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30.11.2011

13:11 Uhr

Einlagen bei EZB

Banken sind nervös wie lange nicht mehr

Es ist eines der sichersten Indizien dafür, wie gering das Vertrauen der Banken derzeit ist: Die eintägigen Einlagen der Geschäftsbanken bei EZB nähern sich der Marke von 300 Milliarden Euro. Die Branche zittert.

Düsterer Ausblick: Die Banken sind nervös. dapd

Düsterer Ausblick: Die Banken sind nervös.

FrankfurtDie Lage im europäischen Bankensystem trübt sich weiter ein. Am Mittwoch näherten sich die eintägigen Einlagen der Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) der Marke von 300 Milliarden Euro. Die sogenannten Übernacht-Einlagen stiegen von 281,4 Milliarden Euro am Dienstag auf zuletzt 297,1 Milliarden Euro, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.

Das ist der höchste Stand seit Anfang November. Die Marke von 300 Milliarden Euro hatten die Einlagen zuletzt im Sommer 2010 überschritten. Die eintägigen Ausleihungen der Banken stiegen unterdessen von 1,72 Milliarden auf 2,7 Milliarden Euro. Auch dies ist deutlich mehr als üblich.

Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB gelten als Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander. Normalerweise refinanzieren sich die Geschäftsbanken nur ungern über Nacht bei der Notenbank, da die Konditionen für sie ungünstig sind.

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Der direkte Handel zwischen den Banken ist aber - ähnlich wie in der Finanzkrise 2008 - erneut ins Stocken geraten. Hauptgrund ist das starke Engagement einzelner Institute in Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten. Vor allem das Misstrauen gegenüber der drittgrößten Wirtschaft im Euroraum, Italien, war zuletzt deutlich gestiegen.

Heute spielen die Ergebnisse der neuerlichen Banken-Stresstests eine wichtige Rolle bei der Gesprächsrunde der EU-Finanzminister in Brüssel. Erst nach dem nächsten Treffen der Minister werde man das Datum der Veröffentlichung bekanntgeben, hieß es am Dienstag von der Europäischen Bankenaufsicht EBA in London. Die EBA habe Fortschritte bei der Prüfung gemacht. Wenn der Rat diese festzurre, werde man das Paket zur Rekapitalisierung von Banken fertigstellen und veröffentlichen.

Kommentare (7)

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firlefranz77

30.11.2011, 12:41 Uhr

So steigt wenigstens der Druck auf Merkel und Co. endlich "dramatische" und weitgehende Entscheidungen zu treffen.

Durchlavieren a la Merkel ist so nicht mehr lange möglich.

imho

30.11.2011, 13:05 Uhr

denen brechen buchstäblich alle dämme weg.

atinak

30.11.2011, 13:34 Uhr

Das billige Ablenkungsmanöver der Politik, vor allem auch von Rot-Grün, die uns den Schlamassel eingebrockt haben, um von der eigenen Verantwortungslosigkeit abzulenken, zieht nicht mehr. Das einzig Positive daran ist, dass der Druck auf die Politik wächst, endlich die eigenen Finanzen in Ordnung zu bringen und nicht ständig mehr auszugeben als eingenommen wird und selbst den Arbeitsunwilligsten noch mit sozialen Wohltaten vollzuschütten.

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