Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2007

14:15 Uhr

Ermittler nehmen auch DEVK ins Visier

Razzia bei Chef der AMB Generali

Im Zuge der Ermittlungen der Wuppertaler Staatsanwaltschaft in der GEZ-Schmiergeldaffäre gegen eine nordrhein-westfälische EDV-Firma sind auch Privaträume von AMB-Generali-Chef Walter Thießen und Büros des Versicherers DEVK durchsucht worden.

Der Vorstandsvorsitzende der AMB Generali Holding AG, Walter Thießen. Foto: dpa dpa

Der Vorstandsvorsitzende der AMB Generali Holding AG, Walter Thießen. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Zudem habe es Razzien in Räumen eines weiteren AMB-Mitarbeiters und in Büros des Konzerns in Aachen gegeben, teilte AMB Generali am Mittwoch mit. Ein DEVK-Sprecher sagte, die Fahnder seien auch in der Zentrale der Versicherung in Köln vorstellig geworden. Die Anklagebehörde habe EDV-Verträge auf ihre Rechtmäßigkeit überprüfen wollen.

Gegen zwei Mitarbeiter des Aachener Versicherers gebe des den Anfangsverdacht der Bestechlichkeit, sagte Staatsanwalt Alfons Grevener. Das EDV-Unternehmen sei ein Geschäftspartner des Versicherers. Der Anfangsverdacht habe sich aus Unterlagen des EDV-Unternehmens ergeben, die bei einer Razzia Ende 2006 sichergestellt worden waren.

„Wir sind zuversichtlich, dass der Anfangsverdacht sich auch für die Behörden alsbald als haltlos erweisen wird, zumal ein Großteil der in den Medien dargestellten Vorwürfe überhaupt nicht gegen unsere Mitarbeiter erhoben wird“, hieß es in der Mitteilung der AMB Generali. Ein AMB-Sprecher wollte sich mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht weiter dazu äußern.

 Neu: Testen Sie Ihr Business-English!

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag erklärt, sie habe Mitarbeiter der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) und einer Wuppertaler EDV-Firma wegen des Verdachtes der Bestechlichkeit und der Bestechung im Visier. Das EDV-Unternehmen soll sich durch Vergünstigungen Aufträge in Höhe eines zweistelligen Millionen-Betrags gesichert haben. Die Höhe der Vergünstigungen belaufe sich bislang auf insgesamt einige zehntausend Euro, sagte Grevener. Zudem werde auch gegen Beschäftigte von Versicherungen und zwei IT-Unternehmen aus Aachen und Düsseldorf ermittelt. Insgesamt richteten sich die Untersuchungen gegen zehn Personen. DEVK und GEZ sagten den Fahndern ebenso wie die AMB Generali ihre Zusammenarbeit zu.

Ein Verkäufer und ein Buchhalter einer Wuppertaler Computerfirma sollen nach ersten Erkenntnissen der Ermittler GEZ-Mitarbeiter mit Geldbeträgen, Einladungen zu Sportveranstaltungen und ins Rotlichtmilieu bestochen haben, hatte die Staatsanwaltschaft erklärt. Die Ermittlungen über die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von EDV-Aufträgen waren durch eine detaillierte anonyme Anzeige ins Rollen gekommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×