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10.01.2014

13:14 Uhr

Einstellungswelle

EZB treibt Banker-Gehälter in die Höhe

Für die neue Bankenaufsicht braucht die Europäische Zentralbank 1000 neue Mitarbeiter. Um diese konkurriert die EZB mit den Geschäftsbanken – und bietet gutes Geld. Die Deutsche Bank könnte bald mehr zahlen müssen.

EZB-Zentrale in Frankfurt: Die neue Bankenaufsicht braucht qualifiziertes Personal – und konkurriert mit den Geschäftsbanken um die Mitarbeiter. dpa

EZB-Zentrale in Frankfurt: Die neue Bankenaufsicht braucht qualifiziertes Personal – und konkurriert mit den Geschäftsbanken um die Mitarbeiter.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) konkurriert mit Finanzriesen wie Deutsche Bank und HSBC um Mitarbeiter, weil sie für ihre Rolle als Bankenaufsicht der Eurozone 1000 Mitarbeiter einstellen will. Ihre neue Aufgabe soll die EZB schon im November übernehmen.

Die EZB zahlt Analysten, Team- und Abteilungsleitern Gehälter zwischen 54.408 Euro und 116.508 Euro und liegt damit womöglich unter den Angeboten der Geschäftsbanken - allerdings machen Steuererleichterungen, Zuschüsse für die Kinderbetreuung sowie an Gehälter gebundene Renten die Jobs bei der Notenbank durchaus attraktiv, erklärt Berater Aleksander Montalbetti von der Firma Indigo Headhunters in Frankfurt.

Die EZB unter Leitung von Mario Draghi holt in Frankfurt die neuen Leute an Bord, nachdem die europäischen Staats- und Regierungschef ihr die Aufgabe der Bankenaufsicht in der Region übertragen hatten. Chefin der Bankenaufsicht ist die Französin Danièle Nouy. Die Branche war von der Finanzkrise und einer Reihe von Skandalen gebeutelt worden, darunter etwa die Manipulation von Referenz-Zinssätzen.

Die Einstellungswelle bei der EZB könnte die Gehälter nach oben treiben, weil gleichzeitig auch die Banken auf der Jagd nach Risikomanagern und Compliance-Mitarbeitern sind, um mit der Flut regulatorischer Vorgaben zurechtzukommen.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

„Jeder redet darüber. Banken und Beratungsfirmen machen sich Sorgen, dass sie EZB einige ihrer Mitarbeiter an sich ziehen wird“, sagt Montalbetti gegenüber Bloomberg News. „Sie wird als sehr attraktiver Arbeitgeber gesehen. Ich kenne mehrere Banker und Prüfer, die sich bewerben.“ Korbinian Ibel, bisher Leiter Group Risk Controlling und Capital-Management bei der Commerzbank, gehört zu jenen Leuten, die bereits angestellt worden sind, um die vier Abteilungen der neuen Aufsicht zu führen, wie die EZB am Donnerstag erklärte. Stefan Walter von Ernst & Young, Ramon Quintana von der spanischen Zentralbank und Jukka Vesala von der finnischen Finanzaufsicht sind die anderen drei Generaldirektoren.

Die EZB muss bei ihren Einstellungen erfolgreich sein, weil sie das Vertrauen in das europäische Finanzsystem wieder stärken will. Diese Meinung vertritt Martin Hellmich, der als Professor für Risikomanagement und Regulierung an der Frankfurt School of Finance & Management unterrichtet. Die Geschäftsbanken ihrerseits holen hunderte neue Mitarbeiter an Bord – als Antwort auf die neue Regulierung, die steuerfinanzierte Rettungen wie nach der Pleite von Lehman Brothers in 2008 künftig verhindern soll.

Kommentare (12)

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blackforest

10.01.2014, 13:59 Uhr

Bankster überwachen die anderen Bankster ... so so! Ich glaube an Schneewittchen und die 1000 Banker äh Zwerge. Das ganze Schmierseifen-Theater der Finanz-Eliten ist nur noch Ekelhaft!

Rudolf

10.01.2014, 14:14 Uhr

Was wollen die Kausperl denn machen? Außer auf unser aller Kosten leben. Rein gar nichts hat sich seit Lehmann geändert - nur schlimmer ist halt alles geworden. Alle Assets steigen, weil das zuviel an Geld ja wohin muss - und das Volk, die dumme Masse - war ja immer schon so - zahlt und wird so für die Dummheit bestraft, durch Verlust der Renten .... Aber die Anzugträger verkneifen nicht mal die Augen - Abzocke ist das - mehr nicht. Geld ensteht nur durch Kreditvergabe. Das unnütze aufgeblassene Geld treibt nur Blasen und natürlich die Bonis. Denn ohne zuviel an Geld gäbe es nur vernünftige Preise. Scheinbar ist der Verstand in der Gesellschaft kollektiv abhanden gekommen. Ich fasse es nicht. Rechnen kann keiner mehr, denken auch nimmer aber Vollgaaaaas Geldrucken -die Obergauner der EZB, die Oberschuldenmacher. A licence to print money - da ist mir James Bond mit licence to kill schon irgendwie lieber, da ich weiß, dass es nur ein Film ist... N-tv bringt ab und zu kritische Beiträge. HB, haut doch mal drauf! Das allgemeine Gewäsche mag doch kein Leser mehr haben - wissen wir doch schon. Denke ohnehin, dass das nur Profis (oder solche die sich dafür halten:)) die Beiträge lesen. Wir wollen HIntergründe und Transparenz. Mal ne gescheite Recherche. Haut rein, sonst gehts Euch wie der FT Deutschland, die haben nur noch Müll am Ende schrieben und waren dann "weg" und das berechtigt zumind. meiner Meinung nach...

r-tiroch@t-online.de

10.01.2014, 14:56 Uhr

wenn jeder über 500.000.-€ verdient, werden sie sich gegenseitig garantiert nie Weh tun, gell?

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