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05.11.2013

06:14 Uhr

Ermittlungen gegen Großbanken

Ich weiß, was du letzten Sommer manipuliert hast

VonMartin Dowideit

Weltweit arbeiten Finanzaufseher an der Aufdeckung eines Devisenskandals. Dabei durchforsten sie Mails und Chats von Bankmitarbeitern und verhängen womöglich Milliardenstrafen. Im Visier sind auch HSBC und Deutsche Bank.

Bloomberg-Terminal in einem Handelssaal: Über die Profi-Computer chatten Händler miteinander – mitunter um verbotene Absprachen zu treffen. Reuters

Bloomberg-Terminal in einem Handelssaal: Über die Profi-Computer chatten Händler miteinander – mitunter um verbotene Absprachen zu treffen.

DüsseldorfChat-Protokolle und E-Mails der Mitarbeiter von Banken sind die Schätze, die Milliarden wert sind. Ob im Streit um Ratingagenturen, den Ermittlungen wegen manipulierter Zinssätze oder jetzt in den Ermittlungen wegen möglicher Devisenmarktmanipulation: Die Finanzaufseher dieser Welt stützten sich vor allem auf verräterische Kommunikation von Händlern und Mitarbeitern. Fundstücke mit Sprengkraft lesen sich so:

Aktuell durchforsten die Ermittler unter Leitung des US-Justizministeriums solche Protokolle nach Verstößen auf dem Devisenmarkt, dem größten Finanzmarkt der Welt. Noch ist unklar, welche Vorfälle es genau gegeben hat, aber mehrere große Banken haben bereits leitende Mitarbeiter beurlaubt. Marktführer im weltweiten Devisenhandel ist die Deutsche Bank – eine Sonderprüfung durch die deutsche Finanzaufsicht Bafin gilt daher als möglich.

Marktanteile im globalen Währungshandel

Quelle

Greenwich Associates, Stand: Mai 2013

Platz 6

7 Prozent

Platz 5

7 Prozent

Platz 4

9,7 Prozent

Platz 3

10,0 Prozent

Platz 2

10,1 Prozent

Platz 1

Marktanteil: 10,7 Prozent

Finanzaufseher nehmen Kreisen zufolge beispielsweise einen Gruppen-Chat von leitenden Händlern bei Banken wie Barclays, Citigroup, Royal Bank of Scotland und UBS unter die Lupe. Die Prüfung der Chat-Protkolle finde im Zusammenhang mit einer möglichen Marktmanipulation statt. Am Montag bestätigte die britisch-asiatische Großbank HSBC ebenfalls Teil der Untersuchung zu sein. „Wir kooperieren bei den Ermittlungen, die sich in einem frühen Stadium befinden“, so das Institut. Es wird in der Branche spekuliert, dass die Strafen sogar höher ausfallen könnten als in den Libor-Verfahren. Wegen dieser Manipulationen waren außergerichtliche Vergleich in Höhe von einer Milliarde Dollar pro Bank keine Seltenheit.

Dass die Behörden verräterische Kurznachrichten finden können, liegt in den strengen Auflagen der US-Börsenaufsicht begründet. Ein Bilanzbetrug hatte um die Jahrtausendwende den US-Energiehändler Enron in die Pleite gestürzt. Als Folge wurden für Wirtschaftsprüfer und Banken die Vorschriften verschärft, welche Kommunikation sie archivieren müssen. Nach der Finanzkrise die Vorgaben noch weiter konkretisiert. Bankmitarbeiter sind seitdem zum offenen Buch für die Behörden geworden: E-Mails, professionelle Chaträume in Handelscomputern, soziale Netzwerke, die Webnutzung – alles wird protokolliert (Einige der einschlägigen Regeln dazu: 17a-4 SEC, 204-2 SEC, FINRA).

Kommentare (6)

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cybix

05.11.2013, 08:58 Uhr

Ethik - ein Fremdwort für Banker! Geht es Ihnen vordergründig nur um die "Gewinnmaximierung und die Optimierung des Humankaptials" so sollten Sie wissen, dass insbesondere durch IHR PERSÖNLICH EGOMANES Verhalte - dass durch Bankvorstände, gefördert und gefordert wird - Menschen Ihre Arbeitsplätze verlieren und sich vor die Gleise legen.
Da wird in Großbanken mit einem primborium Corporate social responsibility Programme aufgesetzt und dabei sind längst
alle Werte auf dem Altar des Raubtierkapitalismus
hingerichtet worden.
Es gibt nur eine einzige Sprache die dieses Herren verstehen:

"Freiheitsentzug ohne Bewährung!"

hermosa

05.11.2013, 10:22 Uhr

I agree with you a 100%!

Jedoch wird sich nichts ändern...
Denn in der Kette des puren Kapitalismus vedienen viele eine Menge Geld!

Geld stickt nicht!

Jeder nimmt es ...siehe Gelder von Russen, Bulgaren,.. ect..aus Korruption, Waffenhandel, Menschenhandel, Drogen, ect...

Siehe kaufen momentan cash Land & Immobilien u in besten Lagen in Europa auf. Bevorzugt in den Krisenländern, wie Griechenland ( mit eignen Augen gesehen)..

Keiner fragt danach.... wie wurde das Geld erwirtschaftet?...

Man nimmt es gerne...

Gerne einen großen Teil "black"

That's how it is!


Um so realistischer wir die neue Wirklichkeit betrachten, um so besser für uns.

Nicht "Augen zu, Ohren zu, Mund zu"!


Account gelöscht!

05.11.2013, 10:44 Uhr



Wer verurteilt denn diese Kriminellen ? Keiner.

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