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13.03.2014

19:16 Uhr

Durchschnittlich zwei Prozent

Commerzbank zahlt Außertariflichen mehr Geld

Die Commerzbank erhöht die Gehälter der außertariflichen Mitarbeiter. Die Bank begründet die Anhebung mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Ein Großteil der Erhöhung soll sich nach der individuellen Leistung richten.

Von den 53.000 Mitarbeitern der Commerzbank wird nur rund die Hälfte nach dem Branchentarif entlohnt. ap

Von den 53.000 Mitarbeitern der Commerzbank wird nur rund die Hälfte nach dem Branchentarif entlohnt.

FrankfurtRund die Hälfte der Belegschaft der Commerzbank darf zum 1. Oktober eine Gehaltserhöhung um durchschnittlich zwei Prozent erwarten. Die Commerzbank erhöht dann zum ersten Mal seit zwei Jahren die Gehälter ihrer außertariflich bezahlten Mitarbeiter, wie Personalchef Frank Annuscheit am Donnerstag in einer Reuters vorliegenden internen Mitteilung ankündigte. Ein Commerzbank-Sprecher begründete die Anhebung mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Mindestens die Hälfte der Erhöhung soll sich nach der individuellen Leistung richten. Von den 53.000 Mitarbeitern der zweitgrößten deutschen Bank wird nur rund die Hälfte nach dem Branchentarif für die Privatbanken entlohnt.

Die Tarif-Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren im Schnitt größere Gehaltssteigerungen bekommen als der Rest der Belegschaft, erklärte Annuscheit. Die außertariflichen Kräfte (AT) mussten sich im Schnitt seit fünf Jahren mit weniger als einem Prozent mehr begnügen. Das habe dazu geführt, dass das höchste Tarifgehalt inzwischen so hoch sei wie das niedrigste AT-Gehalt.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Der Personalchef rechtfertigte auch, dass die Commerzbank Boni zahlt. Anfang Februar hatten Medien den Jahresgewinn der Bank von 78 Millionen Euro den erwarteten Bonus-Zahlungen von mehr als 300 Millionen Euro gegenübergestellt. „Für die große Mehrheit der AT-Mitarbeiter ist diese individuelle Vergütung nichts anderes als ein 13. Monatsgehalt“, schrieb Annuscheit. Vorstandschef Martin Blessing hatte wegen des niedrigen Gewinns auf einen Bonus verzichtet.

Von

rtr

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