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10.01.2011

07:00 Uhr

Einstiegsspekulationen

HSH Nordbank kooperiert mit der China Development Bank

VonFrank Matthias Drost

Die kriselnde HSH Nordbank und die China Development Bank wollen künftig enger zusammenarbeiten. Nun wird spekuliert, dass die Chinesen schon bald bei der Landesbank einsteigen könnten. Denn die Hamburger suchen dringend einen neuen Großaktionär.

Chinesische Investoren haben ein Auge auf die HSH Nordbank geworfen. dpa

Chinesische Investoren haben ein Auge auf die HSH Nordbank geworfen.

BERLIN. Die kriselnde HSH Nordbank und die China Development Bank rücken näher zusammen. Am Freitag unterschrieben beide Institute eine Absichtserklärung über die weitere Zusammenarbeit. Damit werden Spekulationen genährt, dass über kurz oder lang ein gesellschaftsrechtlicher Einstieg der Chinesen bei der Landesbank bevorstehen könnte. Denn die Landesbank, die der größte Schiffsfinanzierer der Welt ist, braucht in absehbarer Zeit einen neuen Großaktionär.

Bereits Anfang Dezember vergab die chinesische Staatsbank einen 500-Millionen-Dollar-Kredit an die HSH. "Das Vertrauen der Investoren in die Zukunftsfähigkeit der Bank ist wieder gewachsen", jubelte das Institut damals. Schwerpunkte der weiteren Zusammenarbeit sollen die maritime Wirtschaft, erneuerbare Energien und die Luftverkehrswirtschaft sein. Dabei stehen gemeinsame Finanzierungen und Syndizierungen im Vordergrund. "Durch die Zusammenarbeit mit der China Development Bank können wir die operativen Stärken der HSH Nordbank ausbauen und damit einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Instituts tun", sagte HSH-Vorstand Constantin von Oesterreich.

Nach den vielen Tiefschlägen der Vergangenheit, die in der angekündigten Demission von Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher gipfelten, kann die HSHdamit wieder einmal mit guten Nachrichten aufwarten. Nach den bisherigen Plänen soll sie dieses Jahr wieder schwarze Zahlen erwirtschaften und 2012 wieder in der Lage sein, eine Dividende auszuschütten. Während Nonnenmacher die Bank zu einer Radikalkur zwang, muss sein Nachfolger, der Investmentbanker Paul Lerbinger, das Institut nachhaltig in die schwarzen Zahlen bringen. Lerbinger wird am 1. März in den Vorstand eintreten und einen Monat später Nonnenmacher an der HSH-Spitze ablösen.

Mit Spannung wird das Urteil aus Brüssel erwartet. Die EU-Kommission muss sich noch offiziell über die Auflagen äußern, die die HSH Nordbank für ihre staatlichen Beihilfen erfüllen muss. Schleswig-Holstein und Hamburg hatten der Bank drei Milliarden Euro frisches Eigenkapital gegeben, um eine Pleite abzuwenden. Im Mittelpunkt steht, welche Frist die EU-Kommission den Eignern Schleswig-Holstein und Hamburg setzt, um sich von ihrer Mehrheit zu trennen. Zusammen halten die Länder 85,5 Prozent. Die Bank ist dabei, ihre Bilanzsumme zu halbieren.

Auch wenn das Schiffsfinanzierungsgeschäft eingedampft werden soll, bleibt es für HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper ein wichtiger Pfeiler. Allerdings müsse das Schiffskreditbuch noch internationaler werden. Auch Kopper plädiert dafür, die Kontakte mit chinesischen Banken auszubauen. Selbst als Großaktionäre wären sie ihm recht. "Ich suche jemanden mit Renommee und langem Atem", sagte er.

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