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20.03.2011

11:26 Uhr

Erdbebenschäden

Japan will Bankenkrise mit Staatsgeld verhindern

Japans Finanzinstitute können sich in der Krise auf den Staat verlassen. Nachdem die Notenbank nach Erdbeben und Tsunami Milliarden in das Finanzsystem gepumpt hat, will die Regierung Banken nun direkt unterstützen.

Filiale der UFJ Bank. Die japanische Regierung will Banken in den Bebengebieten stützen. Quelle: ap

Filiale der UFJ Bank. Die japanische Regierung will Banken in den Bebengebieten stützen.

TokioJapans Regierung will nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami möglicherweise Banken in den betroffenen Gebieten mit Steuergeld unterstützen. Die Regierung bestätigte entsprechende Überlegungen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag berichtete.

Damit solle sichergestellt werden, dass die Institute ihren Geschäften reibungslos nachgehen könnten. Regierungssprecher Yukio Edano sagte dem Bericht zufolge, die offiziellen Stellen seien bereits angewiesen, die notwendigen Schritte zu prüfen. Nach dem schweren Beben gab es Bedenken, ob regionale Geldgeber in der Lage seien, die notwendigen Mittel aufzutreiben.

Seit Anfang vergangener Woche hatte auch Japans Notenbank Dutzende Milliarden Euro zur Beruhigung der Finanzmärkte in das Bankensystem gepumpt. Die Summe der kurzfristigen Notfallmaßnahmen summierte sich zuletzt auf rund 37 Billionen Yen (322 Mrd Euro).

Von

dpa

Kommentare (1)

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MatthiasLeib

20.03.2011, 15:07 Uhr

Ich bin mir nicht sicher, dass diese 37 Billonen Yen ausreichen werden, um den entstandenen und noch in Zukunft entstehenden Schaden halbwegs ersetzen zu können. 

Offensichtlich verstärkt sich die radioaktive Verseuchung noch und es wurde jetzt auch radioaktives Jod im Trinkwasser in Tokio entdeckt. 

Wenn ich mir vorstelle, dass die japanische Industrie dann ihre Produkte mit radioaktivem Wasser herstellt und exportiert, dann stellt sich mir heute die Frage, welcher Kunde radioaktiv verseuchte Produkte wie Autos, Reifen, Flachbildfernseher, Digitalkameras, Spielekonsolen usw. in Zukunft tatsächlich kaufen wird. 

Welcher Kunde will jeden Tag in einem verstrahlten Auto durch die Gegend fahren? 

Welche Eltern werden mit gutem Gewissen ihren Kindern das Spielen mit radioaktiv verseuchten Spielekonsolen erlauben? 

Ich denke, dass diese ganzen Gedanken nach dem ersten Schock irgendwann beim Verbraucher auftauchen. Und wenn die Verbraucher so reagieren wie aktuell beim "Bio-Sprit", dann kaufen sie nichts. 

Und wenn die Verbraucher keine radioaktiv verstrahlten Produkte aus Japan kaufen, dann fließen auch keine Erlöse mehr nach Japan zurück. 

Und erst dann würde in Zukunft der Schaden wirtschaftlich noch viel höher als heute vielleicht einige Menschen denken. Dann sinken sofort wieder die Aktienkurse an den Börsen, die Immobilienfonds sind dann vielleicht auch nichts mehr wert, weil in den verstrahlten Immobilien keine Menschen leben und arbeiten können usw. Eine Negativ-Kette könnte sich dann in Gang setzen und weltweit müssten dann auch die Notenbanken wieder Stützungsmaßnahmen vornehmen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn dies nicht eintreffen würde. 

Mit meinem Text möchte ich lediglich zum Nachdenken anregen. Denn nichts wäre schlimmer als erneut unvorbereitet in eine weltweite Finanzkrise zu rutschen. Denn heute gibt es noch Chancen zu handeln, um dies alles zu verhindern.

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