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16.10.2013

18:34 Uhr

Ermittlungen der Aufsicht

Skandal um Devisenhandel holt die Banken ein

Mit Kurstricksereien am Devisenmarkt sollen internationale Geldhäuser Milliarden verdient haben. Nun nehmen etliche internationale Aufsichtsbehörden Ermittlungen auf, um die Manipulationen aufzuklären.

Die Aufsicht nimmt den Devisenhandel der Finanzhäuser ins Visier. dpa

Die Aufsicht nimmt den Devisenhandel der Finanzhäuser ins Visier.

LondonDie Aufsichtsbehörden weltweit verschärfen den Druck auf Banken und Händler, die mutmaßlich in Manipulationen am Devisenmarkt verwickelt sind. Die britische Finanzmarktaufsicht FCA leitete am Mittwoch eine formale Untersuchung der Kurstricksereien ein. Bisher hatte sie die Banken nur um Informationen gebeten. Nun würden einige Unternehmen unter die Lupe genommen. „Wir stehen bei unseren Ermittlungen noch am Anfang“, sagte ein Sprecher der FCA. „Es wird noch einige Zeit dauern, bevor wir wissen, ob es Fehlverhalten gegeben hat, gegen das wir einschreiten“.

Auch in Asien ruft die Affäre nun Aufseher auf den Plan. Die als Zentralbank von Hongkong fungierende Geldmarkt-Behörde HKMA erklärte, sie stehe im Austausch mit der Aufsicht in anderen Ländern und gehe jetzt auf einzelne Geldhäuser gezielt zu. Ins Rollen gebracht hatte den Fall die FCA schon im Sommer. Damals hatte es Berichte über Tricksereien bei der Festlegung von Referenzkursen für viele Währungen gegeben. Auch die USA, die Schweiz und die deutsche Finanzaufsicht BaFin gehen dem nach. Die Bonner Behörde schließt Sonderprüfungen deutscher Banken zum Devisenskandal inzwischen nicht mehr aus.

Die Referenzkurse dienen Unternehmen und Profi-Anlegern wie Investmentfonds als Basis für ihre Währungsgeschäfte. Am Devisenmarkt werden pro Tag Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt. Das Segment ist der größte Markt im Finanzsystem und gilt als am wenigsten reguliert. Wichtige Akteure sind etwa UBS, Credit Suisse, Deutsche Bank und Citigroup.

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Im Zentrum der Ermittlungen stehen elektronische Nachrichten von Händlern. Die Aufseher durchforsten Tausende dieser kurzen Botschaften, um der Frage nachzugehen, ob diese sich unerlaubt über die Kurse ausgetauscht haben. Von den ähnlich gelagerten Untersuchungen über die Manipulation von Interbanken-Zinssätzen wie dem Libor verschreckt, händigen vielen Banken inzwischen aus eigenem Antrieb das Material an die Aufseher aus. Im Libor-Skandal wird weltweit gegen mehr als ein Dutzend Banken ermittelt.

Kommentare (2)

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Mazi

16.10.2013, 20:46 Uhr

"Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte im Juni berichtet, dass Händler möglicherweise ihre Handelspositionen ausgetauscht hätten. Mit den Informationen hätten sie Kurse zu manipulieren versucht, indem sie Aufträge vor und während der Fixing-Minute durch das System schleusten."

So eine richtige Information, die Anlass zum Verdacht krimineller Handlungen gibt, ist das aber nicht. Da wäre es schon sinnvoll gewesen, seitens der Journalisten mal mehr Skepsis walten zu lassen und nachzufassen. Das liest sich eher nach einer Legende, einem Märchen.

Mazi

17.10.2013, 16:07 Uhr

In was unterscheiden sich die konzertierten Aktionen der Notenbanken?

Handeln die etwa in krimineller Absicht, als kriminelle Vereinigung? Aus rechtsstaatlicher sich, kann da nur zur Vorsicht geraten werden!

Meines wissens ist es nirgendwo verboten Geschäfte zu sammeln. Wie im Artikel bereits erwähnt, war dies insbesondere beim amtlichen Devisenfixing früher der Standard.

Wie sich die Zeiten ändern, wenn man kriminalisieren will. Früher hat man erst die Gesetze geändert und dann hat man staatsanwaltschaftlich wegen Nichtbeachtung der neuen Gesetze "zugeschlagen". Die Sitten haben sich geändert und heute schlägt man offensichtlich zu und dann ändert man die Gesetze (vielleicht).

Neue Zeiten, neue Sitten. Wo sind wir?

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