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03.01.2011

13:49 Uhr

Enthüllungsplattform

Wikileaks macht Bank of America nervös

Die Ankündigung von Wikileaks, eine große US-Bank mit Enthüllungen bloßzustellen, zeigt Wirkung - vor allem bei der Bank of America. Das Geldhaus wappnet sich mit einem eigenen Team und setzt zusätzlich auf externe Hilfe.

Geldautomaten der Bank of America: Das Institut reagiert auf die Drohungen von Wikileaks. Quelle: dpa

Geldautomaten der Bank of America: Das Institut reagiert auf die Drohungen von Wikileaks.

HB NEW YORK. Wikileaks sorgt hinter den Kulissen der Finanzwelt für hektische Betriebsamkeit. Vor allem die Bank of America, die momentan als wahrscheinlichstes Ziel gilt, ergreift Maßnahmen. Nach einem Bericht der "New York Times" (Montag) hat das Institut ein Team von 15 bis 20 Leuten gebildet, das interne Dokumente nach brisanten Inhalten durchforstet und Informationslecks aufspüren soll.

"Wir wollen vorbereitet sein, wenn etwas passiert", sagte ein Bankmitarbeiter, der anonym bleiben will, der Zeitung. Den Informationen zufolge hat sich der Finanzkonzern mit der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton sowie mit mehreren Anwaltskanzleien sogar externe Hilfe ins Haus geholt - um etwa abschätzen zu können, welche Folgen die Offenlegung von Kundendaten hätte.

Wikileaks-Gründer Julian Assange hatte im November in einem Interview mit dem US-Magazin "Forbes" angekündigt, Material aus einer US-Großbank zu veröffentlichen, das "ungeheuerliche Übertretungen" und "unethische Praktiken" offenlege. Er versprach Einsichten ins Innenleben der Finanzwelt. Die Enthüllungen werden seiner Ansicht nach so bahnbrechend sein, dass sie Reformen nach sich ziehen dürften.

Die Bank of America gilt als wahrscheinlichstes Ziel, weil Assange bereits vor einem Jahr gesagt hatte, Wikileaks sei im Besitz der Festplatte eines hochrangigen Managers der Bank. Bestätigt wurde dies aus der Bank zwar nie. Doch jüngst gab die Enthüllungsplattform den Gerüchten Nahrung mit der Aussage: "Macht Ihr Betrieb Geschäfte mit der Bank of America? Unsere Empfehlung ist, Ihr Geld irgendwo hinzubringen, wo es sicherer ist."

Die Bank of America - die Nummer eins der Branche in den USA - ist mittlerweile auf Konfrontationskurs mit Wikileaks gegangen. Sie leitet keine überlebensnotwendigen Spendengelder mehr weiter, nachdem die Organisation zum wiederholten Male geheime US-Regierungsdokumente veröffentlicht hatte. Auch die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard sowie der Online-Zahlungsabwickler Paypal boykottieren Wikileaks.

Kommentare (2)

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Isaac Ben Laurence Weismann

03.01.2011, 18:04 Uhr

Diejenigen, die gerne ihr eigenes Hemd als Fahne in den Wind hingen, sind heute nicht mehr weit davon entfernt, nunmehr die Hose (gestrichen voll) ebenso aufziehen zu lassen. Das geht aber auch nur dort, wo zuvor versteckte Fouls an der Tagesordnung waren. Die Absicht wird zum Normalfall. Keiner regt sich mehr auf. Wozu. Wird es anders? NEiN!

Vilkutis

04.01.2011, 20:11 Uhr

alles was von Wikileaks veröffentlicht wird ist beachtenswert und wer denkt, Wikileaks sei von den USA bezahlt, oder wurde von denen gefördert, sollte sich lieber aus solchen beiträgen raushalten und sich lieber über die MSM auslassen und sich Gedanken über die bRD und deren Zukunft machen.

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