Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.12.2014

14:30 Uhr

EAA

Bad Bank der WestLB verkauft Immobilienkredit-Paket

Die Überreste der WestLB werden über die Erste Abwicklungsanstalt abgewickelt. Diese hat nun ein 600 Millionen Euro schweres Paket von Immobilienkrediten verkauft. Damit beschleunigt sich der Abwicklungsprozess.

Die Zentrale der WestLB in Düsseldorf. Die EAA hat ein großes Kreditpaket verkauft. dpa

Die Zentrale der WestLB in Düsseldorf. Die EAA hat ein großes Kreditpaket verkauft.

FrankfurtDie staatliche Abwicklungsanstalt für die Überreste der WestLB ist ein 600 Millionen Euro schweres Paket von Immobilienkrediten losgeworden. Das in der Tochter Basinghall gebündelte Portfolio sei an den Immobilienfinanzierer Bluestone Mortgages verkauft worden, hinter der die australische Bank Macquarie und die britische Lloyds Bank stehen, teilte die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) am Freitag in Düsseldorf mit.

Basinghall war die viertgrößte operative Beteiligung der EAA. Der neue Eigentümer werde auch Finanzierungsexperten übernehmen, die bisher beim WestLB-Nachfolger Portigon am Basinghall-Portfolio gearbeitet hatten.

Die Düsseldorfer EAA hatte den Verkauf Anfang des Jahres losgetreten. „Die Veräußerung von Basinghall beschleunigt den Abwicklungsprozess zusätzlich und reduziert zugleich die Komplexität unseres Beteiligungsbestandes“, erklärte EAA-Chef Matthias Wargers.

So wurde die WestLB zerschlagen

Zerschlagung

Die WestLB ist seit dem 30. Juni 2012 Geschichte. Das Geldhaus, das auf die 1832 in Münster gegründete Westfälische Provinzial-Hülfskasse zurückgeht, wurde in drei Teile zerschlagen.

Verbundbank I

Sie umfasst das Sparkassengeschäft der WestLB - und wurde von der Frankfurter Helaba übernommen. 451 Mitarbeiter der WestLB wechselten dabei den Arbeitgeber. Die Helaba übernahm nach langem Poker mit den WestLB-Eignern - dem Land NRW und den beiden örtlichen Sparkassenverbänden - sowie der bundesweiten Sparkassenorganisation Geschäfte mit einer Bilanzsumme von rund 40 Milliarden Euro.

Verbundbank II

Eine Milliarde Euro erhielt die Verbundbank als Mitgift – die beiden NRW-Sparkassenverbände polsterten die Kapitaldecke der Verbundbank mit 500 Millionen Euro auf, weitere 500 Millionen Euro steuerten die Sicherungseinrichtungen der Sparkassen-Finanzgruppe bei. Diese wurden im Gegenzug an der Helaba beteiligt. Die vor allem in Hessen und Thüringen aktive Helaba konnte damit nach Nordrhein-Westfalen expandieren.

Erste Abwicklungsanstalt I

Die EAA ist die Bad Bank der WestLB - sie soll bis voraussichtlich 2027 die unverkäuflichen Überbleibsel der Bank abwickeln. Die Resterampe der Landesbank wurde im Dezember 2009 aus der Taufe gehoben. Die beiden Vorstände Markus Bolder und Matthias Wargers begannen danach, Käufer für Risikopapiere und Geschäftsbereiche der WestLB mit einem Volumen von rund 77,5 Milliarden Euro zu suchen. Mitte 2012 standen davon noch rund 45 Milliarden Euro in den Büchern der EAA.

Erste Abwicklungsanstalt II

Auf Bolder und Wargers kommt nun aber neue Arbeit zu: Portfolios mit einem Volumen von rund 100 Milliarden Euro, darunter auch der Immobilien-Finanzierer WestImmo, landeten aus der Erbmasse der WestLB bei der EAA. Die Übertragung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Für Verluste aus der Abwicklung stehen Steuerzahler und Sparkassen gerade. Allein für das mit besonders risikoreichen Papieren bestückte, „Phoenix“-Portfolio haben Land und Sparkassen Garantien in einer Höhe von fünf Milliarden Euro gegeben.

Portigon I

Am 1. Juli 2012 ging das neue Serviceinstitut an den Start. Rund 3500 Mitarbeiter sollte Portigon zunächst haben, bis Jahresende sollen es dann weniger als 2700 Menschen sein – und die Zahl der Beschäftigten soll in Zukunft weiter schrumpfen, bis Ende 2016 soll das Service-Geschäft verkauft sein.

Portigon II

Die Portigon-Mitarbeiter werden sich zunächst vor allem mit gut bekannten Geschäftsvorgängen beschäftigen: Sie sollen die EAA bei der Abwicklung ihrer Milliarden-Portfolien unterstützen. Diese strebt selbst einen Personalstand von rund 100 Mitarbeitern an. Auch Portigon wurde mit einer Finanzspritze auf den Weg geschickt: Das Land Nordrhein-Westfalen gab eine Milliarde Euro – es ist nun auch alleiniger Eigner von Portigon.

Die WestLB hatte sich das überwiegend aus privaten Immobilienkrediten bestehende Portfolio aufgebaut, um es zu verbriefen und bei Investoren zu platzieren. Doch in der Finanzkrise zerstoben die Pläne, so dass die Kredite im Volumen von ursprünglich 900 Millionen Euro 2010 an die EAA fielen. Sie baute das Portfolio seither um 260 Millionen Euro ab.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×