Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2011

09:38 Uhr

Einlagensicherung

Sparkassen und Genossen erringen Etappensieg

VonY. Osman, F. Drost, S. Menzel

Der EU-Kommissar kann sich mit seiner geplanten Solidarhaftung bei der Einlagensicherung der Banken offenbar nicht durchsetzen. Nun sollen die verschiedenen Einlagensicherungen doch nicht füreinander haften. Das ist ein wichtiger Etappensieg für Genossen und Sparkassen.

EU-Kommissar Barnier: Schlappe bei geplanter Solidarhaftung. dpa

EU-Kommissar Barnier: Schlappe bei geplanter Solidarhaftung.

FRANKFURT BERLIN WIEN. Die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken können sich über einen wichtigen Etappensieg bei der Reform der europäischen Einlagensicherung freuen. Denn der EU-Rat, in dem die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten vertreten sind, ist dabei, wichtige Teile des radikalen Reformvorschlags von EU-Kommissar Michel Barnier zu kassieren. Insbesondere für Sparkassen und Volksbanken steigen die Chancen, ihr System des unbegrenzten Einlagenschutzes zu erhalten. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Europäischen Rats.

Das wichtigste Ergebnis: Die verschiedenen europäischen Einlagensicherungen sollen nun doch nicht füreinander haften müssen, wie das Handelsblatt erfuhr. „Erst wehren wir uns mit Händen und Füßen gegen eine Transferunion, und dann sollen wir sie bei der Einlagensicherung einführen“, hieß es in Ratskreisen. „Eine solche Solidarhaftung lehnen alle Mitgliedstaaten ab. Das steht deshalb auch nicht mehr im Statusreport der belgischen Ratspräsidentschaft“, sagte auch Gerhard Hofmann, Vorstand des Bundesverbands deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), dem Handelsblatt.

Dieser Etappensieg ist wichtig, insbesondere für Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Die kleinen Institute, die die Krise besser meisterten als andere Bankgruppen, wollen nicht für andere Institute mit riskanterer Geschäftsstrategie mithaften.

Fortschritte zeichnen sich aber auch auf einem anderen wichtigen Gebiet ab: Wichtige EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien verlangen, dass die Banken frei entscheiden dürfen, wie sie die Mittel ihrer Einlagensicherung verwenden: entweder, indem sie präventiv angeschlagene Banken sanieren, oder, indem sie nach einer Pleite die Anleger entschädigen. Das sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen dem Handelsblatt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MW

18.01.2011, 18:05 Uhr

Wenn die Sicherungssysteme der Sparkassenverbände wirkungsvoll eine Pleite jedes Verbundunternehmens verhindern können, warum musste dann der Staat Milliarden Euro in die Rettung der Landesbanken - die ja auch zum Sparkassenverbund gehören - stecken?
Eigentlich müssten doch sofort alle Rettungsgelder aus dem Sicherungsfonds der Sparkassen zurückgezahlt werden können, oder?
Oder sind die Aussagen der Sparkassenvertreter vielleicht doch nur "heiße Luft" und sobald die erste größere Sparkasse schief liegt muss dann doch wieder der Steuerzahler einspringen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×