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21.01.2014

11:05 Uhr

Einstellungspraktiken in China

Behörden nehmen JP Morgan ins Visier

Die US-Großbank JP Morgan hat weiteren Ärger in China. Erneut geht es um die Frage, ob Mitarbeiter nur eingestellt wurden, um über Verwandte Geschäfte zukommen zu lassen. Nun ermitteln die Behörden.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Untersuchungen über die Einstellungspraktiken von JPMorgan begonnen, wie die Bank im November mitteilte. Reuters

Bereits im vergangenen Jahr hatten Untersuchungen über die Einstellungspraktiken von JPMorgan begonnen, wie die Bank im November mitteilte.

JP Morgan hat eom Mandat für die Begleitung des Börsengangs von Tianhe Chemicals Group im Volumen von einer Milliarde Dollar in Hongkong aufgegeben, wie Bloomberg von zwei Personen erfuhr, die mit den Vorgängen vertraut sind. US-amerikanische Behörden untersuchen derzeit die Einstellungspraktiken der Bank.

In diesem Zusammenhang tauchten offenbar Fragen über Joyce Wie auf, eine frühere Mitarbeiterin von JP Morgan, deren Vater Qi Wei, der Chairman von Tianhe Chemicals ist, sagten die informierten Personen. Die Schweizer Großbank UBS AG, die ebenfalls bei dem IPO berät, holte Wie Ende letzten Jahres an Bord, wie verlautete.

Die US-Behörden prüfen, ob JP Morgan in Asien Mitarbeiter einstellte, die Verwandte in staatlichen Ämtern hatten und der Bank Geschäft zukommen lassen konnten. Das verlautete von Personen, die mit den Untersuchungen vertraut sind. Gaby Abdelnour, früherer Leiter des Asien-Pazifik- Geschäfts der Bank sei von US-Ermittlern über seine Kenntnisse im Hinblick auf die Einstellungspraktiken befragt worden, war in der vergangenen Woche verlautet. Weder Abdelnour noch die Bank werden bislang eines Fehlverhaltens beschuldigt.

„Die Investmentbanken sind zurzeit super vorsichtig“, sagte Philippe Espinasse, früherer Leiter Aktien-Kapitalmärkte bei Nomura und Autor von „IPO: a Global Guide“ in einem Telefoninterview aus Hongkong. „Es dürfte für sie einiges auf dem Spiel stehen, wenn sie bei dem Mandat bleiben würden und es eine direkte Verbindung zwischen dem leitenden Management des Unternehmens und einem von der Bank eingestellten Mitarbeiter gäbe.“ Weder JP-Morgan- noch UBS-Sprecher wollten sich dazu äußern.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Untersuchungen über die Einstellungspraktiken von JP Morgan begonnen, wie die Bank im November mitteilte. Das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC untersuchen, ob die Bank Kinder und andere Verwandte von gut vernetzten Politikern und Klienten eingestellt hat, um Geschäft zu gewinnen. Das könnte gegen Anti- Bestechungsgesetze verstoßen, hieß es damals aus informierten Kreisen.

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