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07.03.2017

11:06 Uhr

DZ Bank mit Milliarden-Gewinn

Deutschlands profitabelste Bank

VonYasmin Osman

Während Deutsche Bank und Commerzbank noch mit ihren Umbauarbeiten kämpfen, wartet die frisch fusionierte DZ Bank mit einem Milliardengewinn auf. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 2,2 Milliarden Euro – mehr als erwartet.

Die beiden Spitzeninstitute der Genossenschaftsbanken, DZ und WGZ, sind 2016 zur DZ Bank fusioniert. dpa

DZ-Bank-Zentrale in Frankfurt

Die beiden Spitzeninstitute der Genossenschaftsbanken, DZ und WGZ, sind 2016 zur DZ Bank fusioniert.

FrankfurtDie genossenschaftliche DZ Bank, das drittgrößte deutsche Kreditinstitut, ist wohl nicht vielen Bundesbürgern ein Begriff. Die Bank wirkt als eine Art Zentralbank der rund 1000 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken meist im Hintergrund. Doch das tut die DZ Bank mit Erfolg: Während Deutsche Bank und Commerzbank mit Altlasten und einem schmerzlichen Konzernumbau zu kämpfen haben, präsentiert die DZ Bank für das Jahr 2016 einen Milliardengewinn.

Insgesamt 1,6 Milliarden Euro haben die Frankfurter im vergangenen Jahr nach Steuern erwirtschaftet. Damit ist der Reingewinn im Vergleich zum Vorjahr zwar um etwa zehn Prozent gesunken. Gemessen an dem Milliardenverlust der Deutschen Bank und dem niedrigen dreistelligen Millionengewinn der Commerzbank fällt das allerdings kaum ins Gewicht. Dabei hatte auch die DZ Bank einen Umbau zu bewältigen: Sie hatte 2016 eine Fusion mit ihrem kleineren Schwesterinstitut WGZ Bank zu stemmen. Die Fusion, für die es mehrere Anläufe gebraucht hatte, sei „zügig und geräuschlos“ über die Bühne gegangen, sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch.

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Die Zahl der Genossenschaftsbanken ist unter 1.000 gerutscht – und fällt weiter. Die Institute wollen sich gegen Niedrigzinsen und Regulierung wappnen, und zwar gemeinsam. Nicht jeder Bankvorstand findet das richtig.

Allerdings werden die fusionsbedingten Umbauarbeiten das Institut auch im laufenden Jahr beschäftigen. „Wir rechnen vor diesem Hintergrund für 2017 mit einem Ergebnis vor Steuern am unteren Ende unserer nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 bis 2,2 Milliarden Euro und erwarten, diesen Wert in den darauf folgenden Jahren wieder zu steigern“, sagte Vorstandschef Wolfgang Kirsch.

Ein genauerer Blick auf das Ergebnis zeigt, dass die DZ Bank vor allem von ihrem besonderen Geschäftsmodell profitiert: Unter dem Dach des genossenschaftlichen Spitzeninstituts sind eine breite Palette an Finanzaktivitäten gebündelt, etwa auch die Versicherung R+V, die Fondsgesellschaft Union Investment oder das Bauspargeschäft. Und insbesondere das Versicherungsgeschäft und das von Union Investment geprägte Provisionsergebnis haben wesentlich zum Geschäftserfolg im Vorjahr beigetragen.

Belastend wirkte sich dagegen die Schifffahrtskrise aus, die bei der Tochtergesellschaft DVB Bank zu einem Verlust von 285 Millionen Euro führte. Auch die sonst sehr profitable Bausparkasse Schwäbisch Hall schwächelte und wies einen mit 158 Millionen Euro nur etwa halb so hohen Gewinn wie im Vorjahr aus. Der Gewinn halbierte sich, weil die weitaus größte deutsche Bausparkasse Rückstellungen für die hohen Zinsgutschriften bilden musste, die sie den Kunden in der Vergangenheit zugesagt hatte.

Die größten Genossenschaftsbanken (2016)

Platz 10

Evangelische Bank eG (Kassel)

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4 Mrd. Euro

Platz 9

Sparda-Bank München eG

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,3 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,3 Mrd. Euro

Alle Angaben beziehen sich auf das Jahresende 2016.

Platz 8

Bank für Sozialwirtschaft AG (Köln)

Bilanzsumme: 8,6 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 453 Mio. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 8

Sparda-Bank West eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 9 Mrd. Euro
Einlagen: 8 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,9 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,6 Mrd. Euro

Platz 6

Frankfurter Volksbank eG

Bilanzsumme: 9,3 Mrd. Euro
Einlagen: 7,3 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,6 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,2 Mrd. Euro

Platz 5

Sparda-Bank Südwest eG (Mainz)
Bilanzsumme: 9,4 Mrd. Euro
Einlagen: 7,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 6,5 Mrd. Euro

Platz 4

BBBank eG (Karlsruhe)

Bilanzsumme: 10,2 Mrd. Euro
Einlagen: 8,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,2 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 3

Berliner Volksbank eG

Bilanzsumme: 12.5 Mrd. Euro
Einlagen: 10,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 895 Mio. Euro
Kundenforderungen: 7,7 Mrd. Euro

Platz 2

Sparda-Bank Baden-Württemberg eG (Stuttgart)

Bilanzsumme: 13,4 Mrd. Euro
Einlagen: 11,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,7 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 10,7 Mrd. Euro

Platz 1

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 38,8 Mrd. Euro
Einlagen: 25,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 93 Mio. Euro
Kundenforderungen: 29,7 Mrd. Euro

Quelle

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Dennoch bleibt ein stattlicher Vorsteuergewinn von 2,2 Milliarden Euro, was nur geringfügig unter dem Vorjahreswert (damals noch ohne die Düsseldorfer WGZ Bank) von 2,45 Milliarden Euro liegt. Die DZ Bank schüttet daher an ihre Aktionäre eine Dividende von 0,18 Euro je Aktie aus. Außerdem bleibt noch genug Gewinn übrig, um die Eigenkapitaldecke auf 14,5 Prozent zu steigern. Unter dem Strich beflügelte der Zusammenschluss den Gewinn um 256 Millionen Euro. Neubewertungen von Bilanzpositionen und andere Konsolidierungseffekte sowie der Gewinn aus dem ersten Halbjahr machten die Kosten des Umbaus von knapp einer viertel Milliarde mehr als wett.

Die Fusion von DZ Bank und WGZ Bank wird nun gut ein halbes Jahr nach der Fusion zu einer Neuordnung der Immobilienaktivitäten des Konzerns führen. „Nach dem Zusammenschluss ergeben sich nun Überschneidungen, denen wir mit einer Neuausrichtung des Immobiliengeschäfts begegnen müssen“, sagte Vorstandschef Wolfgang Kirsch. Zum einen bringt die frühere WGZ Bank ihre gewerblichen Immobilienaktivitäten in die Immobilientochter DG Hyp ein.

Zum anderen soll die WL Bank, ursprünglich die Immobilientochter der WGZ Bank, sowie die deutlich größere DG Hyp, der Immobilienarm der alten DZ Bank, miteinander fusionieren. Beide Häuser seien damit beauftragt, „in Gespräche über eine Fusion einzutreten“, kündigte Kirsch an. Aus diesem Schritt erwartet Kirsch Ertrags- und Kostensynergien „im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich“.

Kommentare (27)

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Herr Toni Ebert

07.03.2017, 11:37 Uhr

Die Deutsche Bank muss eben das alles erst einmal verarbeitet haben, was der kriminelle Ackermann angestellt hat. Es ist ein harter Weg. Ein harter, steiniger weg, wo jederzeit eine Tretmine wieder hoch gehen kann.

Trotzdem freut es mich, wenn andere banken diesen Weg schon hinter sich haben und nun durch echte Erfolge aufwarten können.

Wohl der Bank, die keinen Bankster als Chef verarbeiten muss.

Herr Hans-Jörg Griesinger

07.03.2017, 11:58 Uhr

Für mich sind Banken ABZOCKER, siehe aktuelle Gebührenanschrieben an ihre Kunden wegen Niedrigzinsen.
Die kleinen Leute mit geringen Einkommen werden dabei in der Gebührenstruktur überproprzionel stark belastet, während man die hohen Einkommen entlastet. Gleiches gilt für die Einzahler mit hohen regelmässigen Sparquoten.
ABZOCKER muss man auch so benennen dürfen und unsere Quslitätsmedien schweigen zu dieser unfairen Praktik der Banken.
Ich habe so einen Hass!

Herr Hans-Jörg Griesinger

07.03.2017, 12:00 Uhr

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