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20.07.2011

15:59 Uhr

Eigenes Konzept

Banken wollen Sondersteuer entkommen

Nicht nur die Politik muss morgen beim Griechenland-Sondergipfel Ergebnisse liefern. Auch die Finanzbranche ist gefordert. Eine Sondersteuer will sie nicht – nun arbeitet sie an einem Gegenvorschlag.

Dunkle Regenwolken hängen über der Skyline von Frankfurt. Quelle: dpa

Dunkle Regenwolken hängen über der Skyline von Frankfurt.

FrankfurtDie Finanzbranche will mit eigenen Vorschlägen zur Griechenland-Hilfe die ungeliebte Banken-Sondersteuer abwenden. Einen Tag vor dem Euro-Krisengipfel hieß es aus dem Weltbankenverband IIF, die Institute seien auf gutem Weg, Konzepte zur Beteiligung privater Gläubiger an einem neuen Rettungspaket zu präsentieren. Damit könnten die Schulden Griechenlands um rund 40 Milliarden Euro reduziert werden, sagte ein hochrangiger Bankenvertreter am Mittwoch. Die Verhandlungen liefen noch auf Hochtouren. „Wir werden den Regierungen einen Strauß von Möglichkeiten präsentieren.“

Für den Fall einer Bankenabgabe drohen Klagen aus der Branche. Sollte es zu der von Frankreich vorangetriebenen Steuer kommen, würde diese vor Gericht angefochten, sagten mehrere Bankenvertreter. Denn ein solcher Schritt würde auch die Geldhäuser treffen, die gar keine griechischen Anleihen in ihren Büchern hielten. „Klagen gegen eine solche Steuer wären programmiert“, betonte eine Person aus dem Umfeld des IIF. Anwälten zufolge wären für eine derartige Besteuerung so umfangreiche Gesetzesänderungen nötig, dass eine schnelle Lösung für Griechenland unrealistisch würde.

Die Euro-Staaten diskutieren über eine Steuer auf Gewinne von Banken der Euro-Zone, die über drei Jahre jeweils zehn Milliarden Euro bringen soll. Die Abgabe ist eine von drei Optionen, die im Vorfeld des Euro-Gipfels am Donnerstag diskutiert werden. Mit dieser Maßnahme soll insbesondere verhindert werden, dass die Ratingagenturen einen Zahlungsausfall Griechenlands feststellen und es dadurch zu einer fatalen Kettenreaktion in der Finanzindustrie und an den Märkten kommt. Für diesen Vorschlag ins Zeug gelegt hatten sich die Regierungen in Athen und Paris. Die französischen Banken sind besonders stark in Griechenland engagiert.

Kommentare (6)

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kleingut

20.07.2011, 15:44 Uhr

Ist denn das wirklich so schwierig???

Erstens, man nehme die Gesamtschulden und sage, dass 50% davon wahrscheinlich nie zurückbezahlt werden können. Diese 50% schuldet man auf 20 Jahre um und macht die Zinsen endfällig. Das hätte den gleichen Effekt wie ein 50%iger Schuldenerlass, nur dass die Schulden de jure bestehen bleiben, was sehr wichtig ist!

Zweitens, weitere 30% der Schulden schulde man auf 10 Jahre um, ebenso mit endfälligen Zinsen nach 10 Jahren.

Und drittens, die restlichen 20% prolongiere man auf 5 Jahre mit günstigen Zinsen.

Ende der Durchsage! http://klauskastner.blogspot.com/2011/06/griechenlandkrise-vielleicht-doch-eine.html

Die bestehenden Kreditgeber müssen Ihr Risiko zu 100% beibehalten, wie es sich auch gehört. Wenn sie dadurch in Schwierigkeiten geraten, dann sollten die Staaten direkt bei diesen Kreditgebern einsteigen, statt die Griechen weiterhin mit Schulden zu belasten, die den Griechen nichts bringen!!!


Account gelöscht!

20.07.2011, 15:49 Uhr

Und was sind das wieder für Augenwischer-Vorschläge?

Wieder lanfristige Anleihen, für wertlose kurzfristige Anleihen eintauschen?Oder Schuldenschnitt mit vorheriger erneuten legislativen aufgeweichten Bilanzierungsregeln, wie schon zu Lehman geschehen?

Bis Lehman war die EK-Quote bei 10% (welches auch schon ein Witz war) gesetzlich festgelegt, seit Lehman ist diese nur noch bei 5%.

Kompromiss der Banken bei einem Schuldenschnitt Griechenland wird wohl eine 0,5% Grenzen des EK sein. So macht man Geschäfte

Account gelöscht!

20.07.2011, 15:55 Uhr

Das ist die real existierende Brüssler Diktatur. Schon lange sind die Euro-Bürokraten scharf auf eine eigene Steuer. Unter dem Deckmäntelchen der Griechenlandrettung könnten sie nun ganz ungeniert diesen Plan umsetzen. Ein Schelm wer daran zweifelt, dass diese Steuer nach drei Jahren ausläuft. Wie war das noch beim deutschen Soli für Ostdeutschland? Diese Steuer wäre ein Ermächtigungsgesetz für Brüssel.

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