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20.06.2012

19:42 Uhr

Erfolglose Verhandlung

Deutsche Bank meldet einen weiteren Ladenhüter

Die gesamte Vermögensverwaltungssparte hätte die Deutsche Bank ohnehin nicht mehr an Guggenheim Partners verkauft. Nun sind aber auch noch die Verhandlungen über die Sparte RREEF erfolglos beendet worden.

Der Schriftzug der Deutschen Bank am Unternehmenssitz in Frankfurt. Reuters

Der Schriftzug der Deutschen Bank am Unternehmenssitz in Frankfurt.

FrankfurtDie Deutsche Bank hat die Pläne zum Verkauf ihrer Vermögensverwaltung vorerst ad acta gelegt. Auch mit dem letzten verbliebenen Kaufinteressenten für einen Teil des Asset Managements gab es keine Einigung. Die Bank habe die Verhandlungen mit Guggenheim Partners über den Immobilien- und Infrastrukturfonds-Anbieter RREEF beendet, teilte das Frankfurter Geldhaus am Mittwoch mit. „Beide Parteien haben kein Einvernehmen über die Konditionen für den Verkauf des Geschäfts erzielt und sind übereingekommen, die exklusiven Verhandlungen einzustellen“, erklärte die Deutsche Bank. Damit sei die strategische Überprüfung des Geschäftsbereichs Asset Management beendet.

Wie es mit der Sparte weitergehen soll, will die Bank im September verkünden, wenn die neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen ihre langfristige Strategie für die Gesamtbank bekanntgeben. Die beiden neuen Chefs hatten sich zum Amtsantritt zum Universalbankmodell und zur Vermögensverwaltung bekannt, die als neuer Geschäftsbereich Asset & Wealth Management (AWM) gleichwertig neben der Investmentbank (CB&S), dem globalen Zahlungsverkehr (GTB) und dem Privatkundengeschäft (PBC) stehen soll. „In der Vermögensverwaltung gibt es viele Chancen, aber auch noch viel Arbeit“, hatte Jain gesagt.

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Das Führungsduo ist gut drauf und unzertrennlich. Die Strategie folgt im September.

Die Verkaufspläne für die Vermögensverwaltung stammen noch aus der Ära Josef Ackermann. Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef hatte den Verkauf der ertragsschwachen Vermögensverwaltung vor seinem Abschied unter Dach und Fach bringen wollen. Ausgenommen von den Plänen war das Geschäft der Fondsgesellschaft DWS in Deutschland, Europa und Asien. Doch noch zu Ackermanns Amtszeit scheiterte der Verkauf der Vermögensverwaltung für Versicherungen (Deutsche Insurance Asset Management) und andere institutionelle Kunden (DB Advisors) an die New Yorker Investmentgesellschaft Guggenheim, die sich fortan nur noch für RREEF interessierte. RREEF macht mit einem verwalteten Vermögen von 47 Milliarden Euro gerade einmal gut ein Zehntel der im vergangenen November zur Disposition gestellten Geschäfte aus.

Der Versuch, die Vermögensverwaltung abzustoßen, tat den Geschäften nicht gut. Mit den Quartalszahlen Ende April hatte die Bank eingeräumt, dass die Verkaufspläne bei den Kunden für Unruhe sorgten. Der Vorsteuergewinn der Sparte brach von Januar bis März um rund 60 Prozent auf 54 Millionen Euro ein. Unter dem Strich waren im ersten Vierteljahr zehn Milliarden Euro an Kundengeldern abgeflossen.

Insgesamt verwaltete die Deutsche Bank zuletzt in der Sparte 542 Milliarden Euro, rund 130 Milliarden davon entfallen auf die DWS-Publikumsfonds, die die Deutsche Bank von vorneherein behalten wollte.

Von

rtr

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