bank zu verkaufen, wenn man auch noch mit einer ungewissen Auflage bedroht wird“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Nach Zuwächsen 2010 wollen die Sparkassen noch in diesem Jahr mit der Übernahme des Fondsdienstleisters Dekabank ihre Schlagkraft stärken. Zwar stünden noch einzelne Beschlüsse auf regionaler Ebene aus, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, am Mittwoch in Frankfurt. „Es ist absehbar, dass wir dieses Ziel 2011 erreichen und noch im Frühjahr realisieren werden.“

Die Dekabank gehört derzeit je zur Hälfte Sparkassen und Landesbanken. Die Übernahme soll auch gebeutelte Landesbanken entlasten. „Wir setzen damit Kapital bei den Landesbanken frei - die das auch brauchen können“, sagte Haasis.

Überlegungen, die Deka in einem größeren Verbund aufgehen zu lassen, erteilte Haasis eine Absage: „Die Deka ist keine Manövriermasse. Sie ist ein eigenständiges Unternehmen und sehr wichtig für uns in der Gruppe.“

Im vergangenen Jahr legten die 429 Sparkassen bei Krediten und Kundeneinlagen zu. Vor Steuern ergab sich so nach vorläufigen Zahlen ein Gewinn von 4,5 Milliarden Euro und ein Jahresüberschuss von 2,1 Milliarden Euro.

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