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19.03.2013

12:26 Uhr

EC-Karten

Banken und Sparkassen treiben kontaktloses Zahlen voran

Nach bargeldlos kommt kontaktlos. Ab Ende 2014 soll das Bezahlen per Funkchip in einer deutschen Stadt getestet werden. Auch größere Beträge sollen im Vorbeigeben gezahlt werden können.

Ein Geldautomat der Sparkasse. Das berührungslose Bezahlen soll nächstes Jahr kommen. dpa

Ein Geldautomat der Sparkasse. Das berührungslose Bezahlen soll nächstes Jahr kommen.

Frankfurt/BerlinNach einem erfolgreichem Test wollen Banken und Sparkassen in Deutschland ihr Angebot für bargeldloses Bezahlen ausbauen. Ab Ende 2014 solle in einer deutschen Metropolregion das kontaktlose Bezahlen per Funkchip ohne vorheriges Aufladen der EC-Karte mit Guthaben erprobt werden, kündigte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) als Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft am Dienstag in Frankfurt an. So sollen Verbraucher auch größere Beträge quasi im Vorbeigehen bezahlen können, müssen dazu allerdings ihre Geheimnummer (PIN) eingeben.

Das Wichtigste zum kontaktlosen Bezahlen

Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

Das kontaktlose Bezahlen funktioniert per Funk. Die Karten mit Girogo-, Paypass- oder Paywave-Technologie sind mit einem speziellen Chip (NFC - Near Field Chip) ausgestattet. Die Daten werden verschlüsselt mit dem Terminal an der Kasse ausgetauscht, wenn die Karte im Abstand von maximal vier Zentimetern davorgehalten wird. Der Inhaber gibt seine Kreditkarte oder Girocard dabei nicht aus der Hand.

Für welche Beträge ist das gedacht?

Vor allem für Kleinbeträge, die üblicherweise bar bezahlt werden: Tageszeitung, Kaffee. Nutzer neuartiger Visa- oder Mastercard-Karten können kontaktlos bis zu einem Betrag von 25 Euro ohne Geheimnummer (PIN) oder Unterschrift bezahlen. Liegt der Betrag darüber, sind PIN oder Unterschrift notwendig. Wer die SparkassenCard nutzt, muss - wie zuvor bei der Geldkarte - ein Guthaben von höchstens 200 Euro auf die Karte laden und kann dann Beträge bis 20 Euro kontaktlos bezahlen. Nächstes Jahr entscheidet die Kreditwirtschaft über höhere Summen.

Ist die Technik sicher?

Nach Angaben der Sparkassen werden beim Bezahlvorgang nur zahlungsrelevante Daten wie Betrag und Kartennummer ausgetauscht: „Es werden keine Kundeninformationen, keine Namen, an den Handel weitergegeben“, sagt Werner Netzel, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen-und Giroverbands. Visa führt aus, Zahlungen seien „besonders sicher“. Weil nur noch der Chip und nicht der Magnetstreifen zum Einsatz komme, gebe es keine Chance für Kriminelle, die durch manipulierte Automaten Kartendaten abschöpfen. Auch Mastercard will die Sorge vor ungewollten Abbuchungen nehmen: Die Karte funktioniere nur, wenn sie sich im Abstand von höchstens vier Zentimetern vom Terminal befinde.

Was passiert beim Vorhalten zweier Karten?

Wird mehr als eine Karte während des Bezahlvorganges an das Bezahlterminal gehalten, findet keine Abbuchung statt. Der Vorgang wird dann abgebrochen.

Wie kontrolliere ich meine Abbuchungen?

Auf der Karte mit Girogo werden die letzten 15 Bezahlvorgänge und die letzten drei Ladevorgänge gespeichert. Um sie auslesen zu können, brauchen die Kunden allerdings eine Applikation (App) für ihr Smartphone oder müssen einen Terminal im Handel aufsuchen. Bei Paypass und Paywave findet sich jede einzelne Buchung auf dem Kontoauszug.

Wo kann heute schon kontaktlos bezahlt werden?

Abgesehen von den Händlern, die Paypass akzeptieren, kann heute schon in den Stadien von Bayer Leverkusen und Mainz 05 kontaktlos bezahlt werden. Auch in vielen Universitäten und Kantinen gibt es bereits solche Bezahlkarten.

Wie könnte die Entwicklung weiter gehen?

Die NFC-Technik kann auch in Mobiltelefone integriert werden - so wie es heute bereits Google Wallet nutzt. Mit einer speziellen Software könnte das Smartphone dann nicht nur die Geldbörse des Kunden, sondern auch den Kassenterminal des Verkäufers ersetzen. Auf diese Weise könnte man etwa bei Taxifahrern oder Paketboten mobil bargeldlos bezahlen.


„Girocard kontaktlos“ baut auf Erfahrungen von „Girogo“ auf. Die Technik wird seit April 2012 in der Region Hannover-Wolfsburg- Braunschweig getestet. Kunden können etwa in Tankstellen, Buchläden, Supermärkten oder im Fußballstadion Beträge bis 20 Euro quasi im Vorbeigehen begleichen. Die Bankkarte muss nur vor ein Lesegerät gehalten werden, PIN-Eingabe ist nicht notwendig. Zuvor muss die Karte mit Guthaben aufgeladen werden, bis zu 200 Euro sind möglich.


„Innerhalb von nur elf Monaten ist es uns gelungen, Girogo als innovatives Bezahlverfahren zu positionieren“, bilanzierte Werner Netzel, geschäftsführendes DSGV-Vorstandsmitglied. In mehr als 430 Filialen bei 74 Einzelhandelsunternehmen könnten Kunden mit „Girogo“ bezahlen. In der Testregion seien über 1,3 Millionen solcher Karten ausgegeben worden. Auch Visa und Mastercard treiben die Technik voran.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Michael

19.03.2013, 15:17 Uhr

Ein Personalausweis, der Daten speichert, die ich gesetzlich geregelt nicht ablesen darf und eine Zahlmethode, die freiheraus Daten in die Luft sendet.

Ja, klingt sehr vertrauenswürdig. Bin ich schon paranoid? Sollte ich es besser werden? Ich suche mir schonmal ein bisschen Alufolie...

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