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20.01.2005

14:30 Uhr

Entlassungswelle in London und New York

Deutsche Bank verschickt Kündigungen

Nach Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen hat die Deutsche Bank im Rahmen ihres bereits angekündigten Kostensenkungsprogramms begonnen, Kündigungsschreiben an zahlreiche Mitarbeiter zu verschicken.

HB LONDON. Seit zwei Wochen würden die Entlassungsschreiben verschickt, hieß es am Donnerstag in den Kreisen. Die Deutsche Bank wollte dies nicht kommentieren. In Deutschland will die Bank bis Ende nächsten Jahres per saldo 1920 Stellen streichen und damit die Mitarbeiterzahl auf rund 25 400 senken.Es wird davon ausgegangen, dass im Bereich Corporate and Investment Bank weitere gut 2000 Banker gehen müssen, der Großteil davon in den Abwicklungsbereichen. Zudem könnten in der Vermögensverwaltung mehr als 1000 Stellen zur Disposition stehen.

Die Kostenmaßnahmen dienen dem Ziel von Bankchef Josef Ackermann, 2005 endlich eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 % zu erreichen. Davon war das Institut mit zuletzt 20 % noch weit entfernt. Details zu den Sparplänen will Deutschlands größte Bank Anfang Februar bekannt geben. Zuletzt hatte sie aber bereits mitgeteilt, dass im vierten Quartal Restrukturierungskosten von rund 600 Mill. € zu verkraften seien, vor allem wegen Abfindungen. Dennoch rechnet die Bank mit schwarzen Zahlen.

Ackermann will beim Gewinn zu den großen internationalen Konkurrenten der Bank aufschließen. Analysten erwarten von der Deutschen Bank, dass sie ihr Renditeziel aus eigener Kraft und ohne Einmaleffekte erreicht. Verkäufe der verbliebenen Industriebeteiligungen des Geldinstituts, zu denen in erster Linie ein Aktienpaket des Autokonzerns Daimler-Chrysler zählt, würden daher bei der Beurteilung nicht berücksichtigt.

Deutschlands größtes Finanzhaus hatte Anfang Dezember bereits angekündigt, unterm Strich 1920 oder sieben Prozent aller Jobs in Deutschland zu kappen. Die Maßnahmen kämen nicht überraschend, da die Bank Ende vergangener Woche allein für 2004 Kosten in Höhe von 500 Mill. € für Abfindungen und andere Personalmaßnahmen im In- und Ausland in Aussicht gestellt hatte, heißt es in einem Zeitungsbericht. Diese Summe drückt auch das Jahresergebnis nach unten. In diesem Jahr sollen zusätzliche Belastungen folgen, die aber durch geringere laufende Kosten ausgeglichen werden. Auch in der Vermögensverwaltung erwarten Branchenkenner Einschnitte.

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