Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.04.2006

19:55 Uhr

Eine Milliarde Prämienvolumen angestrebt

Allianz wächst kräftig in China

VonAndreas Hoffbauer

Der Allianz-Konzern setzt große Hoffnungen in die neue Partnerschaft mit der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). Er sei sehr erfreut, wie gut die neue Zusammenarbeit mit ICBC laufe, sagte der zuständige Allianz-Vorstand Werner Zedelius dem Handelsblatt: „Ich sehe da noch ein sehr großes Potenzial.“

Derzeit verzeichnen ausländische Versicherer in China nur einen geringen Marktanteil. Doch der Markt bietet laut Allianz-Vorstand Zedelius Potenzial. Foto: dpa

Derzeit verzeichnen ausländische Versicherer in China nur einen geringen Marktanteil. Doch der Markt bietet laut Allianz-Vorstand Zedelius Potenzial. Foto: dpa

PEKING. Er bestätigte, dass seit Besiegelung der neuen Partnerschaft im Januar die Prämienumsätze im Reich der Mitte weiter deutlich gewachsen sind. Im ersten Quartal hat der deutsche Versicherer mit seinem neuen Partner ICBC schon etwa das Prämienniveau des Gesamtjahres 2005 erreicht.

Der Münchener Konzern hatte im Januar den Einstieg bei der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) bekannt gegeben. Er hat eine Mrd. Dollar für 2,5 Prozent an Chinas drittgrößter Bank bezahlt. Der Einstieg wurde von Analysten auch kritisch gesehen, weil die ICBC als Staatsbank mit rund 400 000 Mitarbeitern als unflexibel galt. Außerdem war sie mit vielen „faulen“ Krediten belastet. Die Regierung in Peking hat jedoch mit Milliarden-Spritzen die Sanierung und die Restrukturierung der Bank bereits massiv vorangetrieben.

Vorbild für China ist das Indiengeschäft. In Indien wird der deutsche Versicherungskonzern in diesem oder im nächsten Jahr die Ein-Mrd.-Euro-Grenze überschreiten. Dort bietet der Konzern bereits flächendeckend in ländlichen Gebieten günstige Policen an. Im Jahr 2005 hat dort allein das Geschäft mit Lebensversicherungen um 300 Prozent zugelegt. „Diesen Erfolg wollen wir auch nach China bringen“, sagt Zedelius. Ziel sei es, in einigen Jahren auch in China eine Mrd. Euro an Prämien einzunehmen.

Momentan steuert das China-Geschäft noch weniger als 50 Mill. Euro zum Prämienvolumen bei. Bislang kontrollieren alle ausländischen Versicherer insgesamt nur 2,6 Prozent des Versicherungsmarktes im Reich der Mitte. Ein Grund ist, dass der Markt erst kurz für ausländische Firmen geöffnet ist. Zudem ist er noch immer sehr stark reguliert. In China dominieren durch diese strengen Vorgaben die chinesischen Versicherungsriesen den Markt.

So können – anders als in Indien – ausländische Versicherungen in China keine heimischen Konkurrenten übernehmen. Auch ist eine landesweite Ausbreitung schwierig, da für jede Provinz eine eigene Genehmigung erforderlich ist – selbst bei Partnerschaften mit landesweit vertretenen Banken wie der ICBC.

Dennoch drängen ausländische Konzerne in den chinesischen Versicherungsmarkt. Denn China gilt als stark wachsender Zukunftsmarkt. Weniger als vier Prozent der 1,3 Mrd. Chinesen haben bislang eine Versicherung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×