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05.02.2016

15:03 Uhr

Einigung im US-Steuerstreit

Warum Julius Bär so günstig davonkommt

VonHolger Alich

Die Privatbank Julius Bär muss 547 Millionen Euro für eine Einigung im Streit um Steuerhinterziehung an US-Behörden zahlen. Im Vergleich zu Strafen anderer Banken ist das günstig. Was die Behörden milde stimmte.

Im Streit um Steuerhinterziehung mit den USA kommt die Schweizer Privatbank mit einem blauen Auge davon. dpa

Julius Bär

Im Streit um Steuerhinterziehung mit den USA kommt die Schweizer Privatbank mit einem blauen Auge davon.

ZürichDer Blick in die Details der Einigung von Julius Bär mit der US-Justiz im Steuerstreit enthüllt Interessantes. Denn noch nachdem UBS mit Beihilfe zur Steuerhinterziehung 2008 aufgeflogen war, nahm Julius Bär Steuerflüchtlinge, die von UBS kamen, bei sich auf, teilte die Schweizer Finanzaufsicht Finma mit. Doch wenig später warf das Management das Ruder herum – und legte damit den Grundstein dafür, dass die Bank mit einem blauen Auge davon kommt.
Wie bereits zuvor bekannt war, muss Julius Bär eine Buße von 547 Millionen Dollar an die USA für Beihilfe zur Steuerhinterziehung zahlen. Darüber hinaus haben sich zwei Berater schuldig bekannt. Ihnen wird im August der Prozess gemacht, ihnen droht bis zu fünf Jahren Haft. Sie sind immer noch bei Julius Bär angestellt, laut Finanzkreisen hilft ihnen die Bank im Rechtsstreit.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Im Vergleich zur Credit Suisse kommt Julius Bär damit richtig billig davon. Die zweitgrößte Schweizer Bank musste 2014 insgesamt Bußen von 2,8 Milliarden Dollar bezahlen und zudem als Bank selbst ein Schuldeingeständnis abgeben. Letzteres bleibt Julius Bär erspart. Die israelische Bank Leumi musste im Steuerstreit mit 400 Millionen Dollar Buße zahlen. Als war bekanntlich UBS mit Steuerflucht-Hilfe aufgeflogen und musste 2008 die Summe von 780 Millionen Dollar zahlen.

Laut dem US-Justizministerium hat Julius Bär mindestens von 1990 bis zum Jahr 2009 US Kunden beim Steuerhinterziehen geholfen. „Zum Höchststand im Jahr 2007 verwaltete Julius Bär rund 4,7 Milliarden Dollar in etwa 2589 nicht-deklarierten Konten, die US-Steuerzahlern gehörten“, schreibt das Justizministerium. „Von 2001 bis 2011 verdiente Julius Bär rund 87 Millionen Dollar und erzielte 219 Millionen Dollar Brutto-Einnahmen mit den unversteuerten Konten von US-Steuerzahlern“, heißt es weiter.

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Wegen teurer Strafen in den USA schmilzt der Gewinn im Jahr 2015. Nun will Julius Bär die Kosten auf Einlagen bei der EZB teilweise an seine Kunden weitergeben. Analysten sind skeptisch.

Diese Tatbestände – Milliarden versteckter Vermögen und Aufnahme von Steuerflüchtlingen der UBS – hätte eigentlich eine drakonischere Strafe erwarten lassen. Laut der Einigung der Credit Suisse hatte die zweitgrößte Bank insgesamt 22000 US-Kunden mit insgesamt zehn Milliarden Dollar Vermögen betreut; allerdings umfasst diese Zahl sowohl versteuerte wie unversteuerte Kundengelder. Eine exakte Zahl zu den unversteuerten Geldern nennen die US-Behörden nicht. Laut Finanzkreisen sollen die unversteuerten US-Gelder bei Credit Suisse sich aber in vergleichbaren Größenordnungen wie bei Julius Bär bewegt haben.

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