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19.11.2015

13:45 Uhr

DZ Bank und WGZ fusionieren

Ein neuer Bankenriese entsteht

Die genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ wollen Finanzkreisen zufolge am Donnerstag den Startschuss für ihren seit Langem anvisierten Zusammenschluss geben. Dabei sollen auch Stellen gestrichen werden.

Fahnen wehen vor dem Gebäude der genossenschaftlichen DZ Bank in Frankfurt. Die anvisierte Fusion mit der WGZ rückt näher. dpa

Nächster Versuch

Fahnen wehen vor dem Gebäude der genossenschaftlichen DZ Bank in Frankfurt. Die anvisierte Fusion mit der WGZ rückt näher.

FrankfurtDie Gremien beider Geldhäuser hätten sich zuvor für eine Fusion ausgesprochen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Abgeschlossen werden solle die Verschmelzung im kommenden Jahr. Wenn der Deal dieses Mal - anders als bei früheren Versuchen - gelingt, wäre es der größte Zusammenschluss von Banken in Deutschland seit der mehrheitlichen Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank vor fünf Jahren. Entstehen würde ein Bankkonzern mit über 30.000 Mitarbeitern.

Geführt werden solle das fusionierte Institut von DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch, der WGZ-Vorstandsvorsitzende Hans-Bernd Wolberg werde sein Stellvertreter. Den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt DZ-Chefkontrolleur Helmut Gottschalk, den Vize-Posten sein WGZ-Kollege Werner Böhnke. Als Sitz der fusionierten Bank ist Frankfurt vorgesehen, der WGZ-Standort in Düsseldorf soll jedoch ebenfalls erhalten bleiben. Es soll auch umfangreiche Zusagen geben, dass dort bestimmte Geschäftsbereiche angesiedelt werden.

Stellenabbau-Pläne europäischer Großbanken

Barclays

Derzeit: 132.300 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 19.000 Stellen bis 2016

Bei Barclays waren zunächst 30.000 Stellen im Gespräch, die wurden jedoch nicht bestätigt. Der Plan sieht vor 19.000 Stellen bis 2016 zu streichen.

Credit Suisse

Derzeit: 140.000 Stellen

Abgebaut werden: 19.000 Stellen

Deutsche Bank

Derzeit: 103.000 (nach geplanter Festeinstellung externer Kräften)

Abgebaut werden: 26.000 Stellen (ein Großteil durch Verkauf der Postbank)

HSBC

Derzeit: 259.834 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 50.000 Stellen bis 2017

Standard Chartered

Derzeit: 84.000 Mitarbeiter

abgebaut werden: 15.000 Stellen

Unicredit

Derzeit: 146.600 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 18.200 Stellen, 6.000 davon durch die Abspaltung der Fondsgesellschaft Pioneer und den Verkauf der Ukraine-Tochter

Bei dem Zusammenschluss werden wohl auch einige Stellen wegfallen: Es werde über die Zeit einen moderaten Personalabbau geben, sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Frankfurt. Eine konkrete Zahl gebe es noch nicht. Das Management werde darüber zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern beider Banken sprechen. Die Reduktion von Personalkosten sei aber nicht die Triebfeder für den Zusammenschluss, sagte WGZ-Chef Hans-Bernd Wolberg. Bei der Integration der Institute werde jeder Mitarbeiter gebraucht. „Dass wir natürlich zu einem späteren Zeitpunkt im Zuge des Wegfalls von Doppelarbeiten hier auch zu einem kontrollierten Personalabbau kommen werden, ist selbstverständlich.”

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